Freitag, 24. November 2017

17. Juli 2017 20:13 Uhr

USA

Wer bezahlt für die Trumps?

Die Russland-Affäre verursacht bei Donald Trump nicht nur Stress, sondern auch hohe Kosten. 700.000 Dollar muss er aktuell bezahlen. Er findet, das müsse seine Partei übernehmen. Von Thomas Seibert

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Der Präsident streitet sich mit seiner Partei über Anwaltskosten in der Russland-Affäre. (Archivfoto)
Foto: Evan Vucci (dpa)

Als milliardenschwerer Immobilienmogul dürfte es für Donald Trump eigentlich kein Problem sein, eine Rechnung über 700.000 Dollar zu begleichen. Und doch gibt es hinter verschlossenen Türen offenbar heftigen Streit über die Summe. Trump möchte, dass seine Partei, die Republikaner, die Anwaltskosten übernimmt, die durch die Vorwürfe im Russland-Skandal entstanden sind. Allein 50.000 Dollar gingen an den Rechtsbeistand von Sohn Donald Trump Junior, der sich in der Hoffnung auf belastendes Material über Hillary Clinton mit russischen Emissären traf.

Bisher zahlten Trumps Wahlkampf-Unterstützer

Doch die Republikaner wollen nicht den Zahlmeister spielen. "Ich weiß nicht, ob das überhaupt legal ist", sagt Republikaner-Geschäftsführerin Ronna Romney McDaniel. Bisher ist meist Trumps Wahlkampf-Unterstützerverein eingesprungen. Allerdings dürften die Kosten angesichts immer neuer Enthüllungen in Sachen Russland und den Nachforschungen von Sonderermittler Robert Mueller deutlich steigen. Auch Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner gehört zu jenen Personen in Trumps Umfeld, die sich Anwälte besorgt haben. Billig ist keiner der Rechtsberater: Donald Trumps persönlicher Anwalt Marc Kasowitz etwa verlangt 1500 Dollar die Stunde.

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Zustimmung für Trump liegt bei 36 Prozent

Laut einer neuen Umfrage des Senders ABC und der Washington Post steht für 60 Prozent der Amerikaner fest, dass Russland versuchte, die US-Präsidentenwahl im vergangenen Jahr zu manipulieren. Zugleich sank die Zustimmung zu Trump auf 36 Prozent, dem bisher schlechtesten Wert für einen Präsidenten nach nur sechs Monaten im Amt.

Ivanka Trump lässt im Ausland produzieren

Und es kommen neue Glaubwürdigkeitsprobleme auf anderen Feldern hinzu: Diese Woche will die Regierung ganz unter das Motto "Made in America" stellen, um die herstellende Industrie der USA zu fördern. Der Präsident will dazu eine offizielle Stellungnahme abgeben und das Weiße Haus die Aufmerksamkeit auf Waren aus amerikanischer Produktion lenken. US-Arbeitern wieder gut bezahlte Jobs in neuen Fabriken zu beschaffen, gehört zu den wichtigsten Wahlkampfversprechen der Regierung.

Doch auch der Präsident und seine Tochter Ivanka lassen selbst offenbar lieber in Billiglohnländern produzieren als im teureren Heimatland: In Fabriken in Bangladesch werden Produkte für Ivanka Trumps Modemarke hergestellt. Dort verdienen Arbeiter umgerechnet nur rund 60 Euro im Monat, wie die Washington Post berichtet. Und auch die roten Baseball-Mützen mit der Aufschrift "Make America Great Again" – Erkennungszeichen der Trump-Anhänger – werden vielfach in China, Vietnam oder Bangladesch hergestellt.

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