Donnerstag, 14. Dezember 2017

02. Oktober 2017 07:41 Uhr

Bundesliga

Wie die FCA-Profis mit dem Videobeweis umgehen

Mit reichlich Verzögerung nach einem Videobeweis ahndete Schiedsrichter Marco Fritz am Samstag das Trikotziehen von Ja-Cheol Koo. Für die FCA-Profis kein Grund zur Aufregung.

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Nach Studium der Bilder entschied Marco Fritz auf Strafstoß.
Foto: Stefan Puchner, dpa

Wer dachte, die Aufregung wäre groß, sah sich getäuscht. Statt sich nach der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund zu beschweren, gingen die Fußballprofis und Verantwortlichen des FC Augsburg geradezu entspannt mit dieser Szene in der 79. Minute um. Schiedsrichter Marco Fritz hatte erst nach Studium der Bilder am Spielfeldrand auf Strafstoß für Dortmund entschieden. Zwischen seinem Urteil und dem Vergehen des Augsburgers Koo waren fast zwei Minuten vergangen, das Spielgeschehen hatte sich längst vor das BVB-Tor verlagert.

Die FCA-Spieler Martin Hinteregger oder Alfred Finnbogason zeigten sich derart nachsichtig, weil sie für solche Situationen vor der Saison geschult worden waren. Hinteregger kommentierte: „Wenn es ein klarer Elfmeter war, ist es gut – auch wenn es heute gegen uns war. Der Schiedsrichter kann nicht vorher abpfeifen.“ Finnbogason ergänzte, durch den Videoassistenten verändere sich das Spiel. „Darauf müssen wir uns einstellen.“

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DFB: Videobeweis befindet sich noch in der Testphase

Verständnis erhielt Fritz ebenso von Stefan Reuter, dem Geschäftsführer Sport des FCA. „Bei strittigen Situationen kann es passieren, dass das Spiel fortgesetzt wird und Schiedsrichter und Videoassistent bis zur nächsten Unterbrechung warten, ehe sie kommunizieren. So ist das Regelwerk.“ Die zeitliche Verzögerung sorgte dafür, dass die Diskussionen um den Videobeweis nicht abbrachen. In Mönchengladbach, Augsburg oder Berlin verstrich reichlich Zeit, ehe Entscheidungen feststanden. Verantwortliche des Deutschen Fußball-Bundes betonen, der Videoassistent befinde sich in dieser Saison noch in der Testphase. Zumindest scheinen die technischen Probleme nun im Griff zu sein, die während der ersten Spieltage noch für Unmut sorgten.

Ungeachtet dessen erwies sich der Videoassistent am abgelaufenen Bundesligaspieltag als große Hilfe der Unparteiischen. Das System verhinderte reihenweise Fehlentscheidungen. Beispiele: Die Partie in Gladbach entschied ein berechtigter Strafstoß, den Stuttgartern und Berlinern blieben Elfmeter hingegen zu Recht verwehrt.

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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