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Konzert

06.10.2015

Im Zauber des Dreivierteltakts

Haben sich der goldenen Operettenzeit verschrieben: Sopranistin Doris Langara und Bariton Wolfgang Wirsching begeisterten in Stadtbergen.
Bild: Thomas Hack

„Operette im Quadrat“ bringt ein Wiederhören mit beliebten Stücken

„Operette im Quadrat“ heißt das neu gegründete Klassikensemble, das sich in seinem Debütkonzert ganz den beschwingten Walzerstücken der goldenen Operettenzeit hingegeben hat. Im Stadtberger Bürgersaal ergriffen die vier Interpreten erstmalig gemeinsam die Gelegenheit, die schönsten Kompositionen von Franz Lehár bis Johann Strauß auf die Bühne zu zaubern – und alles ganz klassisch im Dreivierteltakt.

Mit Emmerich Kálmáns Csárdásfürstin hatten die Musiker bereits zu Beginn eine klanggewaltige Herausforderung ausgesucht, um den nonchalanten Abend atmosphärisch einzuleiten: Sopranistin Doris Langara gab mit voluminöser Stimme die Grundstimmung an, Violinistin Angelika Löw-Beer brachte mit schwebenden Fingerläufen versiert ihr Saiteninstrument zur Geltung.

Zur gelungenen Interpretation der folgenden Stücke gesellte sich stimmungsvoll auch die visuelle Ausdruckskraft hinzu, wobei die humorvollen Schauspielkünste der Ensemblemitglieder aus den Kompositionen ein Gesamtgemälde entstehen ließen. Nach einem dramatischen Geigensolo nahm der Abend mit dem „Schwalbenduett“ in fröhlicher Manier, wenn auch nicht weniger professionell seinen wohlklingenden Verlauf. Die sanften Klavierakkorde von Stephanie Knauer verschmolzen mit der alles beherrschenden Baritonstimme Wolfgang Wirschings zu einer sinnlichen Einheit, die rundum gute Laune versprühte. Knauer überzeugte gleich anschließend mit der „Schönen blauen Donau“, als sie ihre wendigen Finger über die Tastatur rollen ließ und die klassischen Klanglinien wie verspielte Wasserperlen aus ihrem Flügel entschwebten.

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Doch das beschwingte Ambiente war gleichermaßen ständigen Veränderungen unterworfen: Aus Dur wurde Moll, aus Begehren wurde Bestimmtheit, welche sich auch die Violine nach und nach als ihr eigenes Sujet aufzubauen vermochte. Dass der Donauwalzer ohne Umwege in den Kaiserwalzer überging, hielt die Gäste dann keineswegs davon ab, nun mitten im Konzertsaal selbst ein Tänzchen zu wagen.

In wehmütigem Charme wurde der zweite Teil des Abends mit Frédéric Chopin eröffnet, der mit seinen fragenden Melodienläufen unentwegt nach Antworten zu suchen scheint, nur um diese in einem rasanten Finale klanggewaltig selbst zu finden. Lehárs „Lustige Witwe“ traf auf Millöckers „Dunkelrote Rosen“, das schwermütige Vilja-Lied auf den ergreifenden „Feuerstrom der Reben“. Sämtliche Stücke wurden von den Gesangskünstlern mit glaubhafter Darstellungsfreude interpretiert, die Begleitungen waren in perfekter Weise aufeinander abgestimmt. Die leichte Muse der goldenen Operettenära ist im Bürgersaal angekommen.

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