Montag, 27. März 2017

17. Februar 2017 04:09 Uhr

Maschinenbauer Grob sichert sich Spezialwissen

Benvenuto bei den Grob-Werken

Erstmals kaufen die Mindelheimer ein Unternehmen. Was die Italiener in die Firmenehe einbringen

i

Die Grob-Werke in Mindelheim setzen ihren Erfolgskurs unvermindert fort. 4100 fest angestellte Mitarbeiter zählt das Maschinenbauunternehmen inzwischen allein am Hauptsitz in Mindelheim. Hinzu kommen weitere 400 Leiharbeiter, die Auftragsspitzen in der Unterallgäuer Kreisstadt abfedern. Weltweit beschäftigt Grob inzwischen mehr als 5500 Mitarbeiter.

Ende Februar endet bei den Grob-Werken das Geschäftsjahr. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro angestiegen. Das gaben Christian Grob und der Vorsitzende der Geschäftsführung, German Wankmiller, gestern in einem Gespräch mit der Mindelheimer Zeitung bekannt. 2015 lag der Umsatz bei 1,06 Milliarden Euro.

ANZEIGE

Turiner sind in China gut am Markt vertreten

Das Unternehmen sieht auch für die kommenden Jahre sehr gute Chancen, trotz politischer Turbulenzen wie zuletzt durch die Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der offene Märkte eher skeptisch beurteilt. Erstmals in ihrer 91-jährigen Geschichte haben die Grob-Werke Mindelheim nun ein fremdes Unternehmen übernommen mit dem Ziel, neues exklusives Wissen in die Firma zu holen. Wie Christian Grob und German Wankmiller bekannt gaben, hat Grob das italienische Unternehmen DMG meccanica gekauft. Zum Preis machten beide keine Angaben.

Bei dem Turiner Unternehmen handelt es sich um einen führenden Maschinen- und Anlagenbauer für Elektromotoren. Es hat 40 Mitarbeiter und im Vorjahr eine Gesamtleistung von zehn Millionen Euro erzielt. Die Firma ist vor 25 Jahren gegründet worden. Zu den Kunden der Turiner zählen namhafte Hersteller von Elektromotoren und Lieferanten der Automobilindustrie. Besonders stark sei das Unternehmen im wichtigen Markt für die E-Mobililtät China vertreten. Im Reich der Mitte ist Grob seit ein paar Jahren mit einem eigenen Werk in Dalian vertreten.

DMG meccanica ist ein Familienunternehmen. Es bleibt auch in Zukunft als eigenständige Gesellschaft bestehen. Alle Arbeitskräfte werden übernommen. 1992 ist das Unternehmen von den Ingenieuren Marzolla, Debilio und Garao gegründet worden. Die Firma ist führender italienischer Anbieter von Wickelmaschinen, die für Elektromotoren benötigt werden. Zwei der Gründer sind immer noch an Bord.

Bei den Grob-Werken galt bisher die Regel, sich alle Kompetenzen aus eigener Kraft zu erwerben. Mit dieser Strategie ist Burkhart Grob glänzend gefahren. Der Seniorchef war im Mai vorigen Jahres im Alter von 90 Jahren gestorben.

Eigene Forschungsabteilung

Vor zwei Jahren wurde ein Kreis von 30 Ingenieuren in Mindelheim zusammengezogen mit einem klaren Auftrag. Sie sollten Komponenten und Maschinen zur Herstellung von Elektroantrieben entwickeln, vor allem für die Automobilindustrie. Eine weitere Abteilung untersucht Marktrends und gibt entsprechende Empfehlungen. Auch für die großen Kunden wie VW, Audi, Daimler, Ford, General Motors oder BMW ist das Thema Elektromotor von wachsender Bedeutung.

Mit dem Zukauf des italienischen Unternehmens sieht sich Grob nun in der Lage, weitere größere Projekte als Generalunternehmer für den kompletten Antriebsstrang für Hybrid- oder reine Elektroantriebe in Auftrag zu nehmen. Grob kann also demnächst auch Maschinen und Anlagen für Elektromotoren, Batteriemodule und Batteriepack in Serienfertigung produzieren.

Trotz der großen Chancen, die die Elektromobilität bietet, glauben Christian Grob und German Wankmiller weiter an den Verbrennungsmotor. „Dieser hat noch lange nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft“, ist Wankmiller überzeugt. Ihn wird es auch in 50 Jahren noch geben.

2030 weltweit 120 Millionen Neuwagen?

Das System-Geschäft mit Werkmaschinen zum Bau von Verbrennungsmotoren wird weiter die wichtigste Säule des Geschäfts bei Grob bleiben. Auf rund zwei Drittel des Umsatzes beläuft sich dieser Bereich. Die Universalmaschinen, mit denen Maschinen auch außerhalb der Autobranche - etwa in der Medizintechnik - gebaut werden können, machen zwölf Prozent des Umsatzes aus. Die Montagetechnik sorgt für 14 Prozent des Umsatzes. Service und Dienstleistung machen knapp acht Prozent aus. Auch dieser Bereich sei am Wachsen.

Weltweit werden derzeit rund 85 Millionen Neuwagen im Jahr produziert. 2030 erwarten Experten 120 Millionen. Die Strategen bei Grob rechnen damit, dass für die nächsten Jahre die Zahl der benzinbetriebenen Fahrzeuge stabil bleiben wird. Aber allein schon wegen der weltweiten Klimaerwärmung wird der Elektroantrieb weiter Auftrieb erfahren.

Einen stark wachsenden Markt erwartet Grob insgesamt für Asien, besonders aber für Indien. Deshalb soll noch heuer in der indischen Stadt Hyderbad eine große Service- und Vertriebsniederlassung aufgebaut werden. Vorbild ist Mexiko, wo Grob eine ähnliche Strategie verfolgt.

i

Ihr Wetter in Mindelheim
27.03.1727.03.1728.03.1729.03.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                heiter
	                                            Wetter
	                                            wolkig
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter-1 C | 14 C
5 C | 17 C
3 C | 17 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Ein Artikel von
Johann Stoll

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Redaktionsleiter, Stadt Mindelheim

Top-Angebote


Alle Infos zum Messenger-Dienst
Unternehmen aus der Region

Bauen + Wohnen

Wandern und Radeln in Mittelschwaben

Veranstaltungen vom 27.03.2017
Partnersuche