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Dinkelscherben

03.09.2018

Das bunte Vogelparadies von Wilfried Aust

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Zwölf verschiedene Vogelarten hat der 71-Jährige Dinkelscherber drinnen wie draußen in großen und kleineren Volieren untergebracht.

Der 71-Jährige hat in Dinkelscherben zwölf verschiedene Vogelarten in seinen Volieren. Es gibt sogar eine Krankenstation und hin und wieder spielt ein Radio.

Putzmunter und herausgeputzt haben sich die Vögel von Wilfried Aust. Das Gezwitscher und Gepiepse klingt fröhlich. Die einen hopsen hin und her, räkeln sich, wenn die Sonne in die Voliere scheint, während die anderen scheinbar Gesangsunterricht nehmen. „Die wahren Sänger legen so richtig los, wenn wir wieder draußen sind“, sagt er. Bereits mit 15 Jahren hat der heute 71-Jährige für seine Kanarienvögel die erste Voliere gebastelt. Die Liebe zu den quirligen Tieren ist geblieben.

Nun sind es allerdings wesentlich mehr Vögel, die Aust zusammen mit seiner Frau zu versorgen hat. Für ihn kommt eine Urlaubsreise nicht mehr in Frage, denn die Verantwortung für seine Vögel ist groß. „Ich bin früher sehr viel verreist. Heute genieße ich es, zu Hause zu sein.“ Die Arbeit teilt er sich mit seiner Frau: Er mischt das Futter mischt, sie ist für die Getränkestelle zuständig.

Mit der Zucht hatte er 2015 begonnen

Oft sitzt er im großen Anbau und hört den gefiederten Solisten beim Singen zu. Mit der Zucht hatte er 2015 begonnen, als er seinen Friseurladen für immer geschlossen hatte. Zusammen mit seinem Schwiegervater hat er die Volieren geplant und gebaut. Das Sommerquartier ist liebevoll ausgestattet, damit es den Tieren nicht langweilig wird. Vom bequemen Sonnenplatz bis hin zu Schaukeln, Treppen, Ästen, Seilen und Verstecken wurde alles getan, damit sich die Tiere wohlfühlen. Und sogar ein kleines Radio sorgt hin und wieder für Unterhaltung.

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Zwölf verschiedene Vogelarten hat der Rentner drinnen wie draußen in großen und kleineren Volieren untergebracht. Darunter sind sowohl klassische kleine Gelbe, aber auch rote Kardinäle mit allerlei Wirbeln und Wuscheln, ultramarinblaue Bischöfe, Kronfinken, Magelanzeisige, Gelbbauchgirlitze, Ringelastrilden, die wie kleine Eulen aussehen, gemalte Astrilden, Schmetterlingsfinken, Kapuzenzeisige, bunte Papstfinken und Himalayagrünlinge. Viel Fachwissen und Feingefühl sei nötig, um bei der Zucht erfolgreich zu sein.

„Die Brutzeit beginnt im Frühjahr“, sagt Aust. Doch zuvor sollte das Pärchen schon im Herbst zusammenkommen, dann haben die beiden genügend Zeit, sich über den Winter kennenzulernen.“ Denn es gibt natürlich, wie bei Menschen auch, unharmonische Paare. Nicht aber bei der Kanariendame, die in ihrem ausgestopften Nestkörbchen sitzt und brütet.

Echte Eier werden durch ein Kunstei ersetzt

Während der Brutzeit hat das Kanarienpärchen eine eigene Voliere. „Sie hat ein gutes Männchen,“ verrät Aust. „Es versorgt sie mit Nahrung.“ Vorsichtig holt er das Weibchen aus dem Nest ersetzt das Ei mit einem Plastiklöffel durch ein Kunstei. Die echten Eier werden in einer gepolsterten Schale sicher aufbewahrt. Wenn das Gelege vollständig ist, bekommt das Weibchen ihre Eier wieder zurück und kann mit dem Brüten beginnen. So ist gewährleistet, dass der Nachwuchs am gleichen Tag schlüpft. Gleich daneben befindet sich die Krankenstation. Ein Kanarienvogel ist zu dick geworden und muss Diät halten. „Er ist richtig träge geworden. Mittlerweile geht es ihm wieder besser, denn er bekommt zurzeit kein ölhaltiges Futter.“ Der andere, der mit ihm die Krankenstation teilt, ist ein gemalter Astrild. „Er hatte was am Fuß, kann aber bald wieder zu den anderen zurück.“

Zahlreiche Behälter mit unterschiedlichem Futter stehen vor den Volieren. Auf der Speisekarte dürfen Weich- und Eifutter, ölhaltige Körner und Samen, Obst und Gemüse nicht fehlen. Aber auch Würmer und Kakerlaken züchtet der rüstige Rentner. Für den Roten Kardinal gibt es sogar rote Beeren. Diese helfen, die Rotfärbung zu erhalten.

Wilfried Aust hat neben der Vogelzucht noch weitere Hobbys: Er sammelt und restauriert Uhren. Nebenbei renoviert und restauriert er auch alte Möbel. Und ein paar verrückte Ideen hat der ehemalige Friseur immer noch: Sein Traum ist es, in 23 Meter Höhe über Dinkelscherben jemanden die Haare schneiden zu dürfen.

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