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Theater

29.11.2017

Frauenpower mit der blonden Hanni

Die Wahlkampagne der Frauen braucht mehr Pep, findet „Hanni“ (Simon Litzel, Zweiter von links) und wird prompt von den Frauen (Stefanie Höchstötter, Sabine Albrecht, Sarah Bestle und Sandra Rieger, von links) zur Spitzenkandidatin gekürt.
Bild: Helene Weinhold

Viele Lacher und großen Applaus gab es bei der Premiere in Unterschöneberg. Wo es noch Restkarten gibt

Beste Stimmung herrschte bei der Premiere der Komödie „Frauenpower“ von Bernd Gombold im nahezu ausverkauften Lagerhaus Unterschöneberg. Das Publikum lachte oft lauthals und bedachte die Akteure mit reichlich Szenenapplaus.

Ein paar g’standene Mannsbilder werden sich doch von Frauen – noch dazu von den eigenen Ehefrauen – nicht in die Gemeindepolitik dreinreden lassen, findet Bürgermeister Heinz Gscheidle (Christian Enderle), dem der absehbare Erfolg der neuen Frauenliste Magenschmerzen bereitet. Deshalb stiftet er zusammen mit seinen Ratsherren August Scharf (Christoph Seidl), Peter Hering (Lukas Otto) und Karl Fässle (Martin Kempter) seinen frisch eingestellten und daher noch nicht ortsbekannten Verwaltungsleiter Hannes Klug (Simon Litzel) an, die weibliche Konkurrenz in Frauenkleidern auszuspionieren.

Der macht seine Sache als blonde Hanni so gut, dass Kunigunde Schlotterbeck (Stefanie Höchstötter), Gerda Scharf (Sarah Bestle), Emma Hering (Sabine Albrecht) und Gisela Keusch (Sandra Rieger) ihn bei einer der konspirativen Sitzungen in der Ratsstube des schwerhörigen Wirts Paul (Siegfried Reinelt) kurzerhand zur Spitzenkandidatin küren. Auf seinen Vorschlag hin statten sie auch dem berüchtigten Nachtlokal „Der rosarote Panther“ von Bardame Marilyn (Anna Kempter) einen Besuch ab und treffen dort natürlich ausgerechnet auf ihre Männer.

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Die Regisseure Sabine Albrecht und Stefan Baur haben die Komödie mit der Theatergruppe Unterschöneberg mit viel Witz und Liebe zum Detail einstudiert, wozu das Bühnenbild beiträgt, an dem neben Stefan Baur Peter Otto und Barbara Deffner mitgearbeitet haben. Zum Spaß am Stück gehört aber auch, dass die Schauspieler sich von Herzen über sich selbst lustig machen. Wie die Ratsherren mit freiem Oberkörper vor der Kamera von Bardame Marilyn für ein „sexy Wahlplakat“ posieren oder die Damen sich für einen Besuch im Rotlichtmilieu herausputzen, ist zum Schreien komisch. Und wenn Sabine Albrecht und Sarah Bestle ihre Bühnengatten Lukas Otto und Christoph Seidl energisch zusammenstauchen, bekommt man fast Mitleid mit den Pantoffelhelden.

Simon Litzel setzt in der Rolle des „Doppelagenten“ Hannes Klug noch einen drauf. Geschminkt und frisiert von den Maskenbildnerinnen Stefanie Höchstötter und Manuela Geißler, in Feinstrumpfhose, Pumps und Etuikleid, geht er überzeugend als langbeinige Blondine durch und zeigt großes schauspielerisches Talent, wenn er Stimmlage und Körperhaltung ständig wechselt – im Sopran und mit züchtig geschlossenen Knien in Gesellschaft der Damen, im Bariton und lässig hingelümmelt bei den Herren.

Auf diese Weise erobert er nicht nur die Herzen der Zuschauer im Sturm, sondern auch das der Bürgermeisterstochter Anni (Sabrina Seidl), denn ganz ohne Liebe kommt ein solches Lustspiel niemals aus. Unterstützt wird das Ensemble durch Souffleurin Johanna Dir und durch Stefan Seitel in der Technik.

Die Komödie „Frauenpower“ wird am Freitag und Samstag, 1. und 2. Dezember, jeweils um 20 Uhr wieder aufgeführt. Restkarten für die Vorstellung am Freitag können täglich ab 19 Uhr bei Familie Enderle, Telefon 08295/9693886, vorbestellt werden oder sind an der Abendkasse erhältlich.

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