Samstag, 3. Dezember 2016

17. März 2015 00:34 Uhr

Politik

Energiewende bis 2030 refinanziert?

SPD-Experte Carsten Träger spricht in Tapfheim zu einem viel diskutierten Thema. Bei der anschließenden Fragerunde kommen auch kritische Stimmen aus dem Publikum Von Lena Schmid

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Tapfheim „Sind wir Deutschen denn verrückt geworden?“ Diese Frage, angelehnt an den Werbespruch eines großen Energiekonzerns, griff Carsten Träger aus Fürth, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung, bei einer Diskussionsveranstaltung in Tapfheim auf. Er referierte zum Thema „Energiewende – für nachhaltige, sichere und bezahlbare Energie“. Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Fograscher trafen sich Mitglieder der SPD Unterbezirke Donau-Ries und Dillingen im Gasthaus zum Adler in Tapfheim. Etwa 60 Interessierte waren gekommen.

Träger beantwortete die eingangs gestellte Frage mit einem eindeutigen Nein. Merkwürdig mag im Ausland erscheinen, dass Deutschland als Exportweltmeister und Industrienation bis 2022 seine Atomkraftwerke abschalten will. Die Energiewende sei nicht verrückt, sondern vernünftig und ökonomisch weitsichtig, so Träger. Sie bedeute in jedem Fall eine große Herausforderung, die mit vielen Problemen einhergehe. Träger meinte, dass laut Fraunhofer-Institut aber bereits 2030 die Gewinnschwelle überschritten würde und sich die Investitionen zur Energiewende dann abfinanziert hätten. Stark kritisierte er die 10-H-Regel für den Bau von Windrädern in Bayern, mit der nur noch 0,06 Prozent der Landesfläche dafür in Frage, und so der Ausbau von Windkraft fast zum Erliegen komme. Anschließend moderierte Fograscher gemeinsam mit Träger eine Diskussionsrunde, in der sich das Publikum direkt an die Abgeordneten richten konnte. An der Diskussion beteiligten sich unter anderem Betreiber von Biogas- und Solaranlagen im Landkreis, verschiedene Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und Lokalpolitiker. Dabei wurden Fragen zur dezentralen Energieversorgung gestellt. Träger nannte darauf das erfolgreiche Beispiel des „Frankenstroms“. Dabei haben sich kleinere Erzeuger im Ansbacher Raum zu einer Art Energiegenossenschaft gebündelt und vertreiben so regionalen Strom. Er sagte, dass eine komplett dezentrale Stromversorgung wohl nicht funktionsfähig wäre. „Aber ich bin auf jeden Fall für die Unterstützung von lokalen Erzeugern“, sagte Träger

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Eugen Bayer, Leiter der BBV-Geschäftsstelle Dillingen, forderte dringend mehr Leidenschaft von den Politikern in Sachen Energiewende, wobei ihm nahezu das gesamte Publikum lautstark zustimmte. „Man muss in die Zukunft denken. Wir brauchen eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), sonst geht das Vertrauen verloren und keiner möchte mehr investieren“, sagte Bayer.

Das Thema Stromtrassen kam auch zur Sprache. Träger sagte, dass man für einen funktionierenden europäischen Strommarkt den Süden mit dem Norden verbinden müsse. Man müsse aber nur genug Geld in die Hand nehmen, dann könne über alle Möglichkeiten gesprochen werden, wie genau die Trassen aussehen sollen. Betreiber von Biogasanlagen, die alle sehr viel investiert hätten, äußerten ihre Zukunftsangst mit einem neuen EEG, das ihnen in zehn bis 20 Jahren den Garaus machen könnte. Wenn zur gleichen Zeit die Atomkraftwerke auch abgeschaltet werden, befürchten sie einen vollkommenen Zusammenfall.

Träger sieht Deutschland bei der Energiewende als Vorbild. Die USA zum Beispiel gehe mit Fracking rückwärts, weil Fossilien wie Öl und Gas schlichtweg nicht zukunftsfähig seien. Fograscher kündigte an, die Anregungen der Bevölkerung an die Politik weiterzugeben.

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