Sonntag, 22. Oktober 2017

24. September 2017 23:44 Uhr

Landkreis Günzburg

Katerstimmung und große Freude - Die Reaktionen aus dem Wahlkreis Neu-Ulm

Was sagen Gewinner und Verlierer dieser Bundestagswahl im Wahlkreis Neu-Ulm und im Landkreis Günzburg? Ein Überblick:

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Die Abgeordneten Deligöz (Grüne) und Brunner (SPD) im Gespräch. Während die Grüne im Ergebnis zulegen konnte, rutscht die SPD auf den Platz der drittstärksten Kraft im Wahlkreis ab.
Foto: Andreas Brücken

CSU

Georg Nüßlein, Direktkandidat: „Das ist ein klares Ergebnis, darüber freue ich mich schon. Mehr kann man gegen den Trend nicht erreichen. Unzufrieden bin ich mit dem Gesamtergebnis der CSU. Viele Wähler wollten uns ein Signal geben. Da ging es ganz klar um das Flüchtlingsthema, die AfD hat ja keine andere Botschaft. Ziel muss jetzt bei den Koalitionsverhandlungen sein, das geradezubiegen. Das wird allerdings unter Beteiligung der Grünen schwierig werden. Gegen die CSU gibt es jedenfalls keine Regierung.“

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Alfred Sauter, Kreisvorsitzender: „Ich habe nicht erwartet, dass wir in dieser Größenordnung verlieren. Wir können, wir müssen mit dem Resultat nun leben. Und ich sehe durchaus die Chance, die Unzufriedenen, die zu der AfD gewechselt sind, wieder zurückzuholen. Unsere Flüchtlingspolitik haben uns die Menschen nicht mehr abgenommen. Die Oppositionsparteien im Bundestag haben es nicht vermocht, die Proteststimmung auf sich umzulenken. Und es ist das geschehen, vor dem schon der frühere Parteivorsitzende und Ministerpräsident Franz Josef Strauß immer gewarnt hat: Rechts von der CSU ist eine Partei aufgetaucht, die wählbar scheint. Ich hatte definitiv schon schönere Wahlabende.“

AfD

Gerhard Großkurth, Direktkandidat: „Es ist ein extrem gutes Ergebnis, das wir erreicht haben, vor allem unter diesen schwierigen Bedingungen im Wahlkampf. Damit meine ich die Anfeindungen und die üble Hetze, der sich unsere Mitglieder und Anhänger ausgesetzt sahen, nur weil sie in der Sache eine andere Einstellung haben. Die Vertreter der etablierten Parteien haben mich mit ihren Aussagen an die Endphase der DDR erinnert. Auch dort wollten die Machthaber nicht wahrhaben, was im Land vor sich geht. Ich neige nicht zur Übertreibung. Aber ich verspreche eine glatte Verdoppelung unseres Ergebnisses bei der nächsten Bundestagswahl, wenn die Etablierten so weitermachen wie bisher und dann wird wirklich alles anders sein.“

Anton Fink, Kreisvorsitzender: „Der Wähler hat sein Urteil getroffen. Dieses Land steht vor großen Herausforderungen. Die bisherige Politik war unglaubwürdig.“

SPD

Karl-Heinz Brunner, Direktkandidat: „Es ist ein bitteres Ergebnis für die deutsche Sozialdemokratie. Wir werden die Führungsrolle in der Opposition nicht der AfD überlassen, die nicht für Demokratie steht und auch nicht dafür, dass wir 70 Jahre in Freiheit und Frieden leben konnten. Bedauerlich finde ich, dass der AfD in den Medien ein so breiter Raum in der Berichterstattung gegeben wurde. Das hat den Menschen ein Stück weit die Scheu vor dieser Partei genommen, weil der Eindruck entstanden ist, dass die AfD zur Normalität gehört.“

Achim Fißl, Kreisvorsitzender:

„Günzburg ist der einzige Wahlbezirk, wo wir vor der AfD liegen, Günzburg hat seit Jahren einen SPD-Bürgermeister, dann gehe ich davon aus, dass der eine gute Politik gemacht hat. Das Abschneiden der eigenen Partei ist eine Katastrophe und es ist klar, dass es so nicht weitergehen kann und die Große Koalition Geschichte ist. Bei dem AfD-Ergebnis kann es einem schon angst und bange werden. Wenn ich mit der Politik nicht zufrieden bin, dann muss ich doch nicht eine rechtsradikale Partei wählen, da gibt es doch andere Wege und Möglichkeiten. Wenn ich zum Beispiel Hohenraunau anschaue mit 35,8 Prozent CSU und 33,5 Prozent AfD-Zweitstimmen, dann frage ich mich: Wo lebe ich eigentlich hier?“

FDP

Richard Böhringer, Direktkandidat: „Ich bin glücklich über das Ergebnis meiner Partei. Wir haben unsere Ziele erreicht, sowohl in Bayern als auch im Bund. Wir haben mit Themen wie Bildung und IT gerade bei jungen Wählern gepunktet.“

Herbert Blaschke, Kreisvorsitzender: „Für die FDP ist es insgesamt sehr gut gelaufen. Wir liegen im Bereich der Umfragen. Für die Liberalen ist es in Bayern immer ein bisschen schwieriger. Und dass unser Direktkandidat um einiges schlechter abgeschnitten hat als die Partei, ist zum einen nicht unüblich. Zum anderen ist er als ein Mann aus einem Stadtteil von Neu-Ulm hier auch wenig bekannt.“

Grüne

Ekin Deligöz, Direktkandidatin: „Dass die Grünen so gut abgeschnitten haben, freut mich sehr. Die harte Arbeit im Wahlkampf hat sich ausgezahlt. Im Grunde ist es aber entsetzlich, wie viele Menschen die AfD gewählt haben. Jetzt geht es darum, Verantwortung zu übernehmen – natürlich wollen wir gestalten, aber wir brauchen auch die anderen Parteien. Mal sehen, ob die CSU den Mumm dazu hat. Ich glaube, dass wir gemeinsam gefordert sind, auch, um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Von der AfD dürfen wir uns im Parlament nicht die Themen diktieren lassen.“

Maximilian Deisenhofer, Kreisvorsitzender: „Das Ergebnis sehe ich zwiegespalten. Ich denke, wir können zufrieden sein mit unserem Wahlkampf als Kreisverband. Wenn ich das Gesamtergebnis betrachte, ist es schockierend, dass die AfD zweitstärkste Kraft ist. Das zeigt, dass es hier Leute gibt, die eine Partei wählen, mit der dann rechte und teils rechtsextreme Leute im Bundestag sitzen. Ich freue mich für Ekin Deligöz, dass sie wieder dabei ist und ihr Ergebnis steigern konnte. Für die Landtagswahl nehmen wir da schon Schwung auf.“

Die Linke

Elmar Heim, Direktkandidat: Ich freue mich, dass die Linke in Bayern 6,6 Prozent erzielt hat. Das ist weit mehr, als wir uns erhofft haben. Das Ergebnis der AfD ist aber ein finsterer Rückschritt.“

Stefan Balkheimer, Kreisvorsitzender: „Wir haben gegenüber 2013 zugelegt. Mehr Menschen haben sich zu den Linken bekannt. Unser Erfolg hat nicht nur mit dem Protest der Wähler zu tun, sondern auch mit unseren Themen, auf die wir gesetzt haben.“ ioa, pb, rbod, adö, abi

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