Freitag, 20. Oktober 2017

28. September 2017 20:51 Uhr

FC Augsburg

Der Plan für das Dortmund-Spiel steht

Vor dem Gipfeltreffen gegen Dortmund sucht der FCA seine Rolle in der Liga. Für das Duell mit dem Tabellenführer hat sich FCA-Coach Manuel Baum schon einen Plan zurechtgelegt.

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Am Samstag empfängt der FCA den BVB in der WWK-Arena. Der Tabellenerste gegen den Tabellenfünften. So gesehen ein Spitzenspiel. Dennoch sind die Ambitionen beider Mannschaften ganz unterschiedlich. Aber: Am Samstag gewinnen wollen beide.

Treffen beim Spitzenspiel FC Augsburg (5.) gegen Borussia Dortmund (1.) in der ausverkauften WWK-Arena am Samstag auch zwei Spitzenmannschaften aufeinander? Manuel Baum muss kurz lachen, bevor er antwortet. "Wenn man die Tabelle hernimmt und interpretiert, ist es ein Spiel von Mannschaften, die mit vorne dabei sind. Aber unsere Ambitionen sind ganz andere", sagt der FCA-Trainer. Darum denke er auch darüber gar nicht nach, ob es ein Spitzenspiel sei. "Für uns ist es ein Spiel, in dem es auch nur um drei Punkte geht."

Es ist in diesen Tagen nicht so einfach für die Augsburger Verantwortlichen, das eigene Tun nach dem besten Saisonstart in der Bundesligageschichte zu verorten. Auf der einen Seite wollen sie das Image des Underdogs, für den der Nichtabstieg oberste Priorität hat, nicht schon nach sechs Spieltagen und elf Punkten aufgeben. Andererseits scheinen sie sich sicher zu sein, dass in dieser Saison mehr drin ist. So merkte Stefan Reuter, der Geschäftsführer Sport, schon des Öfteren an, dass man schon wisse, dass man eine starke Mannschaft habe.

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Finnbogason: "Alles ist möglich"

Siege geben Selbstvertrauen, und darum gehen die Spieler die ganze Sache sogar noch etwas offensiver an. Stürmer Alfred Finnbogason zum Beispiel hält das Erreichen eines Europa-League-Platzes nicht für unmöglich. "Ich finde, wir haben eine super Mannschaft, wir brauchen uns nicht zu verstecken, alles ist möglich. Aber wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben", sagt der 28-jährige isländische Stürmer vor dem Duell mit dem souveränen Tabellenführer.

Denn eigentlich ist der Abstand zwischen Dortmund und Augsburg weitaus größer als die Differenz in der Tabelle. Dortmund hat die Liga bisher dominiert, steht ungeschlagen mit 19:1 Toren auf Platz eins.

Und während der BVB am Dienstag in der Champions League bei der 1:3-Niederlage gegen Real Madrid gar nicht so chancenlos war, hatte Baum seinen Spielern nach der englischen Woche zwei Tage frei gegeben. "Es ist wichtig, nicht nur die Intensität im Training runterzufahren, sondern auch einmal die Perspektive zu wechseln und runterzukommen. Da tun zwei Tage dem Körper und Geist ganz gut." Seit Mittwoch bereiten sich die FCA-Spieler nun intensiv auf Dortmund vor. "Man spürt die Vorfreude und dass jeder spielen will", sagte Baum.

Gut möglich, dass den 30.060 Zuschauern ein Spektakel präsentiert wird. Baum schwärmt vom BVB-Starensemble. "Der BVB macht Spaß. Wenn man sieht, mit welcher Spielfreude sie auftreten, welches Personal sie von der Bank nachlegen können, wie viele Chancen sie herausspielen – das ist toll."

Dortmunds Taktik als Augsburger Vorteil?

Die offensive Ausrichtung des 4-3-3-Systems des neuen Trainers Peter Bosz könnte aber auch die Chance des FCA sein. Baum legt viel Wert auf schnelles Umschaltspiel. Seine Gegentaktik hat er sich auch schon zurechtgelegt und seine Spieler instruiert, wie Jan Moravek, 27, bei der Pressekonferenz bestätigte. Verraten wollte sie der defensive Mittelfeldspieler aber nicht.

Sicher ist aber, dass Kapitän Daniel Baier nach seiner Sperre wieder spielen wird. Auch Ja-Cheol Koo trainiert nach seiner leichten Gehirnerschütterung wieder. Aber es kann durchaus sein, dass der Südkoreaner trotzdem pausieren muss.

An der Tabellenspitze läuft alles wie gehabt, etwas tiefer in der Tabelle stecken aber schon einige Teams in der Krise. In Hamburg treffen gleich zwei davon aufeinander.

Und Moravek den Vorzug bekommt. Der gilt als defensivstärker als Koo, was er beim 1:0-Heimsieg gegen die offensivstarken Leipziger beweisen durfte. Moravek selbst fühlt sich auf jeden Fall fit. Seit sechs Jahren steht er beim FCA unter Vertrag, war oft von Verletzungen gebeutelt, doch in diesem Sommer konnte er vom ersten Tag an die Vorbereitung mitmachen. Große Ansprüche stellt er nicht: "Ich gebe jeden Tag mein Bestes und bin froh, Teil dieser Mannschaft zu sein."

Wahrscheinlich ist es dieser Typ Profi, der einen nicht geringen Anteil am derzeitigen Erfolg des FCA hat. Die Nicht-Stammspieler, die auch bei wiederholten Enttäuschungen, die bei 33 Profispielern unausweichlich sind, ohne Murren weitermachen, aber die taktische Variabilität garantieren. Während bei Dortmund jeder Spieler hohe individuelle Qualität hat, ist beim FCA nur die Mannschaft der Star.

Trainer Manuel Baum hält auf jeden Fall viel von Moravek und war darum mit dessen Vertragsverlängerung im Januar bis 2020 einverstanden. "Er ist ein wichtiger Teil, egal, ob er eingewechselt wird, über 90 Minuten spielt oder mal nicht im Kader ist. Trotzdem bringt er Top-Trainingsleistungen. Ich bin sehr froh, ihn als Spieler und Mensch zu haben."

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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