Freitag, 15. Dezember 2017

31. Dezember 2015 07:39 Uhr

Region Augsburg

Warum der Begriff "Greater Munich" inzwischen endgültig ausgedient hat

Es läuft in der Wirtschaft in der Region Augsburg. Dafür gibt es Gründe, auch München hat etwas damit zu tun. Ein Anhängel ist Nordschwaben aber definitiv nicht mehr.

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Es läuft: Die wirtschaftliche Entwicklung des Wirtschaftsraums Augsburg ist positiv. Der sechsspurige Ausbau der A 8 (hier bei Neusäß) hat einen zusätzlichen Schub gegeben.
Foto: Silvio Wyszengrad

Es ist ein paar Jahr her, da galt der Wirtschaftsraum Augsburg als Region, in der sehr viel geklagt wurde. Die Nähe zur Landeshauptstadt München wirkte erdrückend, konjunkturell lief es vor Ort keineswegs rund. Das Denken in den Köpfen hat sich gewandelt. Selbstbewusstsein macht sich breit. Zuversicht prägt die Einstellung. Es passt ins Bild, dass zum Jahreswechsel führende Vertreter der Wirtschaftskammern und Gewerkschaften auf gemeinsamem Kurs liegen. „Es läuft in der Region“, lautet unabhängig voneinander befragt die Botschaft.

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK), sagt: „Der Wirtschaftsraum ist gut aufgestellt. Die Unternehmen sprechen von einer sehr guten Beschäftigungssituation. Gerade im Handwerk sind die Betriebe des Bau- und Ausbaugewerbes gut ausgelastet. Der Bau boomt geradezu und wo gebaut wird, rührt sich etwas.“ Auch in der Industrie und im Handel wird der Aufschwung bestätigt. „Die Situation ist besser als gedacht“, sagt Peter Lintner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK).

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In jüngsten Umfragen bewerten die Firme ihre wirtschaftliche Lage als erfreulich. Es gebe einen hohen Auftragsbestand. Davon profitieren die Beschäftigen. Erfreuliche Zahlen lassen sich auf dem Arbeitsmarkt ablesen. Die Erwerbslosenquote ist im bundesweiten Vergleich gering. Helmut Jung, Regionsvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sieht keinen Grund zur Klage: „Die wirtschaftliche Entwicklung ist in unserer Region stabil. Die Beschäftigung ist gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken und dank des Mindestlohns sind die Einkommen der Geringverdiener gestiegen.“

Die Verkehrsanbindung ist nahezu abgeschlossen

Womit ist die Entwicklung zu begründen? Darauf gibt es Antworten der Wirtschaft: Entscheidend sei der Ausbau der Infrastruktur. Die überregionale Verkehrsanbindung ist nahezu abgeschlossen. Der Ausbau der sechsspurigen Autobahn von Augsburg aus in beide Fahrtrichtungen ist abgeschlossen. Auch im Bahnverkehr habe sich in Richtung München vieles verbessert, heißt es. Ihre Stärken beziehen heimische Unternehmen durch die Qualität ihrer Mitarbeiter, wird betont. Der Produktionsstandort Augsburg spiele weiter eine zentrale Rolle. Vieles spiele sich in den Köpfen ab. Selbstbewusstsein kann auch von anderer Stelle kommen, betont die Wirtschaft. Nicht zuletzt die sportlichen Erfolge des FCA hätten hier für einen immensen Schub gesorgt.

Die Nähe zu München ist ein Vorteil

„Augsburg hat die Rolle des drittgrößten Wirtschaftsraums in Bayern ausgebaut“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank. Das Schlagwort „Greater Munich“ hat nach allgemeiner Einschätzung ausgedient. Man sehe sich nicht mehr als Anhängsel von München. Die Nähe zu München werde zwar weiterhin als Vorteil gesehen, aber sie kein Kriterium mehr, um damit zu offensiv zu werben. „Die enge Verzahnung zum Großraum München zeigt dagegen Wirkung“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Wagner.

Es war Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der im Sommer die Augsburger aufgefordert hatte, sich von Greater Munich zu verabschieden. Beim Parteitag der Augsburger CSU sagte er: „Wir wollen ein First Class Augsburg und nicht ein Greater Munich.“ Augsburg müsse sich eigener Stärke besinnen und solle sich nicht als Anhängsel eines expandierenden Großraumes München sehen. Vor allem die Entwicklung zur Universitätsklinik werde Augsburg einen weiteren Schub bringen.

Integration gilt als wichtigste Aufgabe

Wenn es nun um die Herausforderungen für 2016 geht, sind sich IHK- und HWK-Vertreter einig: Versorgung und Integration der Flüchtlinge gilt als größte Aufgabe. „Die Wirtschaft spielt hier eine zentrale Rolle, denn Integration gelingt am nachhaltigsten über den Arbeitsmarkt. Hier braucht es ein koordiniertes Zusammenspiel der wichtigsten Kräfte. Das sind Arbeitsagentur, Ämter, soziale Einrichtungen und Kammern“, sagt Wagner. Die IHK hat sich intensiv des Themas angenommen, erläutert Saalfrank. Es gibt einen Fonds von einer Million Euro, mit dem junge Flüchtlinge gefördert werden. Für sie stehen Ausbildungsplätze und Praktikantenstellen zur Verfügung. „Ziel muss es sein, möglichst viele junge Flüchtlinge in Ausbildung zu bringen“, sagt Saalfrank. Einzelne Branchen seien dafür gut geeignet. Nachwuchs werde in Gastronomie, Hotellerie und Logistik benötigt.

DGB-Mann Jung sieht unabhängig von der Flüchtlingsthematik eine große Herausforderung: „Die Fertigstellung und der Bezug des Innovationsparks durch entsprechende Firmen wird eine große Aufgabe werden. Sie wird noch viel Zeit und viele Gespräche in Anspruch nehmen.“

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Michael Hörmann

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