Dienstag, 17. Oktober 2017

24. März 2016 10:00 Uhr

Region Augsburg

Polizei und Bauamt halten die Osttangente für dringend notwendig

Die Augsburger Osttangente ist nach wie vor umstritten. Polizei und Bauamt nennen nun Gründe, warum das Projekt aus ihrer Sicht dringend notwendig ist.

i

Im Westen von Mering-St. Afra soll die Osttangente zur Staatsstraße in Richtung Königsbrunn führen.
Foto: Josef Stöhr (Archiv)

Bei Naturschützern, Anwohnern und Politikern im Landkreis ist die geplante Osttangente nach wie vor umstritten. Bei der Unfallkommission jedoch ruft die Aufnahme des vierspurigen Ausbaus in den Bundesverkehrswegeplan einhellige Zustimmung hervor. Die Mitglieder von Polizei, Landratsamt und Staatlichem Bauamt Augsburg begrüßten die Entscheidung in Berlin, das Projekt auf die Liste der vordringlichsten für die nächsten 15 Jahre zu setzen.

Uwe Fritsch vom Staatlichen Bauamt Augsburg sagte bei einem Pressetermin in Aichach: „Für den Großraum Augsburg ist das eine super Nachricht.“ Er wies Kritik zurück, wonach die Osttangente nur der Entlastung der Stadt Augsburg diene: „Der Raum braucht eine leistungsfähige Straße, schon zur eigenen Entlastung.“ Der Verkehr müsse besser abfließen. Die Osttangente sei „dringend notwendig“, so der Bereichsleiter Straßenbau.

ANZEIGE

Sieben Unfallschwerpunkte auf der Strecke

Helmut Beck, Verkehrssachbearbeiter der Aichacher Polizei, verwies auf die vielen Unfälle auf der Trasse in den vergangenen zehn Jahren. Über 1000-mal habe es auf der gesamten Strecke von der Autobahnausfahrt bei Friedberg-Derching bis Königsbrunn (Kreis Augsburg) gekracht. 850 Menschen kamen dabei zu Schaden: Sechs starben, fast 100 wurden schwer, über 740 leicht verletzt. Sieben Unfallschwerpunkte gebe es auf der gesamten Strecke. Beck zeigte sich überzeugt: „Es wäre verantwortungslos, wenn wir da nichts machen würden.“ Die Straße sei überlastet.

Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann schränkte zwar ein, man dürfe nicht glauben, dass mit einer neuen Straße alle Probleme gelöst seien. In Becks Augen wird die Verkehrssituation mit der Osttangente aber zumindest sicherer. Zur Aufnahme des vierspurigen Ausbaus in den Bundesverkehrswegeplan sagte er: „Das ist die richtige Entscheidung für unseren Landkreis.“ Uwe Fritsch fügte hinzu: Öffentliche Verkehrsmittel seien nie Ersatz für eine Straße.

Behörden müssen sich beim Straßenbau untereinander abstimmen

Allerdings sieht er noch viel Abstimmungsbedarf auf die beteiligten Behörden zukommen. Denn der Kreistag hatte sich nach einem gemeinsamen Antrag von CSU und SPD mehrheitlich auf eine abgespeckte Variante der Osttangente (zweispurig mit abschnittsweisen Überholstreifen) geeinigt – nur wenige Tage, bevor Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Referentenentwurf zum Bundesverkehrswegeplan präsentierte.

Die abgespeckte Version aber war dort nicht Teil der Bewertung, sondern die vierspurige Variante. Fritsch hob deren gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis hervor: Jeder investierte Euro bringe sechs Euro volkswirtschaftlichen Nutzen. Bei der abgespeckten Variante sei erst eine Nachbewertung nötig.

Sieben Millionen Euro für Bundes- und fünf Millionen für Staatsstraßen

Die Ortsumgehung von Friedberg ist Fritsch zufolge im Bundesverkehrswegeplan als „weiterer Bedarf“ aufgeführt. Dasselbe gilt für den zweispurigen Ausbau der B300 zwischen Aichach und Kühbach. Möglicherweise lasse sich dieser Abschnitt im nächsten Bundesverkehrswegeplan verwirklichen, der dann wieder für 15 Jahre gilt.

Insgesamt ist das Staatliche Bauamt Augsburg zufrieden mit dem Bundesverkehrswegeplan für die nächsten 15 Jahre. Von 16 angemeldeten Projekten seien neun als „vordringlicher Bedarf“ und drei in der Planungsstufe aufgeführt worden. „Eine relativ hohe Erfolgsquote“, so Fritsch.

Derzeit sei das Wittelsbacher Land privilegiert, weil hier große Maßnahmen anstünden. Im vergangenen Jahr seien insgesamt elf Millionen Euro für Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis investiert worden. Die wichtigsten Projekte waren (und sind zum Teil noch immer) der Ausbau der B300 von Aichach bis Dasing, die Sanierung der Ortsdurchfahrt im Aichacher Stadtteil Klingen, die Bahnunterführung in Aichach sowie der Deckenneubau zwischen Sielenbach und Tödtenried.

Heuer sollen Fritsch zufolge knapp sieben Millionen Euro in die Bundesstraßen im Landkreis investiert werden. Das sei ein Viertel mehr als im Vorjahr. Schwerpunkt sei neben dem Ausbau der B300 die Deckenverstärkung an der Anschlussstelle der B2 bei Augsburg-Ost.

In die Staatsstraßen fließen heuer über fünf Millionen Euro. Die Schwerpunkte hier: die Bahnunterführung in Aichach, der Ausbau zwischen Pöttmes und Grimolzhausen, der am 11. April beginnt und bis in den November dauern soll, sowie der Deckenbau zwischen Mering und Königsbrunn.

 

i

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema
Ihr Wetter in Aichach
17.10.1717.10.1718.10.1719.10.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            wolkig
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter5 C | 21 C
4 C | 19 C
6 C | 17 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Ein Artikel von
Nicole Simüller

Aichacher Nachrichten
Ressort: Lokalnachrichten Aichach

Top-Angebote


Bauen + Wohnen

Beilage: Ferien Journal


Alle Infos zum Messenger-Dienst
Partnersuche