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Willmatshofen

02.01.2019

Genuss beim Silvesterkonzert in der Kirche

Die Gruppe Accorvoce bot ein geschlossenes musikalisches Gesamtbild und überzeugte mit dynamischer Vielfalt: (von links) Katharina Kucera, Ralf Peters, Maria Geiger und Michaela Gumpp.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Die Gruppe Accorvoce zaubert in St. Vitus in Willmatshofen eine lebendige Klangfülle mit Sopranstimmen und Akkordeonbegleitung

Besinnliche Weihnachtslieder und stimmungsvolle Popballaden waren am letzten Tag des Jahres in der Pfarrkirche St. Vitus im Fischacher Ortsteil Willmatshofen zu hören: Die Gruppe Accorvoce hauchte im Rahmen ihres Silvesterkonzerts dem Abend etwas Leichtes und zugleich Festliches ein.

Im Mittelpunkt des Quartetts standen die Sopranistinnen Michaela Gumpp, Katharina Kucera und Maria Geiger. Sie glänzten mit einem lyrischen und wohltuenden warmen Timbre. Begleitet wurden sie mit klangschönem Spiel von Ralf Peters am klassischen Akkordeon. Das Programm bestach vor allem dadurch, dass es der Formation gelang, mit etlichen Perlen der Weihnachtsmusikgeschichte die besinnliche Zeit zu verlängern.

Los ging es mit dem adventlichen Dauerbrenner „Jingle Bells“. Dabei ist der Titel streng genommen gar kein Weihnachtslied, da er keine Bezüge zum Fest aufweist. Er handelt vielmehr über ein Pferdeschlittenrennen. Nichtsdestotrotz: Die drei Sängerinnen entfalteten mit glockenklaren und hellen Sopran stimmungsvolle Assoziationen an verschneite Landschaften und Wälder.

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Vor Kraft strotzte dagegen John Rutters „A Clare Benediction“. Das getragene, zuweilen melancholische Segenslied präsentierte Katharina Kucera mit viel Sensibilität und weichem Schmelz. Nichts von seinem Reiz hat auch der elegische Charakter des irischen Volkslieds „The Last Rose of Summer“ verloren, das Friedrich von Flotow geschickt in seine Oper „Martha“ verarbeitete. Eindrucksvoll gestaltete Maria Geiger hier die Schönheit der Melodie.

Großen Wert legte Accorvoce auf englische Weihnachtslieder. Ihren melodischen Reichtum kostete Michaela Gumpp beispielsweise in „Away in a Manger“ und Maria Geiger in der religiösen Ballade „The Holy City“ aus. Aber auch in „The First Nowell“, das die Geburt Jesu Christi und die Anbetung des Jesuskinds durch die Weisen aus dem Morgenland beinhaltet, überzeugten die Sängerinnen mit einer sehr homogenen und zugleich lebendigen Interpretation, bei der es dem Publikum warm ums Herz wurde.

Einen musikalischen Abstecher in die USA machte Accorvoce mit Ralph Blanes „Have Yourself a Merry Little Christmas“. Akkordeonist Ralf Peters ließ den Titel in einem farbigen und transparenten Klangbild aufleuchten, ebenso die „Petersburger Schlittenfahrt“ des Komponisten Richard Eilenberg. Gute Ausbalancierung und ein geschlossenes, jazzig angehauchtes Gesamtbild attestierte Katharina Kucera Joe Solomons „Let’s Have an Old Fashioned Christmas“.

Für eine ganz besondere Atmosphäre sorgte die Gruppe beim Abba-Song „I Have a Dream“ und dem einst für Elvis Presley geschriebenen Titel „Can’t Help Falling in Love“. Auch hier offenbarten die Sängerinnen eindrucksvoll ihre stimmliche Wandlungsfähigkeit: einmal tupften sie die Töne magisch hin, dann wieder offenbarten sie sie mit bewegten Schwung. Fast ungestüm-fröhlich klang das Konzert aus: „Ding Dong! Merrily on High“ sorgte für gute Laune in den Kirchenbänken. Die Zuhörer nahmen die zum Teil leichtfüßigen Präsentationen zwischen den verschiedenen Musikgenres mit Begeisterung auf. Accorvoce dankte dafür mit einigen Zugaben.

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