Dienstag, 20. Februar 2018

07. Februar 2017 13:32 Uhr

Augsburg

Unbekannter beschmiert neue Moschee in Donauwörther Straße

Die Ahmadiyya-Moschee ist fast fertig. In der Nacht auf Montag wurde sie mit einem Spruch beschmiert. Die Polizei ermittelt. Es gibt noch einen Vorfall an einem CSU-Büro.

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Die Außenfassade der neuen Ahmadiyya-Moschee wurde beschmiert.
Foto: Silvio Wyszengrad

Ein unbekannter Täter hat die Ahmadiyya-Moschee, die in der Donauwörther Straße gebaut wird, großflächig beschmiert. "Wer baut Kirchen in der Türkei Deutsche wacht auf", steht an der frischgestrichenen gelben Wand mit schwarzen Buchstaben groß geschrieben. Die Polizei sucht nun nach dem Unbekannten, der das neue Gebäude beschädigt hat. Man geht von einem Einzeltäter aus, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Denn der Schriftzug sei einheitlich. "Da hat einer seinen Frust herausgelassen." Passiert ist die Tat zwischen Sonntagabend 22 Uhr und Montagmorgen 7 Uhr. Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise unter 0821-3232910.

Die Moschee der muslimischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jemaat ist nach rund einem Jahr Bauzeit eigentlich so gut wie fertig. Noch im Februar soll sie erstmals für die Gemeinde aufgeschlossen werden. Die offizielle Eröffnung ist für Mitte März geplant, erzählt Asif Mahmood, der für externe Angelegenheiten in der Glaubensgemeinschaft zuständig ist. Für die Feierlichkeit an der Donauwörther Straße ist das spirituelle Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jemaat, Mirza Masrror Ahmad, aus London angekündigt. Die Außenwand der Moschee hat einen zarten Gelbton. Der Maler muss nun wieder streichen. Am Dienstag prangt der Schriftzug immer noch an der Wand. Allerdings haben die Männer, die noch an der Moschee werkeln, die Schmiererei mit Planen abgedeckt. So ist sie von der Donauwörther Straße aus nicht mehr zu sehen. Asif Mahmood zeigt sich enttäuscht. "Wir hoffen, dass es nur eine Einzelperson war."

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Ahmadiyya-Gemeinde will sich Augsburgern vorstellen

Raziq Ahmad Tariq, auch Mitglied der Ahmadiyya Muslim Jemaat, findet die Nachricht, die hinter dem Graffiti steckt, schlimm. "Es ist traurig, dass es dieses Denken in Deutschland gibt." Die meisten von ihnen kämen aus Pakistan, wo sie verfolgt wurden und ihren Glauben nicht praktizieren durften, sagt er. Problematisch findet es Tariq, dass der Islam bei den Menschen falsch ankomme. Die Glaubensgemeinschaft will hier Aufklärungsarbeit leisten. Er erzählt von Kaffeerunden, die demnächst gestartet werden. Bei den Treffen wolle man sich den Augsburgern vorstellen. "Die Menschen sollen uns kennenlernen."

Die Ahmadiyya Muslim Jemaat in Augsburg hat derzeit rund 150 Mitglieder. In der Fuggerstadt ist sie bislang mit einem Gebetszentrum in Pfersee vertreten. Sie ist eine aus der Ahmadiyya-Bewegung hervorgegangene Religionsgemeinschaft, die in Indien ihren Ursprung hat. Die Glaubensgemeinschaft beruft sich auf den Islam. In Deutschland hat sie ungefähr 35.000 Mitglieder. Die Ahmadiyya-Gemeinde hatte in Augsburg schon einmal mit einer Werbekampagne auf sich aufmerksam gemacht. Darin propagierten die Muslime einen friedlichen, "wahren" Islam. Man sei eine Reformgemeinde, der Gründer habe den Islam von seinen Verkrustungen befreit, Gewalt sei verboten und den Frauen die Gleichstellung versprochen, hieß es einst in einem Interview mit unserer Zeitung. Trotz den Friedensbotschaften gelten die internen Regeln jedoch als strikt. Kopftuch ist Pflicht und die Geschlechtertrennung streng.

Mauer neben CSU-Büro wurde auch beschmiert

Nicht nur die Moschee ist in diesen Tagen von einer politischen Schmiererei betroffen. Auch die CSU hat es erwischt. An einer Mauer neben dem Bürogebäude in der Heilig-Kreuz-Straße, in dem auch das CSU-Europabüro des Europaabgeordneten Markus Ferber untergebracht ist, steht Folgendes zu lesen: "Obergrenze & Abschiebung ist ihr Geschäft küsst die Faschisten wo ihr sie trefft!"

 

Ferber selbst sagt zu der politischen Botschaft an der Wand, dass so eine Beschmierung nicht der beste Weg der Kommunikation sei. In einer pluralistischen Gesellschaft dürfe man unterschiedliche Positionen vertreten, bekräftigt Ferber und weist darauf hin: "Aber in einem demokratischen Staat gibt es zivilisatorische Formen der Kommunikation." Die Schmiererei jedenfalls falle nicht darunter.

Laut Polizeisprecher Hartmann ist das Graffiti in der Nacht von vergangenen Donnerstag, 2., auf Freitag, 3. Februar, aufgefallen. Zudem wurde auch versucht, in das Bürogebäude einzubrechen. Doch der Versuch scheiterte. Hartmann betont, dass beide Vorfälle unabhängig voneinander passiert sein können. Der entstandene Sachschaden beträgt rund 500 Euro. Auch hier bittet die Polizei um Hinweise unter 0821-3232110. Beschmierte Gebäude sind in Augsburg ein zunehmendes Problem. In den seltensten Fällen aber steckt eine politische Motivation dahinter, sagt Hartmann.

Zur muslimischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat können Sie hier mehr lesen:

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Ina Kresse

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