Montag, 19. Februar 2018

15. September 2011 00:09 Uhr

Kreis Augsburg

Kinder protestieren gegen rasende Eltern

Schüler der Gersthofer Mozartschule fürchten sich vor den „Mama-Taxis“. Immer mehr Mütter und Väter bringen ihren Nachwuchs mit dem Auto und sorgen für Gefahr. Von Jana Tallevi und Gerald Lindner

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Landkreis Augsburg Es ist immer wieder das gleiche Bild an der Mozartschule in Gersthofen: Viele Eltern, die als „Mama-Taxis“ ihre Kinder bis vor die Schultüre fahren, verursachen regelmäßig ein wahres Verkehrschaos in der Jahnstraße. „Erfahrungsgemäß sind die Hauptursache für die Behinderungen und die gefährlichen Situationen wirklich Väter und Mütter, die es eilig haben“, sagt Rektorin Ingrid Homölle. Dem wollen die Buben und Mädchen einen Riegel vorschieben: Am ersten Schultag fingen sie an und noch bis zum Ende dieser Woche demonstrieren sie täglich ab 7.30 Uhr gegen den Verkehr und für eine autofreie Zone rund um die Mozartschule.

Die Schüler haben selbst Plakate gemalt und geschrieben, die sie vom Schulgrundstück aus den Autofahrern präsentieren. Darauf appellieren sie unter anderem, auf Schulkinder zu achten. „Wir wollen das regelmäßig wiederholen, um die Eltern zu sensibilisieren“, sagt Ingrid Homölle. „Leider sind wir zur Selbsthilfe gezwungen“, klagt sie.

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Appelle in Rundschreiben oft ohne Erfolg

Mehrmals im Jahr appellieren sie und der Elternbeirat in Briefen an die Väter und Mütter, nicht bis vors Schulhaus zu fahren – ohne spürbaren Erfolg: „Die Jahnstraße ist morgens und mittags zugeparkt und verstopft.“ Den Kindern werde dadurch beim Überqueren die Sicht oftmals versperrt, sie werden gefährdet. Die Stadt sei bislang nicht in der Lage gewesen, sinnvolle Abhilfe zu schaffen, so Ingrid Homölle weiter. Mit den ersten Demonstrationen ist sie zufrieden: „Wir werden das regelmäßig wiederholen.“

Grundsätzlich positiv bewertet Bürgermeister Jürgen Schantin diese Aktion. „Wenn die Initiative von den Schülern selbst kommt, ist mir das sehr recht: vielleicht können diese ihre Eltern sensibilisieren.“ Sollte der Einsatz der Schüler nichts bewirken, will er künftig wieder die Verkehrsüberwachung verstärkt zur Mozartschule schicken. „Notfalls werden auch Knöllchen verteilt“, so Schantin. „Aber allein mit der Verkehrsüberwachung können wir das Problem nicht bewältigen.“ Und mit diesem ist die Stadt Gersthofen nicht allein:

Neusäß Zu schnell durch einen verkehrsberuhigten Bereich fahren auch viele Eltern und Anlieger bei der Grundschule bei St. Ägidius an der Bürgermeister-Kaifer-Straße in Neusäß. Verschiedene Lösungen, von der Sperrung bis zu teilweisen Umbauten, wurden in den vergangenen Jahren erwogen und teilweise getestet: ohne wirklichen Erfolg.

Jetzt ruhen die Hoffnungen auf einem Tempolimit

Nun soll, so hat der Planungsausschuss des Stadtrates beschlossen, für ein Jahr versuchsweise Tempo 20 anstatt des verkehrsberuhigten Bereichs eingeführt werden. Dann können dort auch Tempokontrollen durch die Polizei oder den kommunalen Verkehrsüberwachungsdienst stattfinden.

Diedorf „Bitte bringen Sie ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule. Der Schulweg zu Fuß gehört zum Selbstständigwerden dazu“, hat Schulleiter Walter Mair am Dienstag an die Eltern der neuen Erstklässler appelliert. Auch hier mit wenig Erfolg: Gerade am Stieglitzweg am Eingang der Grundschule kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil die jüngeren Kinder zwischen den vielen an- und abfahrenden und parkenden Autos hindurch über die Straße gehen müssen.

Hinzu kommt das Problem der fehlenden Schülerlotsen rund um die Schule: Schon im zweiten Jahr gibt es in Diedorf selbst keine Schulweghelfer mehr. Jedes Jahr wieder ist Elternbeirat Wolfgang Hurler aktiv, um Eltern von Schulanfängern zu diesem Dienst, üblicherweise handelt es sich um 20 Minuten alle zwei Wochen, zu aktivieren. Irgendwann hätte er sich aber dann ganz allein jeden Morgen an den Straßenrand stellen müssen. „Das geht mal eine Woche, aber nicht auf Dauer“, so Hurler. Dabei wären die Lotsen so wichtig.

Viele Jahre lang war Walter Käfferlein von der Polizeiinspektion Zusmarshausen dafür verantwortlich, dass Hunderte Grundschüler gut durch den Verkehr kamen. Er warnt davor, Kinder bis zehn Jahre zu überfordern. „Je mehr Verkehr vor einer Schule stattfindet, desto größer sind die Gefahrenpunkte dort“, so Käfferlein. Im Idealfall sollten Eltern ihre Schulanfänger zumindest ein Stück weit zu Fuß auf dem Schulweg begleiten, um sie dann möglichst in die Obhut eines Schülerlotsen zu entlassen. „Es gibt keinen sichereren Übergang als den mit Schulweghelfern“, weiß Polizist Käfferlein aus Erfahrung.

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