Newsticker

Söder stellt längere Beschränkungen in Corona-Krise in Aussicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Großer Abschied von der Stadtberger Bühne

15.07.2009

Großer Abschied von der Stadtberger Bühne

Stadtbergen Mit einem bunten Strauß an Operettenmelodien hat sich Roberto Seidel vom Stadtberger Symphonieorchester verabschiedet. Zu viele anderweitige Verpflichtungen seien es, die den Dirigenten zu dieser Entscheidung geführt hätten, meinte Moderator Claus-Peter Damitz am Ende des Konzerts. Für die meisten Besucher des Bürgersaals kam diese Nachricht überraschend. Der Schlussapplaus galt deshalb umso mehr Seidel, der vor etwa zwei Jahren den Dirigentenstab übernommen und in der Folgezeit die Leistungsfähigkeit des Laienorchesters in hohem Maße gefordert und gefördert hatte.

Mit lockerer Eleganz

Noch während des Serenadenabends war nichts vom großen Abschied zu erahnen. Seidel agierte wie immer mit lockerer Eleganz und viel künstlerischem Feinsinn. Das Orchester und die Gesangssolisten Sylvia Rieser (Sopran) und Michael Suttner (Tenor) klangen in allen Passagen außergewöhnlich kultiviert. Einen temperamentvollen Auftakt bereiteten die Symphoniker mit dem "Ungarischen Tanz Nr. 6" von Johannes Brahms, dessen Darbietung an diesem Abend an das Paneuropäische Picknick vor 20 Jahren an der österreichisch-ungarischen Grenze erinnern sollte.

Dank des leitenden Grenzoffiziers Árpád Bella, der auf den damals üblichen Schießbefehl verzichtet hatte, war einigen Hundert DDR-Bürgern die Flucht in den Westen gelungen. Anschließend sangen Rieser und Suttner zwei Duette aus der Operette "Der Bettelstudent" von Karl Millöcker und entpuppten sich hierbei als charmantes Sängerpaar, das durch subtile Nuancen in der Stimme die Liebesszenen glaubhaft zu Gehör brachte.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Noch beeindruckender geriet das Duett "Weißt du es noch, wie wir als Kinder gespielt?" (aus der Operette "Der Vetter aus Dingsda" von Eduard Künneke), das in seinem Spannungsreichtum fast schon an Ravels "Bolero" erinnerte und dadurch ein Raunen im Publikum erzeugte. Nach der Pause kam Walzerkönig Johann Strauß zu Ehren, zunächst mit einer hörenswerten Interpretation der feurigen "Zigeunerbaron"-Ouvertüre, auf die das schwelgerische Duett "Wer uns getraut" folgte.

Tenorsolist spielt ein Geigensolo

Mit einem wahren Brillantfeuerwerk an Koloraturen versprühte Rieser bei der Fledermaus-Arie "Mein Herr Marquis" Sopranglanz, der mit begeistertem Applaus gefeiert wurde. Das "Vilja-Lied" und das Duett "Lippen schweigen" (aus Franz Lehárs Operette "Die lustige Witwe"), bei dem Suttner zu Beginn mit einem Geigensolo überraschte, rundeten den Konzertabend aufs Angenehmste ab. Das Publikum jedoch entließ das Orchester und die Solisten nicht ohne stürmisch umjubelte Zugaben - den "Radetzkymarsch" und den "Donauwalzer" von Johann Strauß.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren