Donnerstag, 30. März 2017

19. Oktober 2016 05:26 Uhr

Rain

Verwaltungsgemeinschaft nimmt viel Geld in die Hand

Der Kauf des Geländes in der Münchner Straße geht in die Millionen. Zum Areal gehört aber weit mehr als nur die Büroräume. Was mit dem Rest der Immobilie geschehen soll.

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Neben den Büroräumen (im Bild) gehören auch ein Wohnhaus und Gewerbeflächen zur Immobilie in der Münchner Straße, die die Verwaltungsgemeinschaft Rain kauft. Der Gesamtpreis beträgt 1,85 Millionen Euro.

Mehr Platz für die Mitarbeiter und bessere Bedingungen für die Bürger – dieses Ziel verfolgt die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rain schon seit einigen Jahren. Mittlerweile steht auch der Plan für die Umsetzung: Ein zweites Verwaltungsgebäude neben dem Rathaus, in der Münchner Straße in Rain, soll gekauft werden. Dort war bislang die Bezirksmeisterstelle der Lechwerke untergebracht. In einer Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der VG wurden nun Details zu dem Projekt bekannt.

Wie Rains Bürgermeister und VG-Vorsitzender Gerhard Martin ausführte, hat das gesamte Gelände in der Münchner Straße eine Größe von etwas mehr als 10700 Quadratmetern. Dieses wird nach dem Kauf in den Besitz der Verwaltungsgemeinschaft Rain übergehen, die dafür einen Kaufpreis von 1,85 Millionen Euro (inklusive Nebenkosten) zahlt. Die Finanzierung übernehmen dabei aber ausschließlich Genderkingen, Holzheim, Münster und Niederschönenfeld, da in dem neuen Gebäude die meisten Verwaltungsgeschäfte für die Gemeinden erledigt werden. Die Stadt beteiligt sich nicht, dafür entfallen aber die Mietzahlungen der vier Gemeinden für die Nutzung von Räumlichkeiten im Rathaus an die Stadt. „Jede der vier Gemeinden trägt ein Viertel des Kaufpreises – unabhängig von der Einwohnerzahl“, erklärte Münsters Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier. Sollte es irgendwann die Verwaltungsgemeinschaft Rain in der jetzigen Form nicht mehr geben oder es zu Güterauseinandersetzungen innerhalb der Mitgliedskommunen kommen, hätten folglich auch nur die vier Gemeinden Anspruch auf dieses neue Vermögen – und nicht die Stadt, obwohl auch sie Teil der VG ist, die laut Grundbuch Eigentümer das Areals sein wird.

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Die Immobilie besteht nicht nur aus einem Bürogebäude, das rund 525 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen bietet sowie 270 Quadratmeter im Keller. Zwölf Büros könnte man dort unterbringen, so VG-Geschäftsführer Adalbert Riehl: „Das ist für unsere Zwecke ausreichend.“ Weiterhin befindet sich auf dem Areal ein voll unterkellertes Einfamilienhaus mit knapp 192 Quadratmetern Wohnfläche mit Doppelgarage und Garten. Ein Gewerbeteil mit einer 632 Quadratmeter großen beheizten Halle samt Werkstatt, einer offenen Lagerhalle sowie einer derzeit landwirtschaftlich genutzten Freifläche außerhalb der Einfriedung (2800 Quadratmeter) gehört ebenfalls dazu.

Haus und Gewerbeteil sollen weiterverkauft werden

So viel Platz benötigt die VG dann aber doch nicht. Deshalb ist geplant, das rund 940 Quadratmeter große Grundstück mit dem – sofort beziehbaren – Wohnhaus noch heuer in einem Bieterverfahren weiterzuverkaufen. Die Bewerbungsfrist ist bis 7. Dezember vorgesehen, man geht laut Martin von einem Mindestgebot von 350000 Euro aus. Der gewerbliche Teil samt der Freifläche – insgesamt circa 7200 Quadratmeter groß – soll nach öffentlicher Ausschreibung ebenfalls verkauft werden, womöglich schon 2017. Diese Verkaufserlöse sollen den finanziellen Aufwand der vier Gemeinden mindern.

Das Bürogebäude ist noch bis 2018 vermietet. Martin dazu: „Der Mieter wird sich ein anderes Objekt in der Stadt suchen. Das war schon länger klar und hat mit uns nichts zu tun.“ In der Münchner Straße werden rechnerisch 11,0 Stellen einmal angesiedelt sein, wie VG-Geschäftsführer Riehl erläuterte. „Mit Teilzeitkräften werden dort wohl 14 oder 15 Personen arbeiten.“

Nachtragshaushalt beschlossen

Um den Kauf auch finanzieren zu können, hat die VG-Versammlung einen Nachtragshaushalt für 2016 beschlossen. Der Investitionsbereich wird um die genannten 1,85 Millionen Euro erhöht. „Das passiert sozusagen sicherheitshalber, weil wir nicht wissen, ob wir bis Jahresende schon etwas zahlen müssen – aber wahrscheinlich schon“, sagte Martin. Die Rücklagen werden dabei nicht angetastet, der Erwerb wird über Kredite gestemmt. Dass dieser wie geplant umgesetzt und notariell endgültig abgeschlossen werden kann, bedarf es noch der Genehmigung des Vorstands der Lechwerke. Diese wird allerdings zeitnah erwartet.

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Ein Artikel von
Manuel Wenzel

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Donauwörth

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