Mittwoch, 13. Dezember 2017

09. Dezember 2014 07:10 Uhr

Energiewende

Der Kampf gegen die Windräder

In der Diskussion um Windanlagen bei Langerringen zählen vor Gericht nur Fakten. Das zeigt das Beispiel eines Landwirts, der sagt: „Ich habe Angst.“

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Hier stoßen  Welten zusammen  Windrad Windräder Windkraft

Von Axel Hechelmann

Langerringen/Lamerdingen Der Feind von Werner Sedlmeir ist 141 Meter hoch und er wird wohl nicht mehr von seiner Seite weichen. Mit „von seiner Seite“ sind in diesem Fall etwa 700 Meter gemeint. Doch wenn es nach dem Langerringer Landwirt geht, ist selbst das zu nah. „Ich höre es, lauter als ich dachte“, sagt er. Und: „Ich habe Angst.“ Doch das scheint niemanden zu interessieren.

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Zumindest nicht an diesem Vormittag. Sedlmeir sitzt in einem Sitzungssaal des Verwaltungsgerichts Augsburg und klagt gegen eine Genehmigung des Landratsamts Ostallgäu – die Behörde hatte den Bau von zwei Windrädern vor einem knappen Jahr genehmigt. Sedlmeir klagt, weil er glaubt, dass die Anlage den Immissionsschutz nicht berücksichtigt: Sie ist ihm zu laut und er fürchtet sich vor dem Infraschall, den das Windrad nahe seines Hauses erzeugen könnte. Der ältere Mann sagt, er nehme Tabletten seit er 22 Jahre alt ist. Wegen dem Blutdruck. Und jetzt auch noch die Windräder. Sedlmeir sagt, er habe Angst.

„Fast jedes Windrad wird beklagt.“

Im Gerichtssaal zählt das nicht. Es gelten nur Fakten. Das gilt für diesen Fall – und für jede der unzähligen Klagen gegen Windräder, die seit einigen Jahren regelmäßig vor Gericht landen. Die Richterin sagt: „Fast jedes Windrad wird beklagt.“ Erfolg hat nur, wer in seinen Rechten verletzt wird. Ob das auf Kläger Sedlmeir zutrifft, ist noch unklar.

Ein Umweltingenieur, der im Gerichtssaal sitzt, sagt, das Windrad sei nicht zu laut. Und selbst, wenn jemand besonders lärmempfindlich ist: Nur Messwerte zählen, nicht das persönliche Empfinden.

Was ist mit dem Infraschall?

Werner Sedlmeir schimpft im Gerichtssaal jetzt auf den deutschen Rechtsstaat. Viele der 60 Studenten, die als Zuhörer auf den Zuhörerplätzen sitzen, lachen. Sedlmeir fragt das Gericht: Und was ist mit dem Infraschall, den das Windrad verursacht?

Die Richterin sagt: „In der Rechtssprechung gibt es keinen Fall, in dem Infraschall berücksichtigt wird.“ Ein Gutachten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gehe aber davon aus, dass ab einem Abstand von 500 Metern zum Windrad keine Gefahr mehr für die Gesundheit mehr ausgehe. Der Feind von Sedlmeir aus Beton und Technik steht aber sogar 700 Meter weit weg. Ein Gesetz, das seit Ende November einen größeren Abstand fordert, wirkt bei dem Fall in Langerringen nicht, weil das Windrad bereits steht. Wie geht es nun weiter?

Auch die Gemeinde Langerringen klagt

In zwei Wochen will das Gericht eine Entscheidung vorlegen. Die interessiert auch den Bürgermeister von Langerringen, Konrad Dobler. Auch seine Gemeinde klagt an diesem Vormittag gegen das Windrad. Bis das Gericht ein Urteil fällt, werden ebenfalls zwei Wochen vergehen. In der Zwischenzeit wird sich das Gericht mit weiteren Klagen von Privatleuten beschäftigen: Und währenddessen wird eines der Windräder in diesen Tagen in Betrieb gehen.

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