Donnerstag, 14. Dezember 2017

15. Oktober 2017 22:12 Uhr

FCA II gegen 1860

Hochrisikospiel in Augsburg: Polizei setzt Pfefferspray gegen Fans ein

Schon vor dem Hochrisikospiel zwischen dem FC Augsburg II und 1860 München musste die Polizei die verfeindeten Fanlager trennen. Am Abend eskalierte die Situation.

i

In Augsburg ist das Polizeiaufgebot wegen des Spiels zwischen dem FCA II und 1860 München heute groß.
Foto: Peter Fastl

Es war am Sonntag kurz vor 19 Uhr, als die Einsatzleitung der Augsburger Polizei glaubte, durchatmen zu können. Der Tag mit dem Hochrisikospiel zwischen dem FC Augsburg II und dem TSV 1860 München schien glimpflich zu Ende gegangen zu sein. Der Zug mit fast allen Löwen-Ultras hatte gerade den Augsburger Hauptbahnhof verlassen, ohne dass es zu einem Aufeinandertreffen der beiden verfeindeten Fanlager gekommen war, als es in der Nähe der Maxstraße doch noch einen Zusammenstoß gab.

Ultras beider Lager waren auf der Augsburger Flaniermeile aneinandergeraten. Die Polizei ging dazwischen, es kam zu einer kurzen Verfolgungsjagd, bei der auch Beamte tätlich angegangen wurden. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Am Ende gab es acht Verletzte, hauptsächlich durch das Pfefferspray. Die Polizei stellte bei rund 40 Personen, vor allem aus der Augsburger Ultraszene, die Personalien fest. Die Maxstraße war von Einsatzfahrzeugen der Polizei und der Sanitäter längere Zeit blockiert.

„Leider kam es am Ende doch noch zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, auch gegen Polizeibeamte“, bedauerte der Augsburger Polizeidirektor Peter Trippmacher. Der genaue Hergang müsse aber erst noch rekonstruiert werden.

FCA II gegen 1860: Schon vor dem Derby gab es 17 Festnahmen

Es war das unrühmliche Ende eines Tages, der bei der Polizei ganz im Zeichen des Hochrisikospieles gestanden hatte und bis zum Abend halbwegs in friedlichem Rahmen abgelaufen war. Beide Fanszenen sind traditionell verfeindet und nutzten das Aufeinandertreffen in der vierten Liga, um vor dem Spiel Stimmung zu machen. Die Löwen sprachen von einer Invasion in Augsburg. Der harte Kern der Münchner hatte im Vorfeld angekündigt, sich am Vormittag am Königsplatz zu treffen. Die Augsburger Ultras wollten das verhindern, indem sie diesen ab 10.30 Uhr besetzt hielten.

Das Großaufgebot der Polizei hatte dann auch einiges zu tun, um die Fan-Lager auseinanderzuhalten. Die rund 350 Löwen-Ultras, die mit dem Zug angereist waren, wurden am Hauptbahnhof festgehalten. Allerdings gelang es immer wieder kleinen vereinzelten Gruppen aus beiden Lagern, in einem Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei sich doch zu Schlägereien zu treffen. Insgesamt kam es vor dem Spiel zu 17 Festnahmen.

Trotzdem zog Einsatzleiter Bernd Waitzmann um 14 Uhr ein positives Zwischenfazit. „Obwohl wir einige Straftaten und Sicherheitsstörungen zu verzeichnen hatten, ist unser Konzept der konsequenten Fan-Trennung größtenteils aufgegangen.“

Die 60er-Fans wurden mit Bussen und Straßenbahnen zum Stadion gebracht, die FCA-Ultras sammelten sich und marschierten zur Arena. Die Bilanz der Anreise: ein lahmgelegter Bus durch die Münchner, ein Flaschenwurf auf eine Straßenbahn, die mit Löwen-Ultras besetzt war, durch die Augsburger.

FC Augsburg II siegt gegen die Löwen - vor einer Rekordkulisse

Im Stadion hatten die rund 10.000 Löwen unter den 21.219 Zuschauern weitestgehend das Sagen. Es war ein neuer Zuschauerrekord für die Regionalliga Bayern. Der alte mit 15.224 Besuchern stammt aus dem Jahr 2015, der Partie zwischen Jahn Regensburg und dem FC Bayern II.

So gut die Stimmung im Stadion auch war, so ärgerlicher waren Aktionen der 60er-Ultras, die nicht darauf verzichten wollten, zahlreiche Pyrostäbe im Gästeblock abzubrennen. Grund zum Jubeln hatten am Ende aber die FCA-Fans. Efkan Bekiroglu (41./65.) und Artur Mergel (61.) erzielten beim 3:2-Sieg die Augsburger Tore, für die Löwen trafen Markus Ziereis (64.) und Nicholas Helmbrecht (82.). Den Spielbericht lesen Sie hier.

Nach dem Spiel hielt die Polizei die Löwen-Ultras im Gästeblock zurück, brachten sie dann hauptsächlich mit Shuttle-Bussen direkt zum Augsburger Hauptbahnhof, verhinderte so ein Aufeinandertreffen mit den Augsburgern. Die Taktik der Polizei war aufgegangen, bis es Abend wurde.

i

Schlagworte

Polizei | Augsburg | Jahn Regensburg

Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga