Samstag, 24. Juni 2017

04. Dezember 2016 09:00 Uhr

Region

Freie Bahn für nördlichen Teil der Osttangente

Der Bundestag verabschiedet den Bundesfernstraßenplan. Der Straßenabschnitt von Mering zur B 17 wird vorerst nicht weiterverfolgt. Die Straße bleibt weiterhin Thema. Von Thomas Goßner und Hermann Schmid

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Trotz Widerstand wird die Planung der Osttangente weiter verfolgt.
Foto: Johanna Hermann (Archivbild)

Der Bundestag hat gestern den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) in dritter und letzter Lesung verabschiedet – und damit auch den Weg frei gemacht für Planung und Bau der Osttangente Augsburg. Die Entscheidung stößt erwartungsgemäß auf ein geteiltes Echo. Während die CSU-Abgeordneten Ulrich Lange und Hansjörg Durz das Ergebnis begrüßen, bleiben die Gegner des Projekts bei ihrer Kritik. „Unser Widerstand geht jetzt erst richtig los“, kündigte Wolfhard von Thienen, Sprecher des Aktionsbündnisses Keine Osttangente (A-KO), an.

Die Straßenabschnitte zwischen der A 8 bei Derching und der Staatsstraße 2380 bei Mering sind als „Vordringlicher Bedarf“ und der Abschnitt zwischen Mering und der B 17 bei Oberottmarshausen als „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingeordnet. „Diese Differenzierung ist aus meiner Sicht der Schlüssel für eine sachgerechte Lösung. Sie stellt eine stimmige Priorisierung dar, die den Beschlüssen der kommunalen Gremien sowie den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort gerecht wird“, erklärte Durz. Die Verbindung zwischen Mering und der B17 bei Oberottmarshausen wird nach Angaben der beiden CSU-Politiker in den nächsten Jahren planerisch nicht weiterverfolgt. Königsbrunn und auch Oberottmarshausen hatten gegen diesen Ausbau protestiert.

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„Der wirkliche Prozess beginnt jetzt vor Ort“

Wesentliche Ziele der Osttangente könnten auch ohne die Querverbindung über den Lech zur B17 erreicht werden, betonen die Parlamentarier. Dazu zählen die Bündelung des Nord-Süd-Verkehrs im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg, die Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsablaufs auf den Hauptverkehrsstraßen, die Entlastung der von Lärm- und Schadstoffen belasteten Straßenanlieger sowie die Verbesserung der kommunalen Entwicklungsmöglichkeiten. „Der wirkliche Prozess beginnt jetzt vor Ort“, stellt Lange fest. Das Straßenbauamt werde jetzt das Verfahren auf den Weg bringen. Im Dialog mit der Politik müsse nun geklärt werden, welcher Abschnitt zuerst verwirklicht werde. Im Landkreis Aichach-Frieberg ist noch strittig, ob als erstes der vierspurige Ausbau zwischen Derching und Friedberg oder die Kissinger Umgehung am Zuge sein soll.

Aus Sicht von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat das Projekt extreme Belastungen für Umwelt und Natur zur Folge und ist mit einem sehr hohen Flächenverbrauch verbunden. „Diese autobahnähnliche Straße ist kein Beitrag zu einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik und kein Beitrag zu effektivem Klimaschutz“, kritisierte sie: Zwei Natura-2000-Gebiete werden bedroht. Alternativen habe das Ministerium nicht geprüft, kritisiert die Grünen-Politikerin. Es bestehe der Verdacht, dass die Pläne für das Großprojekt nur verfolgt werden, um damit Ortsumfahrungen um Friedberg und Kissing durchzusetzen, die wegen ihrer geringen Bedeutung für das Gesamtnetz als Einzelprojekte vermutlich schlechter bewertet worden wären.

Auch wenn die Finanzierung der Projekte des vordringlichen Bedarfs gesichert sei, rechnet Lange nicht mit einem schnellen Baubeginn für die Osttangente. „Wir wissen alle, dass Straßenplanungen keine Sache von ein oder zwei Jahren mehr sind“, sagte er unserer Zeitung. Es werde noch einige Zeit vergehen, bis hier gebaut werde. Zumal die Gegner des Projekts bereits rechtliche Schritte angekündigt haben.

Enttäuschung über Bürgerbeteiligung

Besonders enttäuscht zeigte sich A-KO-Sprecher von Thienen: „Bürgerbeteiligung sieht nach Ansicht der von uns gewählten Vertreter offenbar so aus, dass sie sagen, was gebaut wird, und wir dürfen dann sagen, obs zehn Meter links oder rechts sein soll.“ Er befürchtet jetzt das Schlimmste für die Region, nachdem sich die Befürworter vorerst durchgesetzt haben.

Auch für Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl ist das Thema nicht erledigt. Zwar habe man in Berlin auf die Proteste aus Königsbrunn gegen eine vierspurige Verbindung von Mering zur B17 südlich von Königsbrunn reagiert und diesen Abschnitt zurückgestellt, doch der Ausbau der B2 von Derching nach Mering werde sich auf jeden Fall auf den Verkehr im Süden der Brunnenstadt auswirken. Deshalb müsse Königsbrunn die weitere Entwicklung verfolgen.

Sein Ziel sei es, eine Verbindung von der B2 zur B17 oder zur A96 weiter südlich zu erreichen, so wie sie der Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich skizziert hat. „Es geht ja hier nicht um eine regionale Erschließung, sondern um eine Verkehrsführung mit europäischen Dimensionen“, so Feigl. Ullrich erklärte gestern, „es besteht jetzt eine sehr gute Chance, dass der vierte Bauabschnitt in weiter Zukunft mit einer östlichen Lechführung und einer südlicheren Lechquerung neu geplant und gebaut werden kann“.

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