Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten
Innenstadt
Icon Pfeil nach unten

Hochwasser 2013: Augsburger Helfer in Deggendorf: "Die Nacht durchgearbeitet"

Hochwasser 2013

Augsburger Helfer in Deggendorf: "Die Nacht durchgearbeitet"

  • |
  • |
  • |
    Deggendorf hat es beim Hochwasser schlimm erwischt.
    Deggendorf hat es beim Hochwasser schlimm erwischt. Foto: Armin Weigel dpa

    Dramatische Hochwasserlage: In der Region Deggendorf und Straubing mussten bereits am Dienstag rund 6000 Menschen ihre Häuser wegen des Hochwasser verlassen. Auch die Augsburger Feuerwehr und 32 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren  Haunstetten, Göggingen und Oberhausen sind nach Deggendorf gefahren um zu helfen. Gestern waren die Freiwilligen bei dem Dammbruch im Raum Deggendorf eingesetzt.

     "Unsere Einsatzkräfte haben in der vergangenen Nacht Sandsäcke abgefüllt und transportiert", sagt Friedhelm Bechtel, Sprecher der Augsburger Berufsfeuerwehr gegenüber AZ-Online. Alle hättendie ganze Nacht durch gearbeitet. Zum Schlafen sei keine Zeit gewesen. "Die Freiwilligen, die jetzt 36 Stunden gearbeitet haben, sind jetzt recht kaputt", so Bechtel.

    Nun seien die ersten Kräfte aus dem Augsburger Raum auf dem Rückweg.

    Eiliger Anruf von der Regierung von Schwaben

    Pegel, Polder, Scheitel: Kleines Hochwasser-Lexikon

    Pegel, Polder, Scheitel... hier ein paar wichtige Hochwasser-Begriffe.

    DEICHE sind aufgeschüttete Dämme an den Ufern mancher Flüsse oder an der Küste. Sie sollen verhindern, dass bei Hochwasser das Hinterland überflutet wird.

    PEGEL ist ein Messgerät, mit dem man den Wasserstand bestimmen kann.

    POLDER: Genauer müsste man Hochwasser-Polder sagen. Damit ist eine Fläche gemeint, die bei Hochwasser absichtlich überflutet wird, um Wasser aus übervollen Flüssen abzuleiten.

    SCHEITELWELLE: Hochwasser bewegt sich als Welle durch die Flüsse. Der höchste Punkt der Welle wird Scheitelwelle oder Scheitelpunkt genannt.

    TALSPERRE: Eine Talsperre staut Wasser eines Flusses zu einem See auf, zum Beispiel mit Hilfe eines Staudammes. Um zu verhindern, dass bei Hochwasser der Staudamm bricht oder das Wasser drüber läuft, wird vorher Wasser aus dem Stausee abgelassen.

    Die Hilfskräfte aus dem Augsburger Raum hatten am Montagabend einen eiligen Anruf von der Regierung von Schwaben erhalten: "Wir brauchen euch dringend." Laut Bechtel war es kein Problem, schnell Freiwillige zu finden. Im Einsatz sind: Zwei Beamte aus dem Einsatzleitdienst der Berufsfeuerwehr Augsburg, elf Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten, 13 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Oberhausen und acht Feuerwehrangehörige der FFW Göggingen.

    Vorletzte Nacht war ein Vorauskommando nach Deggendorf aufgebrochen. Zwei Löschfahrzeuge, zwei Lkw und drei sogenannte Mehrzweckfahrzeuge kamen nach. Mit an Bord der Fahrzeuge: Unter anderem eine Sandsackfüllmaschine und 104.000 leere Sandsäcke, die dann in Deggendorf befüllt wurden.

    Wie Friedhelm Bechtel sagt, habe die Berufsfeuerwehr Augsburg diese Sandsackfüllmaschine nach dem großen Hochwasser in Augsburg 1999 angeschafft. Das Bedienen der Maschine sei sehr aufwendig. Den Sand vor Ort bekomme man von Bauunternehmen und aus Kiesgruben.

    Unter den Helfern ist noch immer unser Kollege Thomas Hilgendorf

    Als Helfer vor Ort in Deggendorf ist für die Johanniter aus Donauwörth auch unser AZ-Kollege Thomas Hilgendorf. Er berichtet, dass die linke Seite der Donau mittlerweile sicher sein soll. "Nur rechts des Flusses gestaltet sich die Lage weiter angespannt", sagt Hilgendorf. Gestern Abend hätten noch einmal mehr Menschen die Notunterkünfte aufgesucht. "Die Hilfe hier wird aber gut organisiert. Es sind zudem noch einmal mehr Freiwillige dazugekommen."

    Der Donauwörther war heute Nacht bis um ein Uhr im Einsatz und hat sich bei der Versorgungsstelle für die Hilfskräfte um diese gekümmert. "Heute müssen etwa 1000 Essen ausgegeben werden." Wann sein Einsatz endet und die Ablösung kommt, weiß er noch nicht.

    Problematisch ist die Lage laut Hilgendorf derzeit auf den Zufahrtswegen nach Deggendorf. Die A3 in Richtung Passau ist zwischen Straubing und Hengersberg im Landkreis Deggendorf wegen des Hochwassers weiter gesperrt.

    In unserem Liveticker erhalten Sie aktuelle Informationen über das Hochwasser in Bayern.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden