Montag, 29. August 2016

20. März 2016 19:22 Uhr

FC Augsburg

Borussia Dortmund schickt den FCA zu Boden

Der FC Augsburg kann sich kurze Zeit Hoffnung auf einen Überraschungserfolg machen. Letztlich setzt sich aber die Klasse der Dortmunder durch.

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Nach einer 1:0-Führung gaben die Augsburger das Spiel gegen Dortmund noch aus der Hand. Da kann man sich schon mal aufregen wie Alexander Manninger im Tor des FCA.
Foto: Ulrich Wagner

Über eine Stunde lang schien es so, als könnte dem FC Augsburg die große Überraschung am 27. Spieltag gelingen und sich mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause verabschieden. Bis dahin hatten die Gastgeber ein 1:1 gegen Borussia Dortmund gehalten, doch dann drehte der Tabellenzweite mit einem Doppelschlag das Spiel und gewann mit 3:1. Der FCA steckt damit weiter im Abstiegskampf fest.

Dabei musste FCA-Trainer Markus Weinzierl auf einen ganz wichtigen Spieler verzichten. Torhüter Marwin Hitz fiel grippekrank aus. Der Schweizer fehlte bereits am Samstag beim Abschusstraining. Dafür rückte Alexander Manninger in die Startelf. Für den 38-jährigen Österreicher war es das erste Bundesligaspiel seit dem 14. Februar 2015. Damals hatte der FCA bei Werder Bremen 2:3 verloren. Eins vorneweg: Manniger traf keine Schuld an der Niederlage.

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Es war ein durchaus wichtiges Spiel für den FCA, wenn man auch gegen das einzige Team, das den FC Bayern einigermaßen in der Liga Paroli bietet, nicht zwangsweise mit Punkte rechnen durfte. Allerdings war das Wochenende bis dahin mies für den FCA gelaufen. Hoffenheim hatte 3:1 in Hamburg gewonnen, Frankfurt 1:0 zu Hause gegen Hannover, Darmstadt hatte beim 1:1 in Wolfsburg überraschenderweise einen Punkt geholt.

Das Gedränge um den ersten Nichtabstiegsplatz wird damit enger. Darmstadt, Bremen (beide 28 Punkte) und Frankfurt, Hoffenheim und der FCA (je 27) balgen sich darum.

Die Tabelle der Ersten Bundesliga

Dabei schien der FCA durchaus in der Lage, dem besten Rückrundenteam (Dortmund ist 2016 noch ungeschlagen) Paroli bieten zu können. Denn Weinzierl hatte der geballten schwarz-gelben Offensive eine taktische Finte entgegen gestellt. Verhaegh, Gouweleeuw, Hong, Klavan und Max verteidigten als Fünfer-Abwehrkette um die Außenbahnen gegen Durm (links) und Mkhitaryan (rechts) dicht zu halten, ohne die Mitte (gegen Reus und Ramos) aufzumachen. Vorne setzte er auf schnelle Konter.

Und sein Plan ging zunächst einmal auf. Denn schon in der 16. Minute ging der FCA in Führung. Mit einem Konter, der in jedes Lehrbuch aufgenommen werden müsste. Hong leitete den Spielzug mit einem weiten Seitenwechsel auf Max ein, der bediente Caiuby und dessen Querpass verwandelte Alfred Finnbogason zum 1:0. Vier Stationen, ohne dass die Dortmunder den Hauch einer Chance hatten, an den Ball zu kommen.

Daniel Baier muss angeschlagen in der Kabine bleiben

Danach fanden die feldüberlegenen Gäste (80 Prozent Ballbesitz) gegen das dichtgesponnene, äußerst flexible Abwehrnetz des FCA kein Mittel. Dass mit Pierre-Emerick Aubameyang der beste BVB-Torschütze fehlte (sein Großvater war während der Woche gestorben), war lange Zeit deutlich zu bemerken.

Bis zur 45. Minute. Kurz zuvor hatte Manninger gegen Reus das erste Mal eingreifen müssen, doch gegen den noch von Hong abgefälschten Schuss von Henrikh Mkhitharyan hatte der FCA-Torhüter keine Chance. Das 1:1 war verdient, der Zeitpunkt unglücklich für den FCA.

Nach dem Wechsel brachte Weinzierl Markus Feulner für den angeschlagenen Baier, BVB-Trainer Thomas Tuchel Gonzalo Castro für Reus. Am Spielverlauf änderte sich nicht viel. Dortmund machte das Spiel, der FCA lauerte gut geordnet auf seine Chance. In der 69. Minute allerdings ging es für die aufgerückte FCA-Hintermannschaft zu schnell. Ramos legte einen Klassepass von Hummels auf Castro ab und dessen leicht abgefälschter Schuss schlug unhaltbar zum 1:2 (70.).

Nur fünf Minuten später die Entscheidung. Manninger konnte einen Kopfball von Ramos gerade noch abwehren, doch der Nachschuss von Ramos passte genau zum 1:3.

Danach war das Spiel gelaufen. Die individuelle Klasse hatte sich durchgesetzt. Der FCA muss seine Punkte im Kampf gegen den Abstieg woanders holen. Vielleicht schon nach der Pause beim Auswärtsspiel in Mainz.

Augsburg Manninger – Gouweleeuw, Hong, Klavan – Verhaegh, Kohr, Baier (46. Feulner), Max – Finnbogason, Koo (78. Bobadilla), Caiuby (89. Esswein)

Dortmund Bürki – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Sahin (68. Passlack), Weigl – Mkhitaryan, Kagawa (62. Leitner), Reus (46. Castro) – Ramos

Tore: 1:0 Finnbogason (16.), 1:1 Mkhitaryan (45.), 1:2 Castro (69.), 1:3 Ramos (75.) Zuschauer 30 660 (ausverkauft)

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


Der Kader des FC Augsburg


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Dirk Schuster. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Die Torschützenkönige der Bundesliga