Dienstag, 12. Dezember 2017

11. August 2017 15:13 Uhr

Augsburg

Wohnheim im Bahnpark steht vor dem Aus

Ein Investor möchte das ehemalige Eisenbahner-Übernachtungshaus am Augsburger Bahnpark für Studenten umbauen. Die Stadt will das Projekt aber offenbar nicht genehmigen. Von Eva Maria Knab

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Das frühere Übernachtungshaus für Eisenbahner soll zum Studentenwohnheim umgebaut werden, es gibt bereits einen Investor. Die Stadt will das Projekt nun aber wohl nicht genehmigen.
Foto: Silvio Wyszengrad

Neue Hiobsbotschaft für den Bahnpark Augsburg: Offenbar wird die Stadt ein lange geplantes und bereits finanziertes Investorenprojekt im Bereich des historischen Eisenbahnschaugeländes im Hochfeld nicht genehmigen. Eine Investorengruppe will das frühere Übernachtungshaus für Eisenbahner in ein Wohnheim für Studenten und Auszubildende umwandeln, um bezahlbaren Wohnraum für junge Leute zu schaffen. Nun droht das Vorhaben zu scheitern. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Bahnpark insgesamt kurz vor dem Kollaps steht.

Betreibergesellschaft des Bahnparks richtet Brandbrief an Seehofer

Das voraussichtliche Aus fürs Studentenwohnheim wurde offenbar beim jüngsten Krisentreffen der gemeinnützigen Bahnparkgesellschaft mit Oberbürgermeister Kurt Gribl bekannt. Vonseiten der Stadt will man sich derzeit nicht zu dem neuen Problem äußern. Zu den Gesprächsinhalten sei zwischen den Beteiligten Vertraulichkeit vereinbart worden, teilte der städtische Pressesprecher Richard Goerlich auf Anfrage mit.

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Goerlich kündigte aber einen Fortsetzungstermin der Gespräche innerhalb der nächsten zehn Tage an. Zunächst gehe es darum, "die baurechtliche Klärung für alle Projektteile" auf dem Gelände an der Firnhaberstraße herbeizuführen. Dabei dürfte es auch um ein weiteres Vorhaben in Millionenhöhe gehen: ein Familienhotel rund ums Thema Eisenbahn mit Konferenzbereich, das ein österreichischer Betreiber aufziehen will.

Dass die Stadt das Studentenwohnheim am Bahnpark voraussichtlich nicht genehmigen wird, hatte ein Sprecher der Bayerischen Staatskanzlei in München gegenüber unserer Zeitung durchblicken lassen. Die Betreibergesellschaft des Bahnparks hatte sich zuvor mit einem "Brandbrief" an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt. "Bitte retten Sie eines der größten Eisenbahnmuseen Deutschlands", wurde der Ministerpräsident in dem Schreiben gebeten. Seehofer gilt als großer Eisenbahnfreund. Nach Angaben der Staatskanzlei wird in München derzeit geprüft, ob und welche Unterstützung der Freistaat für das privat geführte Eisenbahnschaugelände leisten kann. Dies werde einige Zeit dauern, da viele Rechtsfragen eine Rolle spielen, so der Sprecher.

Wie geht es mit dem ehemaligen Übernachtungshaus weiter?

Die neuesten Probleme mit dem Studentenwohnheim kann der Geschäftsführer der Bahnparkgesellschaft, Markus Hehl, nicht nachvollziehen. "Wir müssen abwarten, was im Bescheid zum Bauantrag steht." Zu den laufenden Gesprächen mit der Stadt will er sich wegen der vereinbarten Vertraulichkeit nicht äußern. Hehl betont jedoch, dass die Umwandlung des denkmalgeschützen Eisenbahnerübernachtungshauses im Vorfeld mit allen zuständigen Fachbehörden diskutiert worden sei. Themen seien etwa Immissionsschutz, Brandschutz und Denkmalschutz gewesen. Auch das Studentenwerk, die Oberste Baubehörde, und das Tiefbauamt seien abgefragt worden. "Es gab einige Anregungen, die wir umgesetzt haben, aber es gab keine Bedenken", so Hehl. Erst danach sei der Bauantrag eingereicht worden.

Der Bahnpark sucht seit Langem nach einer verträglichen neuen Nutzung für das denkmalgeschützte Gebäude. Nun sollte es für 2,5 Millionen Euro von privaten Investoren modernisiert werden. Ein Verkauf hätte die Bahnpark GmbH auch von den dauernden Unterhaltskosten für den seit rund 20 Jahren leer stehenden Bau befreit.

Der Bahnpark in Augsburg steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Aktuell steckt der Bahnpark insgesamt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und steht kurz vor dem Aus. Der Museumsbetrieb für Besucher ist bis auf Weiteres weitgehend eingestellt, es gibt kaum noch Einnahmen. Hintergrund der Probleme ist ein neues und aufwendiges Genehmigungsverfahren, mit dem niemand gerechnet hatte. Es geht darum, das gesamte Eisenbahnbetriebsgelände mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden und technischen Anlagen dauerhaft in ein Museumsareal umzuwandeln. Zuständig dafür ist die Regierung von Oberbayern. Bei dem Planfeststellungsverfahren arbeitet sie auch mit Behörden der Stadt zusammen. Die Rechtslage auf dem alten Eisenbahngelände gilt als komplex.

Die verfahrene Lage um den Fortbestand des Augsburger Bahnparks macht inzwischen bundesweit Schlagzeilen: Nicht nur die Eisenbahn-Fachpresse, auch zahlreiche regionale und überregionale Medien haben das Thema aufgegriffen. Bislang kamen rund 20.000 Besucher pro Saison auf das Schaugelände an der Firnhaberstraße mit historischen Lokomotiven aus vielen Ländern Europas. Geboten werden Nostalgiefahrten, Museumstage und Feste und Erlebnisgastronomie.

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