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Aichach-Friedberg: An Weihnachten sind wir Gerhard Polt

Kommentar Von Vicky Jeanty
24.12.2018

Gerhard Polt poltert nicht selten über die moderne Gesellschaft. An Weihnachten sind wir im Wittelsbacher Land aber oft nichts anders.

Schnell noch – zum ersten und letzten Mal in diesem Jahr – eine kurze Runde über den örtlichen Weihnachts-, Christkindl-, Glühmarkt drehen. Letzte Geschenke, – die besondere Kerze, die besondere Seife – duftend erstanden. Um dann doch am einzigen freien Tischchen die warme Wurst mit heißem Wein runterzuspülen. Und da steht er bereits. Der „Polt“. Und redet, poltert in Poltscher Manier über die vom Smartphone ver- und besessenen Kollegen, über die Ungerechtigkeit in dera Welt: „Des derf doch net sei, dass di oiden Leit sich heit no um Kippen prügeln, und die andern net wissen, wohin mitm Geld.“

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Über das Geheimnis des Schenkens: „I brauch nix, aber d’Frau woas, wos i brauch.“ Über den Ursprung des Seins: „ D’Mutter hat mi ganz aloa zur Welt bracht. Als d’Hebamm endli kimma is, war i scho ganz blau. Ganz blau wor i, mei.“ Über die sinnlich-besinnliche Weihnachtsstimmung zu Hause: „Wenn d’Lichterl so schee flackern am Baum, i hob grad an Satz Batterien kaft. So schee is des.“

Beim zweiten (oder dritten?) Glühwein geht es grad so weiter, die berüchtigte tonstarke, sonore Poltsche Wut lässt auch die Umstehenden aufhorchen. „Polt“ muss schier die Zähne blecken, um im Staccato den Dingen aus seiner Sicht den Lauf zu lassen.

Natürlich war es nicht der Polt, der so polterte. Es war aber einer, der dem Polt aufs Maul geschaut hat und der aus dessen Herzen seine eigenen Herzensangelegenheiten macht. Wir sind halt Polt, sogar in der Weihnachtszeit.

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