Mittwoch, 13. Dezember 2017

09. Mai 2017 00:32 Uhr

Literaturwoche

Familiäre Atmosphäre

Das Lese-Festival sprach mehr Menschen an als erwartet, was auch etwas mit Werbung zu tun hat. Was die Organisatoren im nächsten Jahr vorhaben

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Das höchste der literarischen Gefühle war diesmal rein vom Ort her die Lesung im Münsterturm. Die Macher der Literaturwoche sind sehr zufrieden mit dem Festival. Der Zuspruch war heuer deutlich größer als in den vergangenen Jahren.
Foto: Kathrin Häckert

Ist die Doppelstadt tatsächlich das richtige Pflaster für ein Literaturfestival? Auf jeden Fall, das haben die vergangenen zwei Wochen gezeigt. Diesmal kamen deutlich mehr Menschen als in den vergangen vier Jahren. Auch wenn das Programm der „Literaturwoche Donau 2017“ an jedem einzelnen Tag eine Veranstaltung bot, so mussten die Macher Rasmus Schoell und Florian L. Arnold keinen Durchhänger verkraften: „Es gab keinen Abend unter 50 Besuchern“, bilanziert Arnold im Gespräch mit unserer Zeitung. Lediglich der Lesung im Münsterturm wohnten „nur“ 40 Gäste bei – mehr durften auch gar nicht dabei sein. Die erwartungsgemäß meisten – mehr als 200 Menschen – kamen gleich zu Beginn, als der deutsch-marokkanische Journalist seine Erlebnisse mit Vorurteilen schilderte. Deshalb gibt es für Florian Arnold keine Frage: In Ulm und Neu-Ulm gibt es ein großes Potenzial für eine Literaturveranstaltung dieser Größe. Dass es diesmal besonders gut lief, hat natürlich auch Gründe.

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hat nach Ansicht der Festival-Macher die Werbung, die diesmal professionell organisiert war: Die vielen Plakate machten neugierig. Dafür muste natürlich auch Geld in die Hand genommen werden, denn ehrenamtlich sei das nicht mehr zu bewältigen gewesen. Viel Unterstützung bekamen die Organisatoren aus dem Neu-Ulmer Rathaus, namentlich von Mareike Kuch, Leiterin des Sachgebiets Schule, Sport und Kultur, sowie von Ralph Seiffert, dem zuständigen Sachgebietsleiter. Doch auch die Bürgerstiftung trug ihren Teil dazu bei, dem Festival ein finanzielles Fundament zu geben.

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Ein Erfolgsfaktor scheint zudem zu sein, dass die Veranstaltungen nicht nur rein geistige Genüsse auftischen, sondern auch Essen und Getränke sowie Musik. Arnold: „Deswegen sind die Besucher wesentlich länger geblieben und haben sich noch mit den Autoren unterhalten können. So bekam das Ganze eine entspannte familiäre Atmosphäre – und das war die ganzen zwei Wochen so.“ Was ihn besonders freut, ist der Zuspruch des jungen Publikums, der diesmal sehr ausgeprägt war. „Manche haben gesagt, sie seien noch nie auf einer Lesung gewesen, weil sie immer dachten, das sei so wie in der Schule.“ Das Publikum mische sich sehr gut durch, es seien nicht immer nur die gleichen 50 Leute gekommen.

Für die nächste, die sechste Kulturwoche im kommenden Jahr, wolle Arnold und Schoell noch etwas mehr bieten: eine kleine Buchmesse. Dort finden vor allem hochwertig gestaltete, qualitativ gut gemachte Bücher ihren Platz. Damit tragen die Organisatoren einer Entwicklung Rechnung, die schon in anderen Bereichen zu beobachten war: Es kommt nicht mehr nur auf den Inhalt an, er sollte darüber hinaus schön präsentiert sein, am besten noch handwerklich edel. Arnold vergleicht es mit einem Trend in der Musik, wo die gute alte Schallplatte mit oft aufwendig gestalteten Hüllen wieder mehr Liebhaber findet: „Das Buch ist das neue Vinyl.“ Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Jungen ein E-Book nicht mehr als einen vollständigen Ersatz des gedruckten Werkes ansehen, sondern eher als praktische Ergänzung. Das Bewusstsein für gute Qualität sei am Wachsen. Deshalb wollen er und Schoell bei der Messe regionale Buchkünstler präsentieren, die einem guten Inhalt eine würdige, wertige Verpackung verleihen.

Was die Veranstaltungsorte betrifft, so sollen Ulm und Neu-Ulm möglichst gleich bedacht werden. Nachdem das Festival dort bereits früher zu Gast war, wird wohl nächstes Jahr wieder das Edwin-Scharff-Museum bespielt, das sich derzeit noch als Baustelle präsentiert. Als großartiger Ort hat sich die Galerie im Venet-Haus erwiesen, weil der Hof mit dem Skulpturengarten ohnehin schon ein Erlebnis für sich darstellt. Allerdings gibt es gewisse Grenzen, denn nicht jeder Ort eignet sich für das Festival: „Wir sind große Fans der Naschkatze“, sagt Arnold, „aber mit 20 Leuten ist sie eben schon voll.“

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Ronald Hinzpeter

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