Samstag, 3. Dezember 2016

24. März 2015 00:33 Uhr

Verkehr

Bürger wollen ein weites „Drumherum“

Versammlung gegen die Pläne für eine vierspurige Schnellstraße im Süden platzt aus allen Nähten. Interessensgemeinschaft formiert sich. Akteure stellen sich eine ganz andere Trassenführung vor

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Rund 150 Bürger waren am Samstagabend in den Gasthof Krone gekommen, um über die Anbindung der Augsburger Osttangente an die B17 im Süden von Königsbrunn zu diskutieren – und ihren Protest gegen die geplante vierspurige Schnellstraße zu organisieren.
Foto: Alwin Jung

Der Name ist Programm: Deutlich über hundert Bürger aus dem Süden der Stadt haben eine Interessensgemeinschaft (IG) mit dem Titel „Drumherum statt mittendurch“ gegründet. Damit wollen sie die aktuelle Planung des staatlichen Straßenbauamts Augsburg verhindern, das im Zusammenhang mit dem Ausbau der B2 im Landkreis Aichach-Friedberg zu einer „Osttangente Augsburg“ die vierspurige Schnellstraße direkt südlich von Königsbrunn zur B17 hinführen will.

„Für uns gibt es keine Alternative vor Ort“, stellt Andreas Niess fest. Er wohnt an der Schleifenstraße im Südosten der Stadt und betreibt dort auch eine Pferdepension. Wenn deutlich mehr Verkehr von der östlichen Lechseite zur B17 fließen soll, dann gibt es für ihn nur eine Alternative: bei Mering weiter nach Süden, dann bei der Staustufe 21 über den Lech und auf der Trasse der „alten Panzerstraße“ zur B17-Auffahrt Lechfeld-Nord. „Die Lechstraße für mehr Verkehr auszubauen, ist auch keine Lösung“, so Niess im Gespräch mit unserer Zeitung, „das bringt die direkten Anlieger auf die Palme.“

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Für vergangenen Samstag hatte Niess und einige Nachbarn zu diesem Thema ein Treffen im Hotel / Gasthof Krone verabredet. Sie rechneten mit etwa 30 Teilnehmern. Als dann in der Samstagausgabe unserer Zeitung ein großer Bericht zu diesem Thema stand, da kam ein Vielfaches davon. „Wir mussten umplanen, hatten für 110 bestuhlt – und 30 bis 40 standen noch an den Wänden entlang“, berichtet Niess. Gekommen waren auch einige Stadträte von Grünen, CSU, SPD und BbK, Bürgermeister Franz Feigl stieß noch kurzfristig dazu. Auch der Stimmkreisabgeordnete im Bundestag, Volker Ullrich, kam.

Er erläuterte kurz die Abläufe bei der aktuellen Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) und erwähnte unter anderem, dass einzelne Ortsumgehungen keine Chancen hätten, als „vordringlichen Bedarf“ eingestuft zu werden. Er betonte, aus seiner Sicht sei die Planskizze, der auch die Grafik in unserer Samstagausgabe zugrunde lag, „nur eine Idee“. Er sei überzeugt, dass diese Trasse nicht zustande komme, weil Naturschutz, Trinkwasserschutz und Lärmschutz dagegenstehen und weil sie die Entwicklung Königsbrunns beschneide. Das hatte auch Bürgermeister Franz Feigl letzte Woche gegenüber unserer Zeitung betont. Am Samstagabend stellte er fest, Königsbrunn sei nicht in der Pflicht, eine weitere autobahnähnliche Straße zu tragen.

Alwin Jung, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, war von Anwohnern aus dem Süden eingeladen worden, um über seine Erfahrungen mit der Organisation von Bürgerprotest – Jung hatte sich gegen den kurzzeitig geplanten Verkehrsflughafen auf dem Lechfeld engagiert – zu berichten. Dazu war nun der Kreis der Teilnehmer viel zu groß. Auch Jung argumentierte gegen die Planung des Straßenbauamtes, stellte dabei jedoch die grundsätzliche Frage: „Braucht man die Schnellstraße überhaupt.“

Jung entrüstet sich außerdem darüber, dass der Friedberger Stadtrat vergangene Woche (gegen die Stimmen unter anderem der drei Stadträte der Grünen) eine Resolution verabschiedet hat, in dem festgestellt wird: „Die B2 / Osttangente Augsburg ist im Interesse der betroffenen Kommunen Königsbrunn, Mering, Kissing, Friedberg und Augsburg“. Gleichlautend soll er diese Woche auch in Kissing und Mering beschlossen werden. „Es kann ja nicht sein, dass die beschließen, was im Interesse von Königsbrunn ist“, so Jung gegenüber unserer Zeitung.

Florian Kubsch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat, warnte am Samstagabend allerdings: „Ein simples Nein reicht nicht aus!“ Seiner Meinung nach reicht es auch nicht, zu fordern, die Anbindung an die B17 müsse deutlich südlich der Staustufe 23 über den Lech geführt werden. Auch hier stünden Festlegungen beim Naturschutz dagegen. Man müsse alle Möglichkeiten ergebnisoffen prüfen. Für seine Ausführungen erhielt Kubsch verhältnismäßig wenig Applaus.

Auch ohne offiziellen Gründungsbeschluss wird die IG gegen die Schnellstraße im Süden ihre Aktivitäten aufnehmen, kündigt Andreas Niess an. Er und seine Mitstreiter haben am Samstagabend bereits etwa 120 E-Mail-Adressen gesammelt. „Das sind 120 Familien, die sich dagegen engagieren.“ In Kürze soll eine Online-Plattform fertig sein, auf der sich Mitstreiter anmelden können. Sie ist zu finden

Im Internet

www.drumherum-statt-mittendurch.de

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