Donnerstag, 17. August 2017

19. Mai 2017 14:00 Uhr

Firmung

Wer lässt sich heute noch firmen?

Im Landkreis empfangen nicht mehr alle katholischen Jugendlichen das Sakrament. Was Pfarreien tun, um junge Menschen für den Glauben zu begeistern

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Jedes Jahr firmt der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa junge Katholiken. Ein wichtiger Teil der Zeremonie sind das Handauflegen und die Salbung. Dabei zeichnet der Bischof dem Firmling mit Chrisam-Öl ein Kreuz auf die Stirn. 

In die Kirche gehen und beten – für viele Jugendliche klingt das altmodisch. In der Pubertät wird die Auseinandersetzung mit dem Glauben oft zur uncoolen Nebensache. Laut einem Bericht der Deutschen Bischofskonferenz ließen sich 2015 nur noch sieben von zehn Kindern, die die Kommunion empfangen haben, firmen. Auch in den Pfarreien im Landkreis schwankt die Zahl.

„Der Anteil derer, die sich nicht firmen lassen, liegt bei etwa 10 Prozent“, sagt Pfarrer Thomas Schwartz. Das sei noch eine recht erfreuliche Zahl. In seiner Pfarrei in Mering empfangen diesen Sonntag, 21. Mai, 85 Jugendliche das Firmsakrament. 120 wurden angeschrieben, 20 davon werden in der Schule, 15 gar nicht gefirmt. Wie in vielen Pfarreien findet in Mering die Firmung nur alle zwei Jahre statt. Denn laut Diözese müssen es mindestens 50 Jugendliche sein, damit eine Pfarrei eine eigene Firmung feiern kann. Diese Zahl erreichen kleinere Pfarreien aber nur selten.

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Pfarreien entwickeln neue Firmkonzepte

Grund dafür sei oft weniger das Desinteresse seitens der Jugendlichen als vielmehr die Größe der Pfarreien und schwankenden Geburtenraten. „Das merkt man ganz deutlich“, sagt Monika Seibold vom Pfarramt Dasing. Auch hier wird die Firmung nur alle zwei Jahre gefeiert. Im Jahr 2008 habe es mit 110 Firmlingen einen richtigen Aufschwung gegeben. „Das war ein geburtenstarker Jahrgang“, erinnert sich Seibold. „So viele Firmlinge hatten wir in den letzten 20 Jahren nicht.“ Aber tendenziell sei die Zahl eher rückläufig. Waren es im Jahr 2000 in Dasing noch 97, so ließen sich im vergangenen Jahr nur noch 62 Jugendliche firmen.

Um diesem Trend entgegenzuwirken und junge Menschen wieder für den Glauben zu begeistern, entwickelten die Pfarreien in den letzten Jahren neue Firmkonzepte. Und die scheinen aufzugehen. So werden in Merching die Kinder von der Kommunion bis zur Firmung über vier Jahre hinweg begleitet. „Ich halte es für ganz wesentlich, dass der Kontakt nicht abreißt“, sagt Gabriele Binkert, die als pastorale Mitarbeiterin für die Firmlinge in der Pfarrei Merching zuständig ist. „Die Jugendlichen kommen bei uns auch nicht jeden Sonntag in die Kirche, aber durch den lang anhaltenden Kontakt fühlen sie sich als Teil der Pfarrei.“

Seit sechs Jahren gibt es das Konzept, das verschiedene Projekte, ein Firmorientierungswochende, gemeinsame Gottesdienste und eine Wallfahrt beinhaltet. 60 Gläubige engagieren sich ehrenamtlich, um das Konzept zu beleben und weiter zu entwickeln. „Wir spüren nur einen geringfügigen Rückgang bei der Zahl der Firmlinge“, sagt Binkert.

Firmlinge sollen sich bewusst für den Glauben entscheiden

Das bestätigt der Friedberger Kaplan Steffen Brühl. „Bei uns ist die Zahl derer, die sich firmen lassen, relativ konstant“, beteuert Brühl. 63 sind es dieses Jahr. Auch in seiner Pfarrei gibt es ein Konzept, das Jugendliche zu Eigenverantwortung bewegen soll. „Die Firmung ist ein Sakrament der Reife. Die jungen Leute sollen selbst entscheiden, ob sie sich bereit fühlen und das Sakrament empfangen wollen.“ Deshalb findet es Brühl positiv, dass das Firmalter mittlerweile bei 14 Jahren liegt. „Optimal wäre es, gar kein Alter festzulegen und die Jugendlichen selbst entscheiden zu lassen, wann sie sich bereit fühlen.“

Denn beim Firmkurs gehe es nicht nur um die Frage nach Gott, sondern auch um die Auseinandersetzung mit sich selbst und seinem Gegenüber. „Das ist für die Jugendlichen nicht immer einfach“, erzählt Brühl. Aber die Rückmeldung sei insgesamt sehr positiv. „Die meisten sagen, es sei zwar anstrengend, aber es würde ihnen etwas bringen“, weißt der Kaplan. Auch in Friedberg nehmen die Jugendlichen an sozialen Projekten teil und erfahren in dem dreiviertel Jahr Firmvorbereitung, was es bedeutet, als Christ zu leben.

Nicht alle Jugendlichen bleiben dabei

Es gebe in jedem Jahrgang ein paar Jugendliche, die während des Firmkurses aufhören. Dieses Jahr sind es drei. „Ich habe Respekt davor, denn auch diese Jugendliche setzten sich damit auseinander und treffen eine bewusste Entscheidung“, sagt Brühl. Manche fühlten sich noch nicht so weit oder hätten den Kopf nicht frei. Andere könnten sich generell nicht mit dem katholischen Glauben identifizieren.

Aber die meisten Jugendlichen, die die Kommunion empfangen, ließen sich auch firmen. „Friedberg ist in dieser Hinsicht sehr traditionsverhaftet, für die meisten gehört die Firmung einfach dazu“, sagt Brühl. Das sollte aber nicht die einzige Motivation sein. „Die Jugendlichen sollten sich bewusst dafür entscheiden, als Christen leben zu wollen.“

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Ein Artikel von
Felicitas Lachmayr

Günter Holland Journalistenschule
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