Samstag, 25. Juni 2016

24. Dezember 2012 12:04 Uhr

Porträt

Immer in Bewegung

Langeweile gibt es bei den Wantschers aus Lechhausen nicht. Der Alltag der sportbegeisterten Familie wird von Tischtennis, Handball und ihren Katzen bestimmt

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Ruhe und Besinnlichkeit gibt es hier eher selten: Nicht nur die sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis und Handball, sondern auch eine junge Katzenschar hält Familie Wantscher (von links Sandra, Brigitte, Stefan, Melanie und Michael) in Bewegung.
Foto: Wolfgang Diekamp

Von vorweihnachtlicher Atmosphäre ist am Adventssonntag im Hause Wantscher nicht viel zu bemerken. Auf der Kommode steht zwar ein Adventskalender, doch Kerzen, Gestecke oder Weihnachtsschmuck sucht man vergeblich. Mit Ruhe und Besinnlichkeit ist es auch nicht weit her, wenn sich alle fünf Familienmitglieder in der gemütlichen Küchenstube versammeln und von drei aufgedrehten Katzen umgarnt werden, während sich eine Vierte in einer Wurfbox in der Ecke um ihren Nachwuchs kümmert. Doch Familie Wantscher liebt den Trubel – nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern vor allem auch in den Sporthallen in Augsburg und in der Region. Neben den Katzenkindern bestimmen vor allem Tischtennis und Handball den Alltag von Ehepaar Brigitte und Stefan Wantscher sowie den Kindern Melanie (15), Michael (19) und Sandra (21).

Seit Jahren organisiert Brigitte Wantscher das Familienleben ausschließlich im Einklang mit den Rahmenterminkalendern des Bayerischen Tischtennisverbandes und des Handballverbands. Erst wenn Punktspiele, Meisterschaftswochenenden und Ranglistenturniere eingetragen sind, ergänzt sie familiäre Veranstaltungen. „Bei uns kommt es schon vor, dass wir Geburtstage einfach an einem anderen Tag feiern. Kaffeetrinken am Sonntag mit der Familie, das geht meist nicht. Jeder von uns ist irgendwo anders im Einsatz. Wir ordnen dem Sport alles unter“, gesteht Brigitte Wantscher lächelnd, dass bei ihr die sportlichen Verpflichtungen absoluten Vorrang haben. Natürlich mit dem Einverständnis ihrer Familienmitglieder. „Wir haben blindes Vertrauen in die Terminplanung der Mama“, sagt Vater Stefan Wantscher.

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Er weiß, wovon er redet, denn schließlich sind er und seine Frau seit Jahrzehnten im Tischtennissport aktiv – sie als Spielerin, Betreuerin, Spielgruppenleiterin, Jugendleiterin und Trainerin für den Post SV Augsburg und die TSG Augsburg, er nicht nur als Spieler, sondern auch als Spielgruppenleiter, Turnierleiter, Seniorenwart Schwaben und als Beisitzer Seniorensport im Bayerischen Tischtennisverband.

Sogar als die Kinder noch klein waren, tourte das Paar schon von Punktspiel zu Punktspiel. Schließlich spielte die gebürtige Niederbayerin Brigitte Wantscher lange in der Bayernliga und eine noch längere Zeit in der Oberliga. Nach einer einjährigen Pause ist sie in dieser Saison für die Frauen des Post SV Augsburg in der Bezirksliga aktiv. Dort sorgt sie mit ihrer jüngsten Tochter Melanie für Furore. Brigitte Wantscher blieb bisher in allen Einzeln (19:0 Spiele) ungeschlagen und gewann mit Melanie auch alle Doppel (9:0). „Ich bin zurückgekommen, weil ich die Möglichkeit hatte, mit meiner Tochter zu spielen“, begründet Wantscher ihre Rückkehr in den Damensport.

Zu dritt in einer Mannschaft

Zuvor hatte sie bei der TSG Augsburg ein Jahr im Männerteam mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn Michael zusammen in der Bezirksklasse gespielt. Ist das nicht ein bisschen viel Familie auf einmal? „Nein, es war einfach nur schön und angenehm, weil wir viel Zeit miteinander verbringen konnten, da wir in einer Mannschaft unterwegs waren“, sagt Brigitte Wantscher. Und ihr Mann ergänzt schmunzelnd: „Sie hatte zudem eine erstaunlich ausgeglichene Bilanz im mittleren Paarkreuz in der Vorrunde, was diversen Männern gar nicht getaugt hat.“

So ist es kein Wunder, dass auch der Nachwuchs die Sportbegeisterung seiner Eltern vererbt bekommen hat. Begonnen hat jedes Kind mit der Leichtathletik, danach konnte sich jedes selbst für eine Sportart entscheiden. Melanie ist wie die Mutter beim Tischtennis hängen geblieben, aber Sandra favorisiert Handball, weil sie hier von ihrer guten Wurftechnik und Schnelligkeit aus dem Leichtathletik-Training profitiert. „Mit Tischtennis habe ich gar nicht erst angefangen, ich mache Handball lieber“, erzählt die Älteste des Trios, die nicht mehr zuhause wohnt, sich aber um die Katzenfamilie kümmert, wenn der Rest der Wantschers seinen sportlichen Verpflichtungen nachgeht.

„Wir haben versucht, den Kindern mitzugeben, dass sie alles anfangen können, sich dann aber irgendwann entscheiden müssen. Sie sollten über den Sport lernen, dass man sich an Regeln hält, dass man regelmäßig trainiert und dass man für seine Leistung verantwortlich ist. Allerdings ohne Druck, sondern immer mit Spaß“, begründet Stefan Wantscher die Lebensphilosophie der Familie.

Die will seine Frau auch ihren jungen Schützlingen im Tischtennis-Training vermitteln. „Wir wollen bei den Kindern nicht den Leistungssport fördern, sondern dass sie mit Herz bei der Sache sind. Für mich ist es wichtig, dass sie Spaß am Sport haben“, sagt Brigitte Wantscher – so wie sie selbst und ihre Familie.

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Ein Artikel von
Andrea Bogenreuther

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