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Jubiläum

06.11.2019

Bis ins hohe Alter die Neugier bewahrt

Mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln feierte Viktoria Drey ihren 100. Geburtstag.
Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Viktoria Drey feiert in Neusäß ihren 100. Geburtstag. Welche Ratschläge die Jubilarin gibt

Sich etwas zutrauen, immer aktiv sein, viel arbeiten und neugierig bleiben: Darauf führt Viktoria Drey, die vor Kurzem ihren 100. Geburtstag feierte, ihr hohes Alter zurück. Drei Kinder, fünf Enkel im Alter zwischen 27 und 37 Jahren sowie zwei Urenkel im Alter von drei Jahren und vier Monaten gehören heute zur Familie.

Die Seniorin kam am 2. November 1919 in Deubach im Landkreis Günzburg zur Welt. Sie habe „wunderbare Eltern“ gehabt, denkt Viktoria Drey gerne an die Kindheit zurück. Sie und ihre drei Schwestern erlebten eine schöne Kindheit auf dem vom Vater später erworbenen Hof in Schönenberg bei Jettingen-Scheppach. Wenn auch die Mutter nicht immer so viel Zeit für die Kinder hatte – sie musste wie auf dem Land üblich viel arbeiten – so glich dies die Großmutter in Ebersbach aus. Die Besuche bei der Großmutter waren immer etwas Besonderes, erzählt Viktoria Drey. Gleich nach der Schulzeit begann auch sie auf dem Hof mitzuarbeiten, den sie dann später mit ihrem Mann bewirtschaftete. „Früher hat sich die Jugend einfach zusammengesetzt. Wir haben uns unterhalten und gesungen oder wir sind am Sonntag im Wald spazieren gegangen. Das kennt man heute ja gar nicht mehr“, erklärt sie. Ihren Mann kannte sie von frühester Kindheit an. Das Paar bekam zwei Töchter und einen Sohn.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Alter von 53 Jahren bewirtschaftete Viktoria Drey den Hof zusammen mit ihrem Sohn weiter. Da dieser aber auch berufstätig ist, wurde die Landwirtschaft später aufgegeben. Doch die Jubilarin wohnte weiterhin bis zum Alter von 98 Jahren in ihrem Elternhaus. Sie war immer aktiv: Noch mit weit über 80 machte sie sich heimlich auf, um mit dem Bus nach Augsburg oder Günzburg zu fahren und den Tag dort zu verbringen. „Ich habe doch einen klaren Verstand und immer getan, was ich wollte“, schmunzelt sie. Ihre Töchter hatten ihr aus Sorge solche Alleingänge eigentlich untersagt. Noch mit fast 90 Jahren machte sie sich mit einem Einkaufswägelchen auf den Weg zum Markt in Günzburg. Auch heute noch verbindet sie gerne, jetzt aber zusammen mit ihrer Tochter, verschiedene Termine in Günzburg mit einem Besuch auf dem Wochenmarkt.

„Kochen und Backen“ sei stets ihre große Leidenschaft gewesen. In ihren Kindern und Enkeln hatte sie dankbare Abnehmer. Seit einem Sturz mit Oberschenkelbruch vor rund zwei Jahren lebt Viktoria Drey im Notburgaheim in Westheim und damit in der Nähe ihrer beiden Töchter. Sie fühle sich hier gut aufgehoben, doch das Zuhause sei durch nichts zu ersetzen.

Unterkriegen lässt sich die agile Seniorin, die sehr auf ihr Äußeres achtet, aber keineswegs. Im Notburgaheim geht sie mehrmals in der Woche zur Gymnastik oder zum Bingo und freut sich, wenn sie die Beste ist. Das ist wohl auf ihre Belesenheit und Wissbegierde zurückzuführen. Die Zeitung liest sie täglich und die Nachrichten am Abend sind Pflicht für sie.

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