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Asteroid

27.01.2015

Die nächste Chance kommt 2027

Kein Vergleich zu 2004BL86: Der Sikhote-Alin-Meteorit im Rieskrater-Museum Nördlingen – das Foto stammt aus dem Jahr 2008 – ist wesentlich kleiner als der Asteroid, der gestern an der Erde vorbeischrammte.

Das schlechte Wetter sorgt bei vielen Hobbyastronomen im Augsburger Land für lange Gesichter

Mit einer Geschwindigkeit von etwa 16 Kilometern pro Sekunde raste gestern der Gesteinsklumpen mit dem wenig spannenden Namen „2004BL86“ an der Erde vorbei. Mit dem bloßen Auge war der Himmelskörper am Firmament nicht zu sehen. Selbst mit dem Teleskop wurde es schwierig für die Hobbyastronomen. „Die aktuelle Wetterlage macht die Sicht fast unmöglich“, sagte gestern Max Stumböck, Vorsitzender der Sternwarte Streitheim. Hinzu kam die hohe Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre, die obendrein für schlechte Bedingungen sorgte.

Entdeckt wurde der 500 Meter große Asteroid 2004 von amerikanischen Wissenschaftlern. Die gaben schon früh Entwarnung. Mit einer Kollision sei keinesfalls zu rechnen. „Man konnte die Laufbahn schon sehr genau berechnen“, so Stumböck. Ein Zusammenprall mit der Erde sei bei dieser Entfernung so gut wie unmöglich. Anders 2013 im russischen Tscheljabinsk: Dort trat ein nur 18 Meter kleiner Brocken in die Erdatmosphäre ein. Viele Menschen wurden verletzt. Die Wissenschaftler hatten den Meteoriten nicht kommen sehen, er war dafür einfach zu klein.

Welche Auswirkungen ein Einschlag haben kann, lässt sich im Nördlinger Ries erahnen. Der Krater mit einem Durchmesser von etwa 25 Kilometern ist das eindrucksvolle Ergebnis eines Einschlags vor mehr als 14 Millionen Jahren. Würde ein kosmischer Brocken wie 2004BL86 tatsächlich die Erde streifen oder gar auf der Oberfläche einschlagen, dann wäre das durchaus mit dem Ausmaß des Rieskraters vergleichbar, auch wenn der damalige Meteorit mit einem Kilometer Durchmesser etwa doppelt so groß war. Gisela Pötges ist Geologin am Rieser Museum und sieht die Gefahr vor allem in der immensen Geschwindigkeit der Himmelskörper. „Die können im Extremfall bis zu 100000 Kilometer pro Stunde erreichen“, sagt sie. Richtig brenzlig wäre ein Frontalzusammenstoß.

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Damit es erst gar nicht dazu kommt, arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an geeigneten Ablenkungsmanövern. Einen Asteroiden zu zerstören würde das Problem nur noch verschlimmern. „Die vielen kleinen Körper, die dabei entstehen, hätten wir nicht mehr unter Kontrolle“, so Pötges.

Doch noch sei alles in buchstäblich bester Ordnung. Zahlreiche Observierungsstationen rund um den Erdball beobachten den Asteroidengürtel. Zudem sei die turbulente Phase schon mehr als drei Millionen Jahre vorbei. Seitdem herrsche dort oben mehr oder weniger Ruhe. Der nächste Gesteinsbrocken fliegt übrigens 2027 vorbei. 1999AN10 ist deutlich größer und wird uns auch um einiges näher kommen. „Astronomen korrigieren aber ständig die Daten“, so Pötges. Die Geologin ist sich übrigens sicher, dass die Menschheit nicht wie die Dinosaurier in ihrer Ära endet. „Mit Missionen wie der Forschungssonde Rosetta haben Wissenschaftler beste Voraussetzungen, Objekte noch besser zu verstehen“, sagt sie. Und immerhin seien wir nicht nur die erste Spezies, die weiß, dass es diese Bedrohungen gibt, sondern auch die erste, die etwas dagegen tun kann.

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