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Aufführung

12.11.2019

In welcher Welt versteckt sich das große Glück?

Zunächst scheint den drei Vagabunden das geordnete Leben auf dem Bauernhof gut zu gefallen.
Foto: Albertine Ganshorn

Drei Vagabunden machen sich auf der Bühne des SSV Alsmoos-Petersdorf auf die Suche und erleben vier verschiedene Welten. Am Ende des Stücks „Zu wenig und zu viel“ kommen sie zu einer wichtigen Erkenntnis

Die Theatergruppe des SSV Alsmoos-Petersdorf entzückte am Samstagabend bei der Premiere des Stückes „Zu wenig und zu viel“ mit einer sensationellen Inszenierung. Dieser Ansicht war auch Kreisheimatpfleger Michael Schmidberger, gelang es doch den Darstellern unter der Regie von Marille Sturz, ein uns allen bekanntes Thema fantastisch und humorvoll umzusetzen.

Dabei ist das Thema der ewigen Unzufriedenheit der Menschen gar nicht so leicht umzusetzen. Drei Vagabunden namens Dünkel, Werk und Optime sinnieren: „Wenn i a Glück hätt, dann dat i“. Da betritt das Glück in Gestalt eines alten Mannes die Bühne. Glück sei nicht immer mit Gold und Jugend verbunden. Die drei Landstreicher erhalten die Möglichkeit, ihr „Glück“ zu suchen. Vagabundin Optime erhofft sich einen reichen Mann, Werk wäre gerne erfolgreicher Unternehmer, während Dünkel lieber repräsentieren und manchen Titel erwerben möchte. Gesundheit gehört selbstverständlich für alle zur „Grundausstattung“. Das Glück bietet ihnen vier verschiedene Welten an. Allerdings, wenn sie eine Welt verlassen haben, dürfen sie nicht mehr zurück, es gilt also, wohl abzuwägen. Alle drei wagen den Sprung in ein vermeintlich besseres Leben. Sie finden sich auf einem Bauernhof wieder, jeder hat seine Arbeit, gutes Essen und nette Menschen um sich, Dünkel wird zum Rossknecht ernannt, der verbeamtete Postbote nähert sich Optime, und Werk liebt seine Arbeit auf dem Hof.

Nur die Jungbäuerin hadert etwas mit dem Schicksal, denn noch ist der Hof nicht übergeben. Doch auch sie strahlt, als der italienische Gemüsehändler auf das Anwesen kommt. Die Vagabunden erkennen, dass der „Erdäpfldandler“ das „Glück“ ist. Da gutes Essen, zufriedenstellende Arbeit und nette Menschen zu wenig sind, wandern sie in die zweite Welt. Sie finden sich nun in einer Schmiede wieder.

Gerhard Lesti als Werk liebt seine Arbeit als Schmied, Georg Birkmeir, in der Rolle des Dünkel, empfängt charmant die Auftraggeber mit ihren manchmal skurrilen Wünschen. Optime, gespielt von Christina Heinrich wartet, dass der Pfundstaller sie ehelicht. Es passt alles, bis sich herausstellt, dass der Betrieb zu klein, die Arbeit zu viel ist, der ernannte Rittmeister nur zum Stallausmisten eingesetzt werden soll und der gut betuchte Ehekandidat ein Aufschneider ist. Ein harmonisches Dorfleben scheint auch nicht erstrebenswert zu sein. Also auf in die „dritte Welt“.

Zunächst scheint auch alles zur vollsten Zufriedenheit, doch irgendjemand taucht immer auf und erklärt, dass noch mehr geht. Diesmal ist es Madame von Hautevill. Mit ihrer überheblichen Art stichelt sie so lange, bis der Wunsch nach noch größerem Glück überwiegt. Doch wo ist das Limit?

Voller Hoffnung beschließen die Protagonisten, sich in die „vierte Welt“ zu wagen. Ob das wohl gut geht, weiß keiner. Hier müssen sie erkennen: „Der Mensch neigt dazu, dem großen Glück nachzurennen, übersieht jedoch dabei, dass dies sehr wenig mit Geld und ewiger Jugend zu tun hat, sondern nur die eigene Zufriedenheit in der jeweiligen Lebenssituation die Grundlage für alles Glück ist.“

Mit humorvollen Episoden gelang den Darstellern, die teilweise in mehrere Rollen schlüpften, eine brillante Vorstellung. Umrahmt von den Livemusikern Ulrich Golling und Gregor Plöckl war dieser Abend so erquickend wie Aufführungen bekannteren Bühnen.

Weitere Aufführungen finden statt am Freitag, 15. November, 19 Uhr; am Samstag, 16. November, 19 Uhr, und am Sonntag, 17. November, 18 Uhr.

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