Dienstag, 28. März 2017

12. März 2015 16:00 Uhr

Kleinaitingen

BMW baut Logistikzentrum am Lechfeld

Jetzt ist es raus: BMW baut am Lechfeld ein neues Logistikzentrum zur Versorgung von Händlern in Süddeutschland und im Alpenraum. Über 200 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Von Jörg Sigmund und Pitt Schurian

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Das Logistikzentrum für BMW soll nach Kleinaitingen kommen.
Foto: Armin Weigel

Noch hat BMW die Standort-Entscheidung nicht offiziell bekannt gegeben: Doch nach Informationen unserer Zeitung steht aber fest, dass das neue Logistik-Zentrum des Automobilherstellers nach Kleinaitingen im Landkreis Augsburg kommt. In dem geplanten Ersatzteillager für das südliche Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und die Schweiz sollen rund 250 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wie berichtet, will BMW das Logistikzentrum nicht selbst bauen, sondern die Anlage von einem Investor errichten lassen und dann mieten. Im Gespräch ist eine Investitionssumme von rund 35 Millionen Euro. Der Automobilhersteller benötigt für das Ersatzteillager rund 20 Hektar Fläche, das sind 200 000 Quadratmeter und zum Vergleich etwa 27 Fußballfelder. Das Grundstück am ehemaligen Gut Lechfeld ist von Bundeswehrgelände umgeben. Und die Zeit drängt: Baubeginn soll dem Vernehmen nach noch in diesem Jahr sein.

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Kommunen werben mit guter Verkehrsanbindung

Der Landkreis Augsburg und die Gemeinde Kleinaitingen hatten im Ansiedlungspoker vor allem mit der guten Verkehrsanbindung an der Bundesstraße 17 geworben. Auf dem Lechfeld im Süden Augsburgs haben bereits der US-Handelsriese Amazon sowie Lebensmitteldiscounter Logistik-Standorte. Politiker aus der Region hielten sich am Donnerstag mit Stellungnahmen gegenüber unserer Zeitung zurück. Sie wollten zunächst die endgültige Entscheidung von BMW abwarten.

Allerdings hatte es stets geheißen, dass eine Ansiedlung des „bayerischen Vorzeigeunternehmens“ den Wirtschaftsstandort Schwaben weiter stärken würde. Außerdem war spekuliert worden, dass das Ersatzteillager ein Magnet für Zulieferbetriebe werden könnte. Vertreter aller Parteien hatten von einem „positiven Signal für die gesamte Region“ gesprochen. Auch die Bayerische Staatsregierung hatte sich für Kleinaitingen starkgemacht. Zudem wurde im Haushaltsausschuss des Landtags ein kompliziertes Grundstücksgeschäft abgewickelt, das der Gemeinde entgegenkam.

Als Standort für das Logistik-Zentrum hatten sich neben Kleinaitingen in Schwaben auch Leipheim (Kreis Günzburg) und Bad Wörishofen (Kreis Unterallgäu) beworben. Mit im Rennen war auch das württembergische Ellwangen (Ostalbkreis). Der Günzburger Landrat Hubert Hafner (CSU) hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass das Ersatzteillager nicht auf dem ehemaligen Leipheimer Fliegerhorstgelände gebaut wird. „Ich habe erfahren, dass sich BMW für Kleinaitingen entschieden hat“, so Hafner.

Schon einmal hatte BMW für Schwaben Interesse gezeigt. Im Jahr 2000 war Augsburg als Standort für ein neues Werk im Gespräch. Den Zuschlag erhielt 2001 schließlich Leipzig. In dem sächsischen Werk mit mehr als 6000 Beschäftigten laufen seit 2005 täglich bis zu 740 Fahrzeuge vom Band.

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