Sonntag, 19. November 2017

22. Februar 2016 12:04 Uhr

Verkehrsstatistik 2016

Mehr Unfälle - aber weniger Tote auf den Straßen in Bayern

614 Menschen verloren im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall in Bayern ihr Leben. Der Innenminister will trotz hoher Belastung der Polizei Verkehrskontrollen nicht reduzieren. Von Henry Stern, Miriam Zissler und Michael Munkler

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Ein Kreuz erinnert an einer Landstrasse an einen Verkehrstoten.
Foto: Julian Stratenschulte/Illustration (dpa)

614 Menschen verloren im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall in Bayern ihr Leben. Wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München sagte, ist dies die niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Unfallaufzeichnungen vor mehr als sechzig Jahren. Für ihn allerdings kein Grund zur Zufriedenheit: Denn gleichzeitig nahmen sowohl die Zahlen der Unfälle insgesamt (plus 5,9 Prozent auf 391125) wie auch die Zahl der Verletzten (plus 2,3 Prozent auf 71161) deutlich zu.

Herrmann will deshalb die Zahl der Verkehrskontrollen trotz der derzeit hohen Belastungen der Polizei mit anderen Aufgaben nicht zurückfahren: Zwar müsse jede Polizeiinspektion selbst entscheiden, „wie sie je nach Einsatzbelastung ihre Prioritäten setzt“. Ihm sei aber sehr wichtig, „dass dieses Thema nicht vernachlässigt wird – schließlich geht es hier um Leben und Tod“. Er versicherte: Im Jahr 2015 habe die Zahl der Verkehrskontrollen jedenfalls „nicht nachgelassen“.

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Während die steigende Anzahl der Blechschäden ein Problem der Versicherungen sei, arbeite die Staatsregierung vor allem an einer weiteren Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten. Neben den Kontrollen gehe es hier vor allem um bauliche Verbesserungen an den Straßen.

Die meisten Menschen starben auf Landstraßen

Die meisten Verkehrstoten gab es im Vorjahr mit 393 nach wie vor auf den Landstraßen – die gleiche Zahl wie 2014. Hier stieg allerdings die Zahl der Unfälle um mehr als zehn Prozent besonders deutlich an. Innerorts kamen 2015 bei Verkehrsunfällen 137 Personen ums Leben (2014: 154), auf Autobahnen starben 84 Menschen (2014: 72). Deutlich rückläufig ist dort die Zahl der Falschfahrten – von 369 in 2013 auf 296 in 2015.

Die Zahl der durch Geisterfahrer getöteten Personen sank im gleichen Zeitraum von neun auf zwei. Während die Zahl der getöteten Pkw-Insassen um fast sieben Prozent auf 271 zurückging, starben 2015 insgesamt 140 Motorradfahrer auf Bayerns Straßen – zehn Prozent mehr als 2014. „Das zeigt, wie riskant das Motorradfahren leider immer noch ist“, sagte Herrmann. Auch die Zahlen der in Bayern bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger (89 Tote, plus 4,7 Prozent) und Radfahrer (81 Tote, plus 6,6 Prozent) stiegen deutlich an.

Überhöhte Geschwindigkeit ist bei mehr als einem Viertel der tödlichen Verkehrsunfälle die Ursache. Danach folgen das Missachten der Vorfahrt sowie Alkohol am Steuer. Hier ging die Zahl der Getöteten um mehr als zehn Prozent auf 49 zurück. Fast jeder vierte tödlich verunglückte Autoinsasse war zudem laut Polizei nicht angeschnallt – ein Leichtsinn, der im vergangenen Jahr 67 Menschen in Bayern das Leben kostete – darunter auch einem Kind. Die Polizei werde deshalb „verstärkt auf die ordnungsgemäße Sicherung der Insassen“ achten, kündigte Herrmann an.

Mehr Verkehrstote im nördlichen Schwaben

Anders als im bayernweiten Trend kamen auf den Straßen im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord 2015 mehr Menschen ums Leben: Es waren 42, eine Person mehr als 2014. Die Zahl der Unfälle stieg um 4,5 Prozent auf rund 25650 an. Die Region Augsburg ist ein Zuzugsgebiet. Mehr Verkehrsteilnehmer würden auch mehr Unfälle erzeugen, hieß es.

Unfälle mit 37 Toten und knapp 4000 Verletzten meldete das Polizeipräsidium Schwaben Süd in Kempten, zuständig für das Allgäu und die Kreise Günzburg und Neu-Ulm. „Überraschend“ findet Christian Eckel, Sprecher des Präsidiums, die hohe Zahl getöteter Motorradfahrer: Insgesamt starben im Vorjahr 17 Biker bei Unfällen. Im selben Zeitraum kamen 14 Auto-Insassen ums Leben.

Im nördlichen Teil Oberbayerns zählte die Polizei im vergangenen Jahr 80 Verkehrstote. Die Zahl der tödlichen Unfälle ging im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent zurück.

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