Mittwoch, 17. Januar 2018

12. Januar 2018 06:26 Uhr

Region

Überfüllte Parkplätze: München-Pendler ärgern sich täglich in Mering

Hunderte München-Pendler aus Königsbrunn und dem Augsburger Süden fahren täglich nach Mering, um dort in den Zug zu steigen. Die Parkplätze dort sind übervoll.

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Morgens und am Nachmittag wird es auf der Straße zwischen Königsbrunn und Mering richtig voll.
Foto: Hermann Schmid (Symbolbild)

Die Autokarawane zieht über den Lech: jeden Werktagmorgen ab etwa 5.30 Uhr von Königsbrunn im Westen nach Mering im Osten. Ab dem frühen Nachmittag wandert die Blechschlange dann in die andere Richtung, heim nach Königsbrunn, in den Augsburger Süden oder nach Bobingen.

Viele Menschen ärgert das – die Pendler, die in Mering kaum Parkplätze finden; die Meringer, deren Wohngebiete zugeparkt werden; und die Menschen, die gerne häufiger den Bus nehmen würden, aber kein passendes Angebot finden. Durch die Ansiedlung von Honold bei St. Afra droht der Verkehr noch mehr zu werden. Von einem drohenden Nadelöhr ist die Rede. Doch was tun?

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Mering will mehr Parkplätze für St. Afra schaffen

Der Markt Mering hat schon reagiert und sowohl am Haltepunkt St. Afra und am Bahnhof im Ort mehr Stellplätze für die Pendler-Autos geschaffen. Denn die Anwohner beklagten zugeparkte Wohnstraßen in Bahnhofsnähe, bei St. Afra stellten Pendler ihre Autos auf Feldwegen ab. Entlastung gebracht haben die neuen Parkplätze aber nur für kurze Zeit, sagt Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler: „Wir haben an die 700 Pendlerparkplätze gebaut und es reicht immer noch nicht“.

Und auch das ÖPNV-Angebot befriedigt nicht alle Bedürfnisse. Einer derjenigen, die sich über den Busverkehr ärgern, ist Milan Held. Der Königsbrunner fährt jeden Tag zur Arbeit nach München und wieder nach Hause. Seine Kritik: Die Busse der Linie 100 bedienen nicht alle Züge aus München, was Wartezeiten bedeutet.

Auch stößt ihm auf, dass an Freitagnachmittagen das Busangebot ausgedünnt wird und die Wartezeiten damit noch länger ausfallen, sagt Held: „Und wenn ein Zug aus München mehr als acht bis zehn Minuten Verspätung hat, warten die Busfahrer am Meringer Bahnhof nicht, sondern fahren leer nach Königsbrunn“. Für dieses Angebot seien die 75 Euro im Monat sehr teuer, zumal am Wochenende gar kein Bus nach Mering fährt.

Meringer Bürgermeister: Kein Geld mehr für Ortsfremde ausgeben

Doch wie lässt sich die Situation verbessern? An Hans-Dieter Kandler wurden schon Forderungen herangetragen, noch mehr Parkplätze zu bauen. Doch der Bürgermeister winkt ab: „Ein Stellplatz kostet etwa 5000 Euro. Bei allem Respekt sehe ich nicht, dass wir noch einmal so viel Geld aus unserer Gemeindekasse für Ortsfremde ausgeben.“ Mering habe genug eigene Projekte, um die man sich kümmern müsse.

In Königsbrunn besteht durchaus Interesse, eine bessere Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu schaffen. Bürgermeister Franz Feigl hat schon einmal mit den Verantwortlichen des AVV über eine Schnellbuslinie zwischen Bobingen, Königsbrunn und Mering gesprochen. Die Königsbrunner wollten aber einen Halt im Zentrum, der AVV vertrat die Haltung, dass der Weg durch die Stadt zu lange dauert und der Schnellbus Königsbrunn nur im Süden streifen kann, damit es sich lohnt, sagt Feigl. 

Grüne wollen Fahrradschnellstraße

Momentan gibt es keine Gespräche, doch der Bürgermeister möchte den Faden bald wieder aufnehmen und rief zuletzt beim Neujahrsempfang Landrat Martin Sailer auf, gemeinsam alle Optionen auszuloten. Auch Investitionen der Stadt in neue Haltestellen oder einen Pendlerparkplatz sind für den Bürgermeister grundsätzlich durchaus vorstellbar, wenn das Gesamtpaket passt. Eine zusätzliche Mittagsverbindung der Linie 100 sei gut angenommen worden. Die Grünen in Königsbrunn und Mering setzen sich zudem für eine Fahrradschnellstraße zwischen beiden Orten ein.

Wie viele Menschen derzeit schon den Bus nutzen, dazu kann der AVV nur begrenzt Daten liefern. Morgens und am Nachmittag verzeichne man 100 bis 150 Abokunden, Zahlen über Einzelfahrscheine oder Monatskarten liegen nicht vor, teilt die Pressestelle mit. Damit sich eine Linie lohnt, sind für den Landkreis Augsburg fünf bis zehn regelmäßige Nutzer Voraussetzung. Einen zusätzlichen Haltepunkt in St. Afra sieht man beim AVV als wenig sinnvoll an. Denn in Mering selbst halten alle Regionalzüge zwischen München und Augsburg, zudem können die Fahrgäste dort auch auf andere Buslinien umsteigen.

Umfragen, wie die Kunden mit dem Angebot zufrieden sind, gibt es bislang nicht. Erhebungen unter den Autofahrern, wie man sie zum Umsteigen auf den Bus bewegen könnte, gab es bislang aus Budgetgründen auch nicht. Es sieht so aus, als würde die Karawane noch einige Zeit weiter über den Lech ziehen.

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Ein Artikel von
Adrian Bauer

Lokalredaktion Schwabmünchen
Ressort: Lokalnachrichten


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