Mittwoch, 26. April 2017

24. April 2017 09:32 Uhr

Hepatitis B und C

Leberentzündung: Ansteckende Hepatitis bleibt oft unentdeckt

Die Leberentzündung wird durch Nadeln, Blut oder Sperma übertragen. Rund 325 Millionen Menschen weltweit sind mit Hepatitis infiziert, bei vielen bleibt die Entzündung sogar unerkannt. Die WHO will das ändern.

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Gegen Hepatitis kann man sich impfen lassen, trotzdem sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit rund 325 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B oder Hepatitis C infiziert. Viele der Erkrankten wissen wohl gar nicht, dass sie an Hepatitis erkrankt sind. «Wenn die Menschen nicht behandelt werden, sind sie in Lebensgefahr.», so Gottfried Hirnschall, der Leiter des WHO-Hepatitis-Programms. Von denen, die ihre Diagnose kennen, erhält wiederum nur ein Bruchteil Medikamente, berichtete die WHO am Freitag in Genf. 

Hepatitis: Leberentzündung hat unterschiedliche Ursachen

Als Hepatitis wird eine Erkrankung der Leber bezeichnet. Meist handelt es sich um eine Entzündung der Leber, die sogar tödliche Folgen haben kann, weil es zu einer Leberzirrose oder Leberkrebs kommen kann. Eine Leberentzündung kann in zwei Arten Verlaufen: akut und chronisch. Von einer chronischen Leberentzündung spricht man wenn die Krankheit länger als sechs Monate anhält. Hepatitis hat unterschiedliche Urachen. Sie kann von Prellungen ausgelöst werden, die zu Blutstau führen, aber auch durch Viren kann die Krankheit ausgelöst werden. Es gibt unterschiedliche Typen der Krankheit, von Hepatitis A bis E.

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Hepatitis: Leberentzündung ist besonders für Süchtige ansteckend

Die WHO konzentriert sich in ihrem Bericht auf die chronische Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV), weil diese beiden Formen 96 Prozent der Todesfälle ausmachen. Die WHO-Region Europa sei bei Hepatitis C stark betroffen, weil dort viele Süchtige lebten, die sich Drogen spritzten und oft untereinander Nadeln austauschten. Hepatitis B ist hochgradig ansteckend, laut der deutschen Leberstiftung ist Hepatitis B sogar 100 mal infektiöser als HIV. Man kann sich über Blut, Sperma oder Speichel anstecken. Im Gegensatz zu Hepatitis B, wird Hepatits C hauptsächlich über Blutkontakt übertragen, so die deutsche Leberstiftung. Hauptinfektionsgrund sind hier inifizierte Nadeln.

Hepatitis: 325 Millionen Menschen weltweit infiziert

«Hepatitis stellt ein bedeutendes weltweites Gesundheitsproblem dar», sagte Gottfried Hirnschall, der Leiter des WHO-Hepatitis-Programms. 2015 seien 1,3 Millionen Menschen weltweit gestorben. Es ist das erste Mal, das die WHO solche Schätzungen nach Regionen aufgeteilt veröffentlicht.

Die WHO-Region Europa ist bei Hepatitis-C-Infektionen hinter der Region Östliches Mittelmeer von Afghanistan bis Jemen am stärksten betroffen, geht aus dem Hepatitis-Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Die Region reicht von der EU über Russland bis Usbekistan und Kirgistan.

Mit dem Regionen-Vergleich will die WHO den Erfolg ihrer Kampagnen zur Eliminierung der Infektionen bis 2030 messen. Nach Hirnschalls Angaben kann die Epidemie gestoppt werden. Gegen Hepatitis B gebe es eine erfolgreiche Impfung, gegen Hepatitis C eine nur noch rund 200 Dollar teure dreimonatige Behandlung, die Infizierte heile. Bei Hepatitis B sei eine lebenslange Behandlung nötig.

WHO warnt: Hepatitis bleibt noch zu oft unerkannt

Die größte Herausforderung sei es die Menschen überhaupt zu erreichen, meint die WHO. Derzeit erhalten dem Bericht zufolge weniger als zehn Prozent der Betroffenen, die eine Diagnose haben, Medikamente. Und oft bleibt Hepatitis wegen mangelnder Aufklärung jahrelang unerkannt. Von den chronisch Hepatitis-B-Kranken wissen demnach nur 9 Prozent überhaupt, dass sie infiziert sind. Bei Hepatitis C sind es rund 20 Prozent.

Nach 20 oder 30 Jahren vernarbe dann die Leber und es könne sich Krebs entwickeln, sagte WHO-Hepatitis-Experte Yvan Hutin. Menschen stecken sich demnach vor allem durch Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten oder beim Sex an. Hepatitis C bekommen zudem oft Drogensüchtige, die ihre Nadeln untereinander austauschen.

Hepatitis besonders in der Drogenszene verbreitet

In der WHO-Region Europa lebten mit fast vier Millionen Betroffenen die mit Abstand meisten Süchtigen, die sich Drogen spritzen, hieß es. Auf sie gehe ein beträchtlicher Teil der Infektionen zurück. 14 Millionen Menschen seien in der Region mit Hepatitis C infiziert, 15 Millionen mit Hepatitis B. In Deutschland kommt Hepatitis B nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin relativ selten vor.

 In der Region von Afghanistan bis Jemen sind dem WHO-Bericht zufolge mangelnde Hygienevorkehrungen im Gesundheitswesen die häufigste Ursache für Hepatitis-C-Übertragungen. 15 Millionen Menschen sind dort betroffen - so viele wie sonst nirgendwo. Hepatitis B kommt vor allem in der Westpazifikregion vor: 115 Millionen Menschen seien dort infiziert, so die WHO. Trotzdem möchte die WHO die Infektionen bis 2030 reduzieren und bestenfalls sogar eliminieren. dpa/AZ

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