Dienstag, 16. Januar 2018

13. Januar 2018 06:28 Uhr

Wertingen

Die Zukunft des Sterbens

Die Hospizgruppe Wertingen/Höchstädt lädt zu einer Veranstaltung mit Prof. Dr. Werner Schneider ein.

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 „Ich sterbe, wie ich gelebt habe – über meine Verhältnisse.“ Dieses kurze Resümee zog, am Ende eines rauschenden Lebens, völlig verarmt, der erste und wohl berühmteste Dandy, der englische Schriftsteller Oscar Wilde. Wie wollen, wie werden wir morgen sterben? Angesichts einer florierenden „Gesundheitsgesellschaft“, in der scheinbar ewige Jugendlichkeit suggeriert und entsprechend vermarktet wird, rückt das Lebensende und die Art, wie das Leben zu Ende geht, scheinbar in den Hintergrund. Mittlerweile aber hat auch in diesem sensiblen Bereich die Wirtschaft eine starke Einkommensquelle entdeckt und einen lukrativen Markt entwickelt. Neben der Geburt wird nun auch der Tod zum Geschäft. Der Tod wird „gestaltet“.

Prof. Dr. Werner Schneider, der am Mittwoch, 24. Januar, auf Einladung der Hospizgruppe Wertingen/Höchstädt einen Vortrag „Zur Zukunft des Sterbens – Hospizarbeit in der Gesellschaft von morgen“ zugesagt hat, wird sein Hauptaugenmerk auf die ehrenamtliche Hospizarbeit richten.

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Der Referent sieht diese als „Bürgerbewegung“ und bezeichnet die Hospizbewegung als Teil des umfänglichen Sicherheitsversprechens der modernen Gesellschaft, „dass egal, was passiert, es Menschen gibt, die vorbehaltlos helfen“.

Die Zukunft des Sterbens – unter diesem Stichwort wird Prof. Dr. Schneider auch auf die sich stark ändernden Herausforderungen an die Hospizbewegung eingehen. In der modernen Gesellschaft nimmt nicht nur eine immer größere Gruppe älterer Menschen Platz, sondern die soziale Struktur heterogener Gruppierungen bildet ein immer komplexeres Konglomerat, in dem es gilt, die Schere sozialer Ungleichheiten so weit wie möglich zu schließen. Diesen Kraftakt vermag keine staatliche Lenkung, sondern ist eine Daueraufgabe zivilgesellschaftlichen Engagements.

Schneider spricht in diesem Zusammenhang der Hospizbewegung eine Schlüsselrolle zu. Ihre Aufgabe sieht er in der Überwindung der Ungleichheiten und im Durchbrechen der sozialen Schichten. Es wird interessant sein, welche Möglichkeiten und Wege er an diesem Abend aufzeigen wird, vor allem, was die neue Rolle der Hospiz innerhalb der Palliativmedizin und in den formalen Strukturen der Gesundheitsbürokratie angeht.

Prof. Dr. Werner Schneider beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit bürgerschaftlichem Engage-ment, hier insbesondere mit der Ehrenamtlichkeit der Hospizarbeit. Er ist Professor für Soziologie, Inhaber des Lehrstuhls Soziologie und Philosophie an der Universität und seit 2011 Vizepräsident der Universität Augsburg. Seine intensive Beschäftigung mit der Hospizarbeit und dem Ehrenamt liegt in einem seiner Forschungsschwerpunkte begründet, der die Soziologie der privaten Lebensformen und der Lebensalter fokussiert. Schneider ist unter vielem anderen Mitglied der Arbeitsgruppe „Palliativmedizin in Deutschland“ und Mitglied des Akademierates der Deutschen Hospiz- und Palliativakademie. Schließlich leitet er das erste bundesweit angelegte Forschungsprojekt „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit“. Forschungsziel besteht für die Praxis darin, ehrenamtliche Arbeit und damit die Hospizvereine als Organisationsform bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamtlichkeit zu stärken.

Der Vortrag mit Prof. Dr. Werner Schneider findet am Mittwoch, 24. Januar, um 19 Uhr im Pfarrsaal St. Martin in Wertingen (Pfarrgasse) statt. Der Eintritt ist frei, die Hospizgruppe freut sich über eine Spende. (pm)

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