Montag, 26. Juni 2017

Landsberg

17. April 2017 16:11 Uhr

Vilgertshofen

Ohne Kredite geht es bald nicht mehr

Ein Millionenprojekt wie die fast beendete Sanierung des Rathauses würde in der Gemeinde Vilgertshofen nicht mehr infrage kommen. Wie sich die Zeiten (finanziell) ändern. Von Frauke Vangierdegom

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Die Sanierung des Rathauses in Pflugdorf ist inzwischen so gut wie abgeschlossen. Angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde Vilgertshofen würde ein solches Millionenprojekt heute nicht mehr angestoßen werden können.
Foto: Thorsten Jordan

Rosige Zeiten sehen anders aus als das, was auf die Gemeinde Vilgertshofen zukommt – zumindest in finanzieller Hinsicht. Denn, der Gemeindesäckel ist alles andere als prall gefüllt und der Gürtel muss deutlich enger geschnallt werden. Wäre der Rathausumbau samt energetischer Sanierung nicht beschlossene Sache und schon so gut wie abgeschlossen, Bürgermeister Albert Thurner würde das Millionenprojekt jetzt nicht mehr anstoßen, wie er kurz vor der Verabschiedung des Haushaltsplanes 2017 im Gemeinderat sagte.

Sind in diesem Jahr für die Finanzierung aller laufenden Kosten sowie der notwendigen Investitionen noch keine Kredite nötig, prognostizieren Thurner und der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Reichling, für das kommende Jahr auf geliehenes Geld angewiesen zu sein.

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„Auf uns kommt trotzdem in den nächsten Jahren einiges zu“, so Thurner. Er sprach Themen wie die Sanierung der Ortsdurchfahrt Pflugdorf oder des Schmiedberges in Stadl, die Dorferneuerung im Ortsteil Vilgertshofen, den Um- oder Neubau des gemeindlichen Kindergartens Issing oder die Erweiterung beziehungsweise Ertüchtigung der Kläranlage in Mundraching an. Diese Maßnahmen sind im Finanzplan der Gemeinde bis 2020 festgehalten, den Kämmerer Klaus Schneider kurz erläuterte. Darin enthalten ist die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges für Issing oder die Investition für den Kindergarten mit etwa zwei Millionen Euro Ausgaben und Zuschüssen von geschätzt 800000 Euro.

Auch die Sanierung der Rathausstraße, der Weilheimer Straße und des Schmidberges ist in diesem Investitionsplan mit gut einer Million Euro im Jahr 2018 und 500000 Euro im Jahr 2019 vorgesehen. Alles in allem zeige der Finanzplan auf, dass 2018 nicht nur die dann noch vorhandenen Rücklagen in Höhe von über 54000 aufgebraucht würden, sondern auch Kredite von 2,3 Millionen Euro notwendig seien.

Bereits heuer muss Vilgertshofen mehr als die Hälfte seiner Rücklagen, nämlich knapp 757300 Euro, in den Haushalt investieren. Unter anderem auch, weil der Rathaus-Umbau noch mit 720000 Euro zu Buche schlägt, der Trinkwasser-Notverbund mit der Gemeinde Fuchstal 85000 Euro verschlingt und das Baugebiet Breitele in Issing mit rund 400000 Euro zu finanzieren ist. „Und das, obwohl wir Grundstücke im Wert von mehr als einer Million Euro verkaufen sollten“, so der Bürgermeister. Auch die Höhe der Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zeigt die angespannte Finanzlage, in der sich die Lechrain-Gemeinde befindet. „Wir kommen mit 121980 Euro gerade so über die Mindestzuführung“, erläuterte Schneider.

Der Haushalt der Gemeinde Vilgertshofen für das Jahr 2017 sieht im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben ein Volumen von 4,37 Millionen Euro vor, im Vermögenshaushalt ein Volumen von 2,95 Millionen Euro.

Den Steuersätzen für die Grundsteuern A und B in Höhe von 320 Prozent sowie für die Gewerbesteuern in Höhe von 350 Prozent, stimmte der Gemeinderat ebenfalls zu. Bürgermeister Albert Thurner fand zuvor noch deutliche Worte: „Wir müssen uns das vor Augen führen, dass wir es mit den laufenden Einnahmen und Ausgaben gerade so schaffen die Mindestzuführung zu erreichen. Entweder wir sparen bei den vielen Ausgaben oder Verbessern unsere Einnahmen, vielleicht über mehr Gewerbesteuer.“ Die Ansiedlung von mehr Gewerbetreibenden in der Gemeinde könne beispielsweise durch die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes vorangetrieben werden.

Thurner betonte zudem, dass der größte Einnahme-Posten der Gemeinde, der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 1,33 Millionen Euro, fast komplett an den Landkreis Landsberg in Form der Kreisumlage in Höhe von 1, 16 Millionen Euro abgeführt werden müsse.

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