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Silvesterkonzert

02.01.2019

Musikalischer Dialog der Zeiten und Töne

Tizian Pollanka spielte mit Alois Kammerl das Silvesterkonzert in der Aichacher Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
Bild: Manuela Rieger

Saxofonist Tizian Pollanka und Organist Alois Kammerl sorgen für Liaison

Beim Jahresabschlusskonzert in der Aichacher Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt gingen zum Jahresende Saxofon und Orgel eine Liaison ein. Das Saxofon wurde 1840 erfunden und ist damit ein Jungspund unter den Musikinstrumenten. Königin Orgel ist ihr Gegenpol: Sie ist das Urgestein schlechthin. Rund 150 Zuhörer erlebten die seltene Kombination. Einfühlsam und sicher spielte der 16-jährige Tizian Pollanka auf dem Altsaxofon.

Die harmonische Sprache von César Franck ist ein Ergebnis der Schönheit von Francks außergewöhnlichem musikalischem Geist. Der Choral No. 3, gespielt von Alois Kammerl, fiel in das Kirchenschiff. Später noch von Louis Viérne ein Final aus der ersten Symphonie und Jean Langlais Chant des Bercer, ein Schlaflied.

Das ungewöhnliche Instrumentalpaar Orgel und Saxofon ist im klassischen Repertoire nicht oft zu hören. Kammerl erklärte: „Saxofon und Orgel sind Blasinstrumente, die selten gleichzeitig den gleichen Raum einnehmen.“ Kammerl fuhr fort: „Wir behaupten, dass diese scheinbar unvereinbare Kombination tatsächlich ziemlich perfekt ist.“ Das Duo zeigte in auffallender Klangmischung eine lebendige Sammlung von Stücken, die hauptsächlich von französischen Komponisten geschrieben wurden. Der noch lebende Guy de Lioncourts stellt in den Mélodies Grégoriennes liturgische Gesangsstile aus dem zehnten Jahrhundert einer modernen harmonischen Sensibilität gegenüber. Der Saxofonist Pollanka zeigte sein Können, das Publikum hätte für seine Leistung gerne Zwischenapplaus gespendet. In Kammerls Eigenkomposition nach einem Gedicht von Thomas Bernhard schwebte das Saxofon regelmäßig mit den üppigen Unterhaltungen der Orgel.

So gab es wundervolle Augenblicke und durchaus Experimentelles und obendrein eine wirklich schöne Interpretation: zwei Spirituals. Am Ende noch Smoke Rings, eine Komposition von Washington und Gifford. Ein schönes Soloinstrument und eine ganz wundervolle obligate Orgel.

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