Samstag, 21. Oktober 2017

Landsberg

09. November 2016 17:25 Uhr

Landsberg

Gedenken:  Erinnerungsarbeit ist Herzensangelegenheit

Auftakt der Reihe „Kultur wider das Vergessen“. Viele Veranstaltungen aus Kunst und Kultur. Von Romi Löbhard

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„Wie, Warum, Weiter – Gedenken“: Dies ist der Ansatz für die neue Veranstaltungsreihe „Kultur wider das Vergessen“, die von der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert initiiert wurde. In Anlehnung an die „Jüdischen Kulturtage München“, die heuer bereits zum 30. Mal stattfinden, sind bei der erstmals in Landsberg stattfindenden, ähnlichen Veranstaltung ebenfalls Beiträge aus Kunst und Musik vorgesehen. Bei der Auftaktveranstaltung im Landratsamt Landsberg erläuterte die Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur Ruth Snopkowski, die Inhalte der Ausstellung „Hoffnung trotz allem“, die bis Sonntag, 13. November im Foyer des Großen Sitzungssaals im Landratsamt Landsberg angesehen werden kann. Stephan Albrecht, Sprecher der Bürgervereinigung, erläuterte zunächst die derzeitigen Vorstellungen des Vereins von Erinnerungsarbeit. „Der Ansatz der Jugendlichen liegt heute bei kulturellen Veranstaltungen“, so der 17jährige. Gerade weil viele seiner Freunde sagen, sie könnten das Thema KZ nicht mehr hören, sei ihm die Erinnerungsarbeit eine Herzensangelegenheit. „Wir sind für den Nationalsozialismus zwar nicht verantwortlich, aber wir müssen weiter an die Greueltaten erinnern.“ Das sei auch möglich mit jüdischer Musik und Kultur, bei Begegnungen mit Zeitzeugen der zweiten oder dritten Generation, beim gemeinsamen Kochen und Essen.

Deshalb auch diese Reihe, während der in den Tagen bis zum 18. November in verschiedenen Veranstaltungsorten einiges an Kultur geboten sein wird. In ihren Erklärungen zur Ausstellung betonte Ruth Snopkowski, es sei gut, dass diese nochmal und damit erstmals in Landsberg gezeigt wird. Schließlich stammten viele Bilder und Erinnerungstexte aus dem Displaced Persons-Lager (DP-Lager) der Lechstadt.

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In der Ausstellung „Hoffnung trotz allem“ wird jüdisches Leben in Deutschland ab 1945 bis heute aufgezeigt und beschrieben. Ruth Snopkowski hat die Schau in Erinnerung an ihren verstorbenen Mann Simon initiiert und zusammengestellt. Simon Snopkowski hatte gemeinsam mit anderen überlebenden Juden, nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zeitlang im DP-Lager Landsberg Zuflucht gesucht. Ihr Mann habe dann im Nachkriegsdeutschland eine beachtliche Karriere geschafft. Viele Juden seien allerdings nicht im Land der Täter geblieben, „sie erzogen ihre Kinder immer mit Blick auf Emigration, saßen stets auf gepackten Koffern“. Jüdisches Gemeindeleben in Deutschland heute werde hauptsächlich von Ostjuden bestimmt, so Snopkowski. Diese seien nach der Auflösung der Lager in Osteuropa hierher gekommen. Sie lebe gern in Bayern, fühle sich integriert, betonte die Rednerin und warb gleichzeitig für Verständnis. „Seinen Nachbarn kennenlernen, ist das Gebot.“ Nur so könne dauerhaftes, gutes Zusammenleben funktionieren.

Veranstaltungen Nächste Veranstaltungen der Reihe „Kultur wider das Vergessen“, Beginn jeweils 19 Uhr: Montag 14. November Lesung aus dem Buch „Versteckt unter der Erde“ und Dienstag 15. November Kammerkonzert, beides in der Alten Bibliothek im Agrarbildungszentrum; Freitag 18. November Klezmermusik mit Massel-Tov im Landheim Schondorf.

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