Freitag, 28. Juli 2017

29. Juli 2013 00:31 Uhr

Bildung

Talentschmiede mit Stundenplan

Das Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß schneidet bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“ stets außergewöhnlich gut ab. Kein Zufall, wie die Lehrer berichten

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Die Betreuungslehrer Winfried Weiser und Carlette Sandu freuen sich über die cleveren Jugendlichen.
Foto: Marcus Merk

Neusäß Es wäre eine ziemliche Untertreibung, würde man behaupten, dass das Liebig-Gymnasium in Schul-Wettbewerben stets ganz gut abschneidet. Seit Jahren schon tummeln sich die Schüler auf den ersten Plätzen von „Jugend forscht“, „Jugend debattiert“ und anderen Wettkämpfen dieser Art. Das könnte Zufall sein – ist es aber nicht. Die Schule nehme die Wettkämpfe sehr ernst und arbeite explizit auf solche Erfolge hin, bestätigt Winfried Weiser. Weiser unterrichtet Deutsch und Religion am Liebig-Gymnasium – und er ist an der Schule zusammen mit einer Kollegin zuständig für „Jugend debattiert“.

Vielleicht sagt alleine eine Betreuung durch gleich zwei Lehrer etwas aus über die Wertigkeit, die der Wettstreit für die Schule hat. Die Erfolge jedenfalls sind da. „Statistisch gesehen sind wir die erfolgreichste Schule bei Jugend debattiert“, sagt Weiser nicht ohne Stolz. Er meint damit: In den vergangenen Jahren hat keine andere Schule in Bayern ähnlich gut abgeschnitten. 2013 gewann beim Landesentscheid Liebig-Schüler Konstantin Adrianowytsch in den Jahrgängen der Klassen acht bis zehn. Beim Bundesentscheid in Berlin wurde er Fünfter – von 16000 Teilnehmern, die insgesamt an allen Wettbewerben teilnahmen.

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Ein Jahr zuvor gewann die damals 16-jährige Anne Hilsberg den Wettkampf in Bayern in ihrer Altersklasse. Frederika Hartmuth wurde Dritte. Sie kam ebenfalls vom Liebig-Gymnasium. Die Liste ließe sich lange fortführen – 2008 etwa wurde Neuntklässlerin Hanna Starz Zweite in Berlin. Die Frage bleibt, was genau die Schule dafür tut, dass ihre Schüler so gut abschneiden. Weiser überlegt nicht lange: „Wir haben die Vorbereitung dazu auf eine professionelle Basis gehoben.“ Die Schüler würden nicht nur umfangreich trainiert – sondern der Debattenwettbewerb auch in den Unterricht integriert.

„Die Schüler bekommen eine Lerneinheit von insgesamt zwölf Schulstunden, um das Debattieren zu lernen“, erklärt Weiser, was hinter der professionellen Basis steckt. Danach gebe es noch einen Probelauf von einer Woche. Und schließlich einen Test, bei dem die Schüler gegeneinander debattieren. Dafür werden sie auch von Weiser benotet. „Das ist wie eine normale Schulaufgabe“, sagt der Lehrer.

Auch bei „Jugend forscht“ hagelt es Preise für die Schüler

Die anderen Wettbewerbe werden ähnlich intensiv vorbereitet. Lehrerin Angelika Graba lehrt nicht nur Biologie und Chemie, sondern auch, was man für „Jugend forscht“ mitbringen muss. Das Ergebnis: Erfolge, und zwar seit Jahren schon. Erst vor ein paar Monaten trat der 17-jährige Maximilian Reif in der Kategorie Technik an. Er hatte zusammen mit Michael Stark einen Hubschrauber entwickelt, der vier Propeller hat und daher nur schwer abstürzen kann. Sie tauften ihn „Safecopter“ und gewannen in Berlin. Reif kommt – na klar – von der Liebig-Schule.

Mathelehrerin Carlette Sandu bietet nicht nur einen „Mathe-Plus-Kurs“ für sehr begabte Schüler an – sondern möchte diese damit auch für Wettbewerbe wie „Känguru“ oder „Pangea“ fit machen. Einen „Wettbewerbskurs“ nennt die Lehrerin das. 20 Teilnehmer des Kurses nahmen seit 2011 am Comenius-Projekt der Europäischen Union teil und wurden mit ihren Forschungen zum Möbius-Band im Juni 2013 zum „Projekt des Monats“. Es gebe unzählige Projekte, erklärt Sandu – „da ist die Auszeichnung schon etwas Besonderes.“

Wenn es nach Weiser geht, wird zumindest die Vorbereitung zu „Jugend debattiert“ noch weiter mit dem Schulunterricht verzahnt. So soll die Vorbereitung auf den Wettbewerb auch in gesellschaftswissenschaftlichen Fächer und in den Fremdsprachen laufen. „Die Schüler profitieren davon“, ist sich der Lehrer sicher. „Auch für das spätere Berufsleben.“ »Kommentar

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Jugend forscht | Neusäß | Berlin | EU

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