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Freizeit: Alkohol am Feuer?

Freizeit

Alkohol am Feuer?

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    Freiluftgrillen soll bald im Naherholungsgebiet Ludwigsfeld möglich sein. Ob dazu auch Alkohol erlaubt ist, muss noch diskutiert werden.
    Freiluftgrillen soll bald im Naherholungsgebiet Ludwigsfeld möglich sein. Ob dazu auch Alkohol erlaubt ist, muss noch diskutiert werden. Foto: Symbolbild: Silas Stein/dpa

    Es war ein hübscher Versprecher, mit dem Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zum nächsten Tagesordnungspunkt überleitete: „Jetzt kommen wir zum Chillen, äh zum Grillen“, kündigte er in der jüngsten Stadtratssitzung an. So falsch war das nicht, denn schließlich ging es ja um Entspannung und Freizeit – Neudeutsch: „chillen“ – als die Frage erörtert wurde, ob Neu-Ulm einen öffentlichen Platz bekommen sollte, an dem Würste und Steaks im Freien gebrutzelt werden dürfen. Bisher ist das in den Parkanlagen und an den Seen nicht erlaubt. Die SPD hatte eine solche Grillstelle beantragt und die Verwaltung ging akribisch der Frage nach, wo und wie das, wenn überhaupt, zu bewerkstelligen sei. Denn egal ob nun fest gemauerte Grills in die Landschaft gesetzt oder nach neuseeländischem Vorbild öffentliche Elektrogrillgeräte angeschafft werden oder ob lediglich Grillzonen auszuweisen sind – all das kostet Geld und könnte Ärger mit Nachbarn bedeuten.

    Am Ende ihrer Untersuchung empfahl die Abteilung Grünflächen und Friedhof, ein Grillareal im Norden des Naherholungsgebiets Ludwigsfeld abzugrenzen. Wer dort selbst gesottenes Freiluftfleisch genießen möchte, müsste seine Gerätschaften selber mitringen. Ganz kostenlos käme die Stadt nicht davon, denn ein Müllcontainer für die ausgeglühte Kohle sowie Schilder und Markierungen kosten bis zu 6700 Euro. Und da Vertrauen zwar gut ist, die regelmäßige Kontrolle aber sinnvoll erscheint, müssten noch mal 12000 Euro Unterhaltskosten dazugerechnet werden. All das stieß im Stadtrat nicht auf Widerspruch. Allerdings muss noch ein für Griller nicht ganz unwesentliches Detail geklärt werden. Die Stadtverwaltung rät davon ab, Alkohol am Feuer zu erlauben: „Es kann nicht Aufgabe der Stadt sein, Alkoholkonsum zu fördern“, heißt es in der Unterlage zur Sitzung.

    Das will die SPD nicht so streng sehen. Rudolf Erne war zunächst mal grundsätzlich der Meinung, Neu-Ulm könnte getrost etwas von der Landeshauptstadt München abschauen, wo es vielfältige Grillmöglichkeiten gibt. Selbst Ulm besitze ja in der Friedrichsau fest installierte Roste. Was den Alkohol betrifft, so bat er darum, die Dinge nicht nur nüchtern zu betrachten, denn: „Ein Steak schmeckt nicht mit einer Apfelschorle.“ Ein bisschen Liberalität in diesen Dingen täte der Stadt ganz gut, ein Bierchen zur Roten stört seiner Ansicht nach nicht.

    In diesem Punkt fühlte sich OB Noerenberg verpflichtet, daran zu erinnern, dass die SPD vor zwei Jahren den Antrag gestellt habe, an öffentlichen Plätzen den Alkoholkonsum zu verbieten. In diesem Fall zeigte er sich kompromissbereit. Er regte an, die Fraktionen mögen zunächst intern diskutieren, wie sie zum Thema Alkohol stehen. Alfred Schömig (FDP) sagte gleich, er halte ein striktes Verbot nicht für sinnvoll.

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