Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Hier geht es nicht um Goldmedaillen

31.07.2010

Hier geht es nicht um Goldmedaillen

Elisabeth Kistler (rechts) freut sich mit Sportlerin Rebecca Weiss, die eine Goldmedaillie für ihre Leistungen über 10 000 Meter erhielt. Die 28-Jährige ging für die Lebenshilfe Ostallgäu e.V. an den Start. Foto: Special Olympics Deutschland e.V
2 Bilder
Elisabeth Kistler (rechts) freut sich mit Sportlerin Rebecca Weiss, die eine Goldmedaillie für ihre Leistungen über 10 000 Meter erhielt. Die 28-Jährige ging für die Lebenshilfe Ostallgäu e.V. an den Start. Foto: Special Olympics Deutschland e.V
Bild: Special Olympics Deutschland e.V

Kleinaitingen Elisabeth Kistler stellt sich gerne neuen Herausforderungen, egal ob privat oder im Studium. Dass sie eine ihrer bisher größten Herausforderungen bei einer Sportveranstaltung erleben würde, hätte die offene und lebensfrohe 27-Jährige noch vor einigen Wochen jedoch nicht gedacht. Vor allem deshalb, da sie selbst nicht als Sportlerin angetreten ist.

Die gebürtige Kleinaitingerin studiert in Bayreuth Betriebswirtschaftslehre und steht kurz vor ihrem Abschluss. Vom 14. bis 19. Juni war sie bei den Special Olympic National Summer Games in Bremen als freiwillige Helferin dabei. Unter dem Motto "In jedem von uns steckt ein Held" nahmen an diesem Sportspektakel 4550 Athletinnen und Athleten mit einer geistigen Behinderung oder Mehrfachbehinderung teil.

Regelmäßig Interviews mit Sportlern geführt

Als Mitglied der Presseabteilung bestand Elisabeth Kistlers Aufgabe vor allem darin, Pressemitteilungen zu erstellen, für die sie regelmäßig Interviews mit den Sportlern führte. "Ich wusste vor Beginn nicht, ob ich dem gewachsen sein werde", gesteht die 27-Jährige. Denn nicht nur die Arbeit in der Presseabteilung, sondern auch die Arbeit mit Behinderten war für die Studentin Neuland. Wie sie jedoch schnell feststellte: "Man muss einfach offen auf die Leute zugehen, und das habe ich auch gemacht."

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Atmosphäre der Veranstaltung beschreibt Elisabeth Kistler als durchgehend sehr positiv, sie selbst musste jedoch mit gemischten Gefühlen kämpfen.

Einerseits beeindruckt sie die Begeisterung der Sportler. Andererseits sind da die Schicksalsschläge, von denen sie in Gesprächen mit den Sportlern, Trainern und Familienangehörigen erfährt und die sie sehr bewegen.

Etwa die Geschichte eines ehemaligen Leistungssportlers, der nach einem Autounfall geistig behindert ist, seinem Sport jedoch auch jetzt noch treu bleibt und Kraft aus ihm schöpft.

"Ich bin oft an meine emotionalen Grenzen gestoßen", so die 27-Jährige. Wie bei den Olympischen Spielen gibt es auch bei den Special Olympics offizielle Zeremonien wie den Fackellauf, einen eigenen olympischen Eid und die Verleihung von Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Der Ehrgeiz, eine Medaille zu gewinnen, ist bei den anwesenden Sportlern zwar vorhanden, das Dabeisein steht für sie jedoch im Vordergrund. "Die Sportler freuen sich auch über den letzten Platz, denn die Veranstaltung ist schon etwas ganz Besonderes für sie", erzählt Elisabeth Kistler. Für sie war diese Begeisterung der größte Dank für ihr ehrenamtliches Engagement. Bei der offiziellen Abschlussveranstaltung wurde die Stimmung noch mal sehr emotional. Als die eigens für die Special Olympics komponierte Hymne "Let me win" (zu deutsch: "Lasst mich gewinnen") ertönt, die Elisabeth Kistler schon die ganze Woche begleitet hat, muss auch sie ein paar Tränen vergießen. Die intensiven Erfahrungen der vergangenen Tage haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Distanz zu behinderten Menschen ablegen

"Man kann von den Sportlern viel in Sachen Lebensfreude und über den Umgang miteinander lernen", erklärt Elisabeth Kistler.

Sie würde sich wünschen, dass mehr Leute den ersten Schritt wagen und ihre Distanziertheit gegenüber behinderten Mitmenschen ablegen.

Die Kleinaitingerin ist sich sicher: "Wenn es irgendwie geht, werde ich auch 2012 bei den Special Olympics in München dabei sein!"

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren