Freitag, 24. November 2017

09. April 2017 14:00 Uhr

Waltershofen

Die Bürger dürfen ihr Wappen wählen

Warum der Ortsteil von Meitingen bisher keines besitzt und welche Elemente dafür infrage kommen Von Elli Höchstätter

i

Maximilian Braun hat die Abstimmung über ein Wappen für den Meitinger Ortsteil Waltershofen mit vorangetrieben. Bald gehts für die Bürger an die Urne.
Foto: Marcus Merk

Jetzt sind die Waltershofer am Zug. Sie können bestimmen, wie das Wappen für ihren 750 Einwohner zählenden Ort einmal aussehen soll. Ende Mai dürfen sie unter fünf Entwürfen wählen und ihren Favoriten küren.

„Die Idee für das Wappen ist schon alt“, erklärt Maximilian Braun, der von klein auf in den Ortsvereinen eingebunden ist. Der 23-Jährige, der Wirtschaftsingenieurwesen studiert, steht an der Spitze einer Bewegung von drei Vereinen in dem kleinen Ort, die das Projekt vorantreibt. „Wir sind der einzige Ortsteil von Meitingen, der kein eigenes Wappen hat“, erklärt er. Der Grund: Das Dorf war nie selbstständig und durfte deshalb auch kein eigenes führen. Doch inzwischen besteht die Möglichkeit, auch eingemeindeten Ortsteilen wie Waltershofen ein solches zu stiften. Aus diesem Grund haben Braun und seine Mitstreiter den Wunsch nun wieder aufgegriffen und weiterverfolgt.

ANZEIGE

Doch so ein Wappen lässt sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln. Um es zu gestalten und zu entwerfen, sind intensive Recherchen nötig. Schließlich muss geklärt werden, was darauf zu sehen sein soll und ob das dann auch historisch belegt werden kann.

Wie viel Arbeit dahinter steckt, erlebte auch Braun. Zunächst machte er sich alleine an die geschichtliche Recherche, unter anderem bei Johannes Mordstein vom Stadtarchiv Wertingen. Weitere Quellenarbeit in anderen Archiven erwies sich jedoch als zunehmend schwierig, vor allem, weil er die alten Schriften nicht lesen konnte. Den entscheidenden fachmännischen Beitrag lieferte dann die Kreisheimatpflegerin Claudia Ried, die in den vergangenen anderthalb Jahren in den Archiven in Augsburg und München forschte und viele Originalquellen sichtete.

„Die geschichtliche Grundlage ist nicht sehr breit“, sagt Braun. Dabei gibt es den Ort schon sehr lange. Im Jahre 1280 wird er erstmals in Aufzeichnungen der Herren der Burg Donnersberg bei Nordendorf erwähnt. Waltershofen war ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, in dem der Lech eine wichtige Rolle spielte. Außerdem hätten die Bürger in dem Ort schon immer ein starkes Bedürfnis nach Selbstbestimmung gehabt. „Das zieht sich durch die Geschichte“, sagt der 23-Jährige. Fest steht auch, dass kein Adelsgeschlecht über einen längeren Zeitraum hinweg bestimmend für den Ort war wie beispielsweise die Fugger für Biberbach.

Diese Grundlagen und weitere Details werden zur grafischen Ausgestaltung einem Heraldiker, einem Fachmann für Wappenkunde, vorgelegt. Der Experte soll anhand dieser Daten Entwürfe für ein Waltershofer Wappen entwerfen. Dabei hat jedes kleine Element seine Bedeutung.

Das beginnt schon bei den Farben. Weil Waltershofen einige Zeit zum weltlichen Herrschaftsgebiet des Bischofs von Augsburg gehörte, kämen beispielsweise Rot und Weiß infrage, weil diese für das Hochstift Augsburg stehen. Möglich wäre auch Grün, weil dies für eine landwirtschaftliche Prägung stehe oder Blau für den Lech, erklärt Braun. Als Motiv käme auch der Fluss infrage, wie es auch im Wappen von Gersthofen oder Langweid der Fall ist. Im Wappen von Meitingen ist dagegen der Lechkanal symbolisiert.

Braun hält auch den Heiligen Nepomuk für ein „sehr interessantes Motiv“. Mit dem Brückenheiligen könnte man einen weiten Bogen zum Lech spannen, aber auch zur Grenze, die überbrückt wird, erklärt er. Immerhin stelle der Lech die Dialektgrenze dar, und das Verbindende – sprich die Lechbrücke – befindet sich auf Waltershofer Flur.

Bei der Einweihung der Brücke im Jahr 1910 stiftete Prinzregent Luitpold von Bayern eine Statue des heiligen Nepomuk, die noch heute auf der Westseite der Brücke zu sehen ist, sich derzeit aber wegen der Bauarbeiten in Verwahrung befindet. Der heilige Nepomuk wird auf den Wappen übrigens als eine stilisierte Zunge mit einem Heiligenkranz aus fünf Sternen dargestellt.

Derzeit arbeite der Heraldiker noch an den Entwürfen, erklärt Braun. Im Rahmen des 20-jährigen Bestehens des Bürgerhauses in Waltershofen, das vom 26. bis 28. Mai gefeiert wird, wird es am Freitag, 26. Mai, um 19 Uhr einen Infoabend rund um das neue Wappen geben, bei dem auch die fünf Entwürfe vorgestellt werden.

Für ihren Favoriten abstimmen können die Waltershofer dann von Freitag bis Sonntagmittag mit speziellen „Wappen-Abstimmzetteln“, die jeder Haushalt im Vorfeld erhält. Diese liegen den Flyern zur Veranstaltung bei, die für das Bürgerhausjubiläum an alle Waltershofer Haushalte verteilt werden. Welcher Entwurf gewonnen hat, wird am Festsonntag um 13 Uhr bekannt gegeben.

i

Ihr Wetter in Augsburg-Land
24.11.1724.11.1725.11.1726.11.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter4 C | 15 C
1 C | 8 C
0 C | 4 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

Jobs in Augsburg


Alle Infos zum Messenger-Dienst

Beilage: Ferien Journal

Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region

Mitmachen und gewinnen!


Partnersuche