Dienstag, 21. November 2017

04. Februar 2014 21:16 Uhr

Elchingen

Mitarbeiter von Bosch-Rexroth sorgen sich um Zukunft

Elchinger Hydraulikspezialist verliert 60 Arbeitsplätze. Der Betriebsrat fürchtet, dass der Standort massiv geschwächt wird.

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Bei Bosch Rexroth in Elchingen sollen 60 Stellen wegfallen. Die Mitarbeiter sind in Sorge.
Foto: Archiv/Alexander Kaya

Nach der Ankündigung der Konzernspitze von Bosch-Rexroth, im Werk Elchingen rund 60 Stellen zu streichen, ist die Belegschaft in höchster Sorge. Die Spitze des Betriebsrats und Günter Frey, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Günzburg/Neu-Ulm, sind am Dienstag zu einer Krisensitzung zusammengekommen, um über die Folgen des geplanten Stellenabbaus zu beraten.

Die Arbeitnehmervertreter kritisieren in diesem Zusammenhang massiv die Informationspolitik der Geschäftsführung. Die Sorge ist groß, dass am Ende weit mehr Stellen wegfallen , als die angekündigten 60 und der Standort nachhaltig geschwächt wird. Die Firmenspitze betont dagegen, dass Elchingen weiter ein wichtiger Pfeiler in der Standortpolitik von Bosch Rexroth bleiben werde.

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Wie berichtet, will der zur Bosch-Gruppe gehörende Hydraulikspezialist Bosch-Rexroth bis Ende des Jahres seine Großgetriebefertigung in Witten (Nordrhein-Westfalen) bündeln. Hintergrund ist laut Firmensprecherin Jana Ullsperger der schwächelnde Markt für Windkraftanlagen, in denen diese Getriebe benötigt werden.

Das Werk Nürnberg, das bisher ebenfalls Großgetriebe produziert hat und diesen Bereich nun abgeben muss, erhält im Gegenzug von Witten die Fertigung von Kleingetrieben, die etwa in Raupen oder Baggern verbaut werden. Trotzdem sind laut Ullsperger in Nürnberg noch weitere Hallen frei, so dass dort auch das Servicegeschäft konzentriert werden kann. Dies geht wie berichtet zu Lasten von Elchingen. Dort sei laut Ullsperger auch die Kapazitätsgrenze erreicht. Um den immer wichtiger werdenden Servicebereich auszubauen, seien in Elchingen gar nicht genügend Flächen vorhanden.

Sprecherin: „Am Standort zieht das Geschäft wieder an“

Es sei auch nur ein Teilbereich des Servicegeschäfts, der nach Nürnberg ziehe. Und zwar das Geschäft mit den Endkunden, wenn etwa in einer Baumaschine oder in einem Nutzfahrzeug nach Jahren ein Teil kaputt geht, das von Bosch-Rexroth stammt, eine Hydraulikpumpe etwa. Die Betreuung der Erstkunden, also der Hersteller der Maschinen, in denen Bosch-Rexroth-Teile verbaut werden, bleibe in Elchingen. Es gebe auch keine Pläne, diesen Bereich zu einem späteren Zeitpunkt abzuziehen.

Nach Angaben der Firma werden an allen drei betroffenen Standorten Stellen abgebaut: In Witten 120, in Nürnberg 90 und in Elchingen 60 Stellen. Hierbei handle es sich um Funktionsstellen, eine Stelle könnten sich aber etwa auch mehrere Teilzeitkräfte teilen. Es soll aber laut Jana Ullsperger keine betriebsbedingten Kündigungen geben. 2013 sei auch Bosch-Rexroth in den Sog der schwächelnden Weltkonjunktur geraten. Inzwischen zieht das Geschäft laut der Firmensprecherin gerade am Standort Elchingen wieder an, so dass wohl einige betroffene Mitarbeiter in die Fertigung wechseln können. In Elchingen werden etwa Hydraulikteile für Bagger, Raupen und Kräne hergestellt. Der Standort sei deshalb innerhalb des Konzerns von herausgehobener Bedeutung: „Elchingen bleibt Leitwerk und Zentralstandort für mobile Anwendungen“, so Ullperger.

Der Betriebsrat sieht die Lage allerdings mit Sorge. Vorsitzender Jürgen Schulz berichtet von Befürchtungen, dass der Standort durch den teilweisen Abzug des Servicegeschäfts massiv geschwächt werde. Dieser Bereich zähle zu den wichtigsten Umsatzbringern, eine Verlagerung werde für das Betriebsergebnis womöglich nur schwer zu verkraften sein.

Zudem verweist Schulz auf die Zukunftsängste der befristeten Mitarbeiter. So seien im vergangenen Jahr rund 180 befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert worden. Derzeit seien noch 45 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen im Betrieb, sagt Jürgen Schulz. Angesichts der Streichungspläne des Konzerns hat der Betriebsratschef wenig Hoffnung, dass diese Verträge verlängert werden: „Diese Stellen werden mit großer Sicherheit wegfallen.“ Insgesamt sei die Stimmung im Unternehmen völlig am Boden. „Wir haben den Eindruck, hier werden scheibchenweise Betriebsteile verlagert. Und die Informationspolitik der Konzernspitze ist eine Katastrophe“, sagt Schulz. Die Ankündigung der Stellenstreichung sei aus heiterem Himmel erfolgt. Viele Mitarbeiter fragten sich nun, „was wohl als nächstes kommt“.

Treffen von Gewerkschafter aus drei betroffenen Standorten

Am Mittwoch wollen sich Gewerkschaftsvertreter aus den drei vom geplanten Stellenabbau betroffenen Standorten Witten, Nürnberg und Elchingen treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten, sagte Günter Frey, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Günzburg/Neu-Ulm.

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