Freitag, 28. Juli 2017

17. Juni 2013 00:34 Uhr

Schauspiel

Die Sehnsucht des Dörflers

Erfolgreiche Stadeltheater-Premiere mit Eugène Labiches Stück „Das Sparschwein“ Von Erich Pawlu

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Lauingen Überzeugend bestätigt hat das Stadeltheater die antike Vorstellung, dass der Genius loci einen bestimmten Platz mit besonderem Geist ausstattet. Mit dem Lustspiel „Das Sparschwein“ von Labiche verdeutlicht das Ensemble erneut seine Fähigkeit, mit hintergründigem Spaß das Publikum zu verzaubern. Bei der Premiere im Innenhof des Rathauses unterstrich Regisseur Andreas Haun, München, die Situationskomik des Stücks und verdeutlichte zugleich aktuelle Bezüge: Das Bedürfnis von Provinzlern, in Paris alle jene Genüsse nachzuholen, die das dörfliche Leben verweigert.

In den heikelsten Situationen aufeinandertreffen

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Eugène Labiche wendet auch im Stück „Das Sparschwein“ (1864) einen wirkungsvollen Trick an: Personen, die sich auf keinen Fall begegnen dürfen, treffen in heikelsten Situationen aufeinander. Und zugleich leuchtet der französische Autor mit den Scheinwerfern früher Psychologie in die geheimen Winkel der menschlichen Seele. Überzogenes Selbstbewusstsein, unterdrückte Sehnsucht nach Erotik und die Lust an Täuschungsmanövern werden zu einem komödiantischen Gebräu, das nach Art des Champagners zu schönsten Knalleffekten führt.

Die Lauinger Darsteller setzen den Geist dieses Bühnenweltbilds mühelos um. Die Geschichte vom Sparschwein, dessen Inhalt einer Gruppe von Dörflern die Reise in die Pariser Abenteuerwelt ermöglicht, wird unbeschwert serviert. Auf schiefer Ebene rutschen die realitätsnahen Personen immer tiefer in chaotische Verstrickungen. Mit souveränem Spielwitz verleiht Gerhard Winkler der Figur des Rentiers Champbourcy die Züge eine burlesken Führungsfigur, der immer eine Lösung einfällt. Dr. Gerry Feller spielt als Leonida eine vernachlässigte Frau, die zur Erfüllung ihrer erotischen Träume drängt. Natalie Reger repräsentiert als Blanche mit heller Stimme und blühendem Erscheinungsbild das Prinzip der Jugendlichkeit. Helmut Weiß profiliert die Gestalt des Coladan als einen aufrecht-bornierten Landwirt, der sein Durchsetzungsvermögen mit einer Axt absichert. Leonhard Menz gibt dem Apotheker Cardenbois die Züge eines genusssüchtigen Eigenbrötlers. Jonas Remiger versäumt als Notar nicht nur die Zugabfahrt, sondern auch die Verlobung.

Musik unterstreicht die Leichtigkeit des Seins

Patricia Laube thront als Rektorin über den Niederungen. Auch Andreas Straub spricht als Kriminalassistent seine Urteile hoch über den Köpfen der Gelegenheitsabenteurer. Gerlinde Scheit-Mayer stattet die Heiratsvermittlerin in einem bordellartigen Institut mit geschäftsförderndem Charme aus. Monika Bandow ist ein neppende Kellnerin, David Ott ein Polizist mit Lineal im Leib, Lea Hörmann ein leichtes Mädchen mit kapitalistischen Wertvorstellungen und Helmut Wittmann ein ahnungsloser Heiratskandidat. Bei Szenenwechsel unterstrich Eva Horner, am E-Piano begleitet von Dr. Hartmut Winter, die Leichtigkeit des Seins mit französischen Liedern im Musette-Charakter. Nach lang anhaltendem Beifall des Publikums dankte Patricia Laube der Stadt, dem Regisseur und Otto Killensberger für vielfältige Unterstützung.

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