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Petersdorf

12.11.2018

Theater-Ensemble überzeugt ohne „Gedächtnislücke“

Zum allerersten Mal stand Andreas Metzger auf der Bühne und konnte als verrückter Psychologie-Professor gleich einen fulminanten und applausträchtigen Einstand feiern.
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Zum allerersten Mal stand Andreas Metzger auf der Bühne und konnte als verrückter Psychologie-Professor gleich einen fulminanten und applausträchtigen Einstand feiern.
Bild: Martin Golling

Bei der Premiere gibt es keine Hänger, dafür aber Wortwitz, Kalauer und bemerkenswerte Leistungen. Wenige Tage zuvor musste das Team einen Schock verkraften

Reich an Wortwitz, Kalauern und gespielten Gags ist das diesjährige Theaterstück in Petersdorf allemal, obwohl die Handlung eher dürftig daherkommt in „Die Gedächtnislücke“ von Bernd Gombold. Als alleinige Kulisse dient die Amtsstube des Gemeindechefs. Immer wieder jedoch erstaunt, wie professionell das Ensemble um die Regisseure Franz Plöckl und Marille Sturz auf der Bühne agiert, denn dort geht kein auch noch so schaler Scherz daneben.

Ein Bürgermeister, der es allen recht machen will

Cool, wie Routinier Gerhard Lesti den bauernschlauen Gemeindediener Sepp interpretiert, wie echt Liane Oswald die Dorfratschen Emma aus dem gleichnamigen Tante-Laden hinbekommt und wie Freud und Leid des gestressten Bürgermeisters Franz sich im variablen Minenspiel und in den Klangvarianten der Stimme von Georg Birkmeir widerfinden. Bemerkenswert auch, wie einleuchtend und klar Bernd Niedermaier und Christina Heinrich den gewiss nicht leichten Part des versnobten, verbissen-penetrant und ewig nörgelnden Ehepaars spielten.

Ja, da kann so ein Bürgermeisterjob richtig in Stress ausarten, wenn einer wie der Franz den Anspruch hat, es allen recht machen zu wollen. Diesen Anspruch hat der Bürgermeister nun mal und dabei verstrickt er sich immer mehr in den Widerspruch zwischen seinem eigentlichen Charakter und den Pflichten eines Rathauschefs – bis der schwere Klöppel der Kirchenglocke die letzten fünf Jahre in seinem Gedächtnis löscht.

In nur zwei Tagen in die neue Rolle geschlüpft

Richtig geschockt war das Theaterteam des SSV Alsmoos-Petersdorf , als es am Donnerstag erfuhr, dass Gregor Plöckl krankheitsbedingt ausfallen wird. „In nur zwei Tagen und mit nur einer einzigen Probe übernahm Joseph Plöckl die Rolle des Anton, des Dirigenten der Musikkappelle“, konnte der sichtlich erleichterte Regisseur Franz Plöckl am Ende der vollauf geglückten Premiere verkünden. Gregor Plöckls Part als Moritatensänger zusammen mit Ulrich Golling jeweils vor den drei Akten übernahm souverän Josef Lenz. Die lustigen Verse aus der Feder von Marille Sturz waren das i-Tüpfelchen auf einem rundum gelungenen Abend im SSV-Sportheim – außer vielleicht, dass der FC Bayern auf Sky nebenan verloren hatte.

Aufführungen Freitag, 16., Samstag, 17., und Sonntag, 18. November. Freitags und Samstags ist Start um 19 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei den Heimspielen des SSV Alsmoos-Petersdorf im Sportheim, an den Werktagen in der Raiffeisenbank in Petersdorf und an den Wochenenden bei Liane Oswald unter 08237/5717.

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