Samstag, 24. Juni 2017

27. März 2017 17:36 Uhr

Bürgerversammlung

Breitenbrunn hat dieses Jahr viel vor

Bürgermeister Tempel berichtet vom Ausbau von Straßen, Kindergarten, Internet und mehr. Von Ulla Gutmann

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Erwin Hefele (vorne links), Zweiter Bürgermeister und Vorsitzender des Wasserzweckverbandes, und Bürgermeister Jürgen Tempel berichteten über Aktuelles aus der Gemeinde Breitenbrunn.
Foto: Ulla Gutmann

Erwin Hefele, Zweiter Bürgermeister in Breitenbrunn und seit Oktober Vorsitzender des Wasserzweckverbandes, war nicht begeistert, dass von Gesetzes wegen nun eine neue technische Führungskraft eingestellt werden muss. Die Abwicklung der Wasserversorgung hätte ja bisher auch so funktioniert. „Der muas aber au ins Loch na!“, meinte Hefele zur allgemeinen Belustigung.

Bei der Bürgerversammlung im Gasthof März erklärte Hefele, dass die Gemeinden Breitenbrunn, Pfaffenhausen, Salgen und Oberrieden beschlossen hätten, gemeinsam die neue Stelle zu besetzen. Zur aktuellen Situation bei der Wasserversorgung erläuterte er, dass mehrere Wasserrohrbrüche, Sanierungs- und Baumaßnahmen viel Geld gekostet hätten, sodass 170000 Euro Kredit aufgenommen werden mussten, für 2017 nochmals zusätzlich rund 240000 Euro. Die Grundgebühr für die Hauhalte müsste deshalb erhöht werden, beispielsweise für eine Familie mit 120 m³ Verbrauch pro Jahr um 44,40 Euro. „Das ist nicht die Welt!“, meinte Hefele.

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Bürgermeister Jürgen Tempel sprach über die Haushaltslage und Statistiken vom Jahr 2016. Er war zufrieden mit der Entwicklung in Breitenbrunn und seinen Gemeindeteilen. Die Einnahmen im Vermögenshaushalt waren nicht so hoch wie geplant, die Differenz resultiert aus Verzögerungen bei der Umsetzung verschiedener Projekte, wie etwa dem Breitbandausbau. Diese Einnahmen würden aber für 2017 erwartet. Insgesamt ergab sich aus der Summe der Einnahmen von rund 1,4 Millionen Euro und der Summe der Ausgaben von etwa 757000 Euro eine positive Differenz von mehr als 647000 Euro. „Das ist ein guter Grundstock für die Dinge, die wir vorhaben“, so Tempel. „2016 waren keine weiteren Kredite nötig und die Gemeindeschulden konnten reduziert werden auf 2,4 Millionen Euro. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen ein bisschen zurücklegen und in Notwendiges investieren.“

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen zeige einen positiven Trend. Bedernau, Loppenhausen und Breitenbrunn hatten 2017 zusammen 2355 Einwohner, 27 mehr als im Vorjahr. Davon sind 83 Kinder bis drei Jahren und 68 im Alter von drei bis sechs Jahren. Für sie soll auch der Kindergarten um einen neuen Gruppenraum mit 15 Plätzen erweitert werden. Planung und Genehmigungsverfahren dafür liefen.

Die Naturtherme feiert Geburtstag

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Naturtherme in Bedernau. „Die Besucherzahlen sind weiterhin gut. Spürbar ist aber die Abhängigkeit vom Wetter im Außenbereich“, so Tempel. Der verregnete August 2016 hätte sich ausgewirkt, so waren die Einnahmen um knapp 9500 Euro niedriger als erhofft. Ein versteckter Kostentreiber sei die EEG-Umlage, die seit 2003 enorm angestiegen ist, während der reale Stromverbrauch in den Thermen reduziert wurde. Das zehnjährige Bestehen der Therme werde dieses Jahr gefeiert, neue Parkplätze werden nun gebaut, um die Straße von parkenden Autos freizuhalten, da Busse und auch mal ein Feuerwehrfahrzeug hier vorbei müssen.

Fördergelder für die Glasfaserverlegung für den Breitbandausbau kamen 2016 in Höhe von 832000 Euro. Von der Gemeinde werden pro Haus rund 200 Euro bezahlt, ein Direktanschluss der Häuser an das schnelle Internet kostet die Bürger jeweils 599 Euro. Der Betrag erhöht sich laut Telekom in Zukunft auf 799 Euro. „Ich rate allen, das jetzt zu machen. Billiger wird das nie, da bin ich mir sicher“, meinte Tempel.

Angesprochen wurde die Dorfbacherneuerung, notwendige Straßenbauarbeiten, die bereits abgeschlossen wurden oder wie die MN8 noch angegangen werden und das neue Feuerwehrfahrzeug für Bedernau. Das alte Fahrzeug ist bereits über 30 Jahre alt, ein neues ist bestellt und soll im Herbst geliefert werden.

Josef Heinzler aus Bedernau wollte bei der Fragerunde wissen, was die Asylbewerber die Gemeinde gekostet hätten. „Das Gebäude wurde vom Landkreis angemietet, Verpflegung und Versorgung bezahlte das Landratsamt“, antwortete Tempel. „Knapp 1000 Euro wurden für Deutschkurse und Schulungen wie zur richtigen Verwendung der Mülltonnen ausgegeben, das war alles.“ Theo Beggel wies darauf hin, dass beim Großbrand in Breitenbrunn im Vorjahr ein Hydrant nicht funktioniert hätte. Erwin Hefele antwortete: „Es ist uns bekannt, dass mehrere Hydranten sanierungsbedürftig sind. Es sind aber so viele Aufgaben zu bewältigen, dass nicht alles gleichzeitig gemacht werden kann. Viele Jahre wurde nichts gemacht, das muss jetzt aufgearbeitet werden.“ Ein Lob für ihre gute Arbeit erhielt die Feuerwehr vom Ersten Bürgermeister und im mit etwa 120 Interessierten voll besetzten Saal im Gasthof März wurde auch nach der offiziellen Sitzung noch eifrig weiterdiskutiert.

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