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Natur

20.04.2019

Wiesenstreifen gegen Hochwasser

Gras und Klee auf einer knapp ein Hektar großen Fläche sollen verhindern, dass bei Starkregen der Boden des angrenzenden Ackers auf die Sportplatzstraße in Gundelsdorf geschwemmt wird. Das Bild zeigt: (von links) Dritter Bürgermeister Thomas Huber sowie die beteiligten Landwirte Martin und Peter Höger aus Ingstetten.
Bild: V. Jeanty

Im Pöttmeser Ortsteil Gundelsdorf soll nun eine einfache ökologische Maßnahme Schutz bieten

Bei Starkregen schwappte der Ackerboden im Pöttmeser Ortsteil Gundelsdorf in die obere Sportplatzstraße und floss ungehindert in die Hofeinfahrten einzelner Anlieger. Die beklagten sich regelmäßig bei der Gemeinde über den unhaltbaren Zustand.

Eine vergleichsweise einfache Maßnahme soll nun Abhilfe schaffen. Auf Vermittlung des dritten Bürgermeisters Thomas Huber hat sich die Landwirtsfamilie Peter und Martin Höger aus dem Inchenhofener Ortsteil Ingstetten dazu bereit erklärt, den von ihnen bewirtschafteten Acker an der Sportplatzstraße in Gundelsdorf auf einer knapp ein Hektar großen Fläche mit Gras und Klee einzusäen. Der gut 30 Meter breite begrünte Streifen grenzt den Acker auf der gesamten Länge an der Südseite nach unten ab und verhindert so, dass die Erde im Extremfall auf die Straße geschwemmt wird. Peter Höger und Thomas Huber betonten: „Wir haben uns einvernehmlich für diese Lösung entschieden.“ Höger senior bewirtschaftet seinen Hof in Ingstetten gemeinsam mit den Söhnen Martin und Christian. Eine finanzielle Entschädigung sei nie Thema der Verhandlungen gewesen und das sei keineswegs selbstverständlich, sagt Huber. Er dankt den Högers für deren Entgegenkommen. Martin Höger hat den Streifen im vorigen Jahr mit Gras und Klee eingesät. Dreimal im Jahr wird er die Flächen mähen, der Grünschnitt kommt in die hauseigene Biogasanlage.

Für den Wiesenstreifen haben die Högers von dem insgesamt knapp fünf Hektar großen Acker fast einen Hektar geopfert. Trotz des Mehraufwands an Arbeit sind sie davon überzeugt, dass sich die Maßnahme in jeder Hinsicht lohnt. Darüber hinaus bietet Sohn Martin Patenschaften für Blühwiesen an. Huber ist der Meinung, dass es langfristig Sache des Wasserzweckverbands sein müsse, Landwirten gegebenenfalls Ausgleichszahlungen für alternative Bewirtschaftung zukommen zu lassen. Ziel müsse es sein, die gute Trinkwasserqualität auch in Zukunft zu sichern. Der Acker an der Sportplatzstraße liegt im Wasserschutzgebiet 3, im Osten grenzt er an ein als Grünfläche genutztes Areal des Wasserschutzgebietes 2.

Huber ist überzeugt, dass Gundelsdorf dank der Kooperation mit der Familie Höger einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Ihm schwebt vor, weitere geeignete Flächen in und um Gundelsdorf als Blühwiesen einzusäen. Hier kann er sich auf den örtlichen Gartenbauverein verlassen, der von sich aus bereits Initiativen ergriffen hat.

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