Mittwoch, 17. Januar 2018

29. September 2016 16:33 Uhr

Günzburg/Neu-Ulm

Sparkassenfusion ist geplatzt

Bei der Verwaltungsratssitzung in Günzburg ist  heute eine Entscheidung gefallen. Von Rebekka Jakob, Peter Bauer und Oliver Helmstädter

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Die Fusion der Sparkasse Günzburg-Krumbach  mit der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen ist gescheitert.  Der Günzburger Verwaltungsrat hat die Gespräche für beendet erklärt.
Foto: Rebekka Jakob

Die Fusion der Sparkasse Günzburg-Krumbach mit der Sparkasse Neu-Ulm – Illertissen ist geplatzt. Bei der Sitzung des Verwaltungsrats am Donnerstag in Günzburg fiel die Entscheidung, die Gespräche nicht mehr weiter zu verfolgen. „In Abwägung aller Argumente kommt der Verwaltungsrat zum Ergebnis, die Fusionsgespräche zu beenden“, so der Wortlaut der Entscheidung, über die am Donnerstagnachmittag die Mitarbeiter der Sparkasse informiert wurden.

Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sagte gegenüber unserer Zeitung, er wolle sich grundsätzlich nicht zu der Entscheidung äußern. „Ich bin aber in jedem Fall glücklich darüber, dass die Diskussion jetzt beendet ist. Für die Mitarbeiter beider Häuser waren die vergangenen Monate eine belastende Hängepartie.“ Es sei sicher klug, nicht entgegen der Meinung mehrerer Träger der Sparkasse eine Fusion weiter zu entwickeln. Jauernig hatte bereits im Lauf der Verhandlungen deutlich gemacht, dass er immer weniger ein Freund des Fusionsgedankens sei. Und auch im Günzburger Kreistag hatte es rumort: Zuletzt hatten Vertreter der Fraktionen vergangene Woche im Kreisausschuss mehrheitlich gefordert, weitere Entscheidungen über die Fusion erst nach der nächsten Sitzung des Kreistags am 20. Oktober zu treffen, damit das Gremium über die Pläne diskutieren und dazu Stellung beziehen kann (wir berichteten).

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Mit der Ablehnung der Fusion am Donnerstag hat sich dies jedoch erledigt. Ähnlich wie Gerhard Jauernig teilte auch der amtierende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Günzburg-Krumbach, Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer, auf Anfrage mit, dass er zur aktuellen Entscheidung derzeit keinen weiteren Kommentar abgeben möchte. Fischer hatte sich aber in den vergangenen Monaten immer wieder entschieden für eine Fusion der Sparkassen ausgesprochen. Mit Blick auf die heftige Diskussion über Personalfragen hatte Fischer wiederholt betont, dass sich die Fusionsverhandlungen an Fakten orientieren sollten. Diese würden für eine Fusion sprechen.

Fischer war von Konzept überzeugt

Das geplante dezentrale Konzept mit den vier Marktzentren Neu-Ulm, Illertissen, Günzburg und Krumbach hatte Fischer mehrfach als überzeugend bezeichnet. Doch aus dem Landkreis Günzburg waren auch reichlich Vorbehalte geäußert worden – nicht nur gegen den Chef der Sparkasse Neu-Ulm – Illertissen, Armin Brugger. Wie aus Kreisen des Günzburger Stadtrats verlautete, hatten auch die unterschiedlichen Kulturen der beiden Häuser zur Ablehnung geführt. Außerdem sollen sich die Synergieeffekte, die man sich anfänglich durch eine Fusion erhofft hatte, nach konkreter Erhebung nicht mehr so positiv dargestellt haben.

Im Kreis Neu-Ulm fielen die Reaktionen freilich anders aus. „Als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Neu-Ulm – Illertissen halte ich diese Entscheidung des Verwaltungsrates der Sparkasse Günzburg-Krumbach für äußerst bedauerlich“, teilte Jürgen Eisen mit. Der Sparkassenchef Brugger sieht das genauso. „Im Namen des Gesamtvorstandes bringe ich zum Ausdruck, dass ich diese Entscheidung außerordentlich bedaure.“ Der Erklärung von Eisen schließe er sich an. Dieser betonte weiter, dass die Fusion der beiden Sparkassen die „richtige Antwort“ auf aktuelle Fragen gewesen wäre. Denn die niedrigen Zinsen und immer neue Auflagen für die Banken erschweren zunehmend gerade das Geschäft der kleinen Regionalbanken, größere Institute hätten es hier leichter. Und die Institute aus Günzburg und Neu-Ulm hätten sich in einer prosperierenden und mittelstandsgeprägten Region prima ergänzt.

Lesen Sie hier mehr über die Hintergründe der geplatzten Fusion.

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