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Kirche

09.02.2015

Beim Aichacher Pfarrfasching bekommt der Chef Noten

Ein Pfarrer in seinem faschingsgeschuldeten Element: Auf sehr innige Art verlieh die fesche Aichacher Prinzengarde Herbert Gugler den Faschingsorden.
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Ein Pfarrer in seinem faschingsgeschuldeten Element: Auf sehr innige Art verlieh die fesche Aichacher Prinzengarde Herbert Gugler den Faschingsorden.
Bild: Vicky Jeanty

In Informatik schneidet Stadtpfarrer Herbert Gugler hervorragend ab, in Hauswirtschaft nicht. Markus Drößler überzeugt beim „Dalli-Dalli“-Spiel als Hans Rosenthal

Wer und was versteckt sich hinter dem maskierten Faschingsmenschen? Ist die Maske ein Wunschaggregat für verkappte, unterdrückte Lebensentwürfe? Beim Aichacher Pfarrfasching hätten sich, wenn das denn so wäre, wunderliche Erkenntnisse ergeben. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Rupert Jung grüßte als schwarz-weiß gestreifter Knastbruder. Pfarrer Herbert Gugler präsentierte sich, leicht „verdickt“, in einer Blaumann-Bauarbeitermontur und Pastoralreferent Markus Drößler mutierte vom bezopften Leichtmatrosen zum Quizmaster im „Dalli-Dalli“-Ratespiel.

Als die „fantastischen Zwei“ tanzte Krankenhausseelsorgerin Schwester Theresia unterm breitkrempigen weißen Sommerhut mit „ihrem Freund Herbert“. Wolfgang Strandl (Pfarrgemeinderat) war unverkennbar der rockig-tätowierte Punk, während Maria und Josefine Glas als Engerl und Aloisia aus dem Jenseits grüßten. Nebst vielen anderen waren sie alle als „Hauptamtliche“ für das Faschingsprogramm zuständig, das die rund 150 maskierten Besucher beim Pfarrfasching in Schwung halten sollte. Alle bekamen sie ihr Faschingsfett ab oder teilten selbiges ganz nett aus. Ein „Dalli-Dalli“-Ratespiel bescherte Kandidaten und Juroren dank eines bravourös agierenden Markus Drößler als Hans Rosenthal kurzweilige Unterhaltung: Kinderbilder mussten der anwesenden, erwachsenen Prominenz zugeordnet werden. Ein rasant vorgetragenes Spendenkataloginventar sollte sinnvoll ausgesiebt werden. Und wer steigt nie ohne sein Stirnband aufs Radl oder den Kirchturm? Gugler. Wer schleppt die schwere Umhängetasche samt gezücktem Rotstift Richtung Deutschherren-Gymnasium? Drößler. Dessen Moderatorentalente samt beidbeinigem Begeisterungssprung a la Rosenthal quittierte das Publikum mit dem lauthals geschmetterten Zuruf: „Das war Spitze!“

Zwei auf Jungschülerinnen getrimmte Mitarbeiterinnen der Pfarrei lasen ihrem Dienstherrn die schulischen Leviten. Mathe: sehr gut, vor allem im Einsparen. Hauswirtschaft: negativ, da komplett ohne Kochkenntnisse. Informatik: überragend: googelt (sic!) ununterbrochen, twittert gekonnt, „Selfie“-Profi, nonstop online auch in puncto Gottesdienst, E-Mail-Spezialist mit Beicht-und Absolutionsangebot. Sport: sehr gut, speziell auf dem Rad und bei der Besteigung des Kirchturms. Musik: mittelprächtig, angesichts des überaus strengen Musiklehrers Alois.

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Aloisia (Josefine Glas) und ihr Engerl (Maria Glas) setzten noch eins drauf und kommentierten mit kritischem Blick von oben das Geschehen ganz hier unten. Rupert Jung besang das Guglerische Radlertalent, das amüsierte Publikum stimmte lauthals mit ein.

Die Gardemädchen samt Paartalia-Prinzenpaar legten eine beeindruckende Einlage aufs Parkett. Und bescherten dem Herrn Pfarrer einen Faschingsorden samt sehr persönlicher Zuneigungsbezeugungen.

Und da war noch im Publikum das Ehepaar Heidi und Klaus Habermann: ein teuflisch schönes Paar! Sie in feuerroter Perücke mit gekrümmten Hörnern, engem schwarzen Glitzerkleid und roter Federboa, er in schwarzem Frack mit großem rotem Seidenkragen als Dracula, auf sanft getrimmt. Das Publikum zeigte sich überhaupt überaus maskierfreudig: Gesichtet wurden Matrosen, Zwerge, Punks, Katzen, Elefanten, eine Biene Maja, eine Erdbeere und ein Franziskanermönch.

Das zeitgleiche Veitshöchheim und das Gardetreffen der Paartalia mögen dem Pfarrfasching diesmal etliche Besucher abgezogen haben. Die, die dabei waren, waren bester Stimmung und tanzten zur Musik der „Wadlbeißer“, die genau den richtigen Sound hinlegten.

Eine Bildergalerie zum Pfarrfasching finden Sie hier

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