Freitag, 24. November 2017

16. Juni 2012 09:53 Uhr

Ukraine

Kiew: Deutschland drängte Timoschenko zu umstrittenem Gasvertrag

Die Ukraine hat der Bundesregierung eine Mitschuld an dem Gasvertrag mit Russland gegeben. Wegen des umstrittenen Deals sitzt die ehemalige Regierungschefin Timoschenko in Haft.

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Die ukrainische Oppositionspolitikerin und ehemalige Regierungschefin, Julia Timoschenko, sitzt wegen eines umstrittenen Gas-Deals mit Russland seit Oktober 2011 in Haft.
Foto: dpa

Deutschland und andere europäische Staaten hätten Timoschenko dazu gedrängt, den Vertrag zu unterschreiben, sagte der ukrainische Außenminister Konstatin Grischtschenko in einem Gespräch mit der italinischen Zeitung "Corriere della Sera", das am Freitag von seiner Behörde veröffentlicht wurde. Sie habe sich damit über die Entscheidung ihres eigenen Kabinetts hinweggesetzt, so der Außenminister. Die Europäische Union fürchtete damals eine Eskalation des «Gaskrieges» zwischen der Ukraine und Russland, als Moskau den Gashahn zudrehte und Wohnungen auch in der EU tagelang kalt blieben.

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Timoschenko seit Oktober 2011 in Haft

Die 51 Jahre alte Timoschenko wurde im Oktober des letzten Jahres wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt. «Sie verübte eine Straftat, die negative Folgen für die nationale Sicherheit und die Perspektiven der ukrainischen Wirtschaft hatte», verteidigte Außenminister Grischtschenko das als politisch motiviert kritisierte Urteil. dpa/AZ

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